• Christian Eckardt

51 Jahre alter Museumskreuzer „Otto Schülke“ hat wieder Wasser unter dem Kiel



Erste Fahrt führt mit eigener Kraft von Bremerhaven nach Hooksiel in die Werft


Nach mehreren Monaten Instandsetzungsarbeiten bei der Bootswerft Inselmann in Bremerhaven ging es am Montag für den ehemaligen Rettungskreuzer „Otto Schülke“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) von der Wesermündung mit eigener Kraft in Richtung Hooksiel in die Werft. Dort soll der Rettungskreuzer, der im September vergangen Jahres als Decksladung aus Norwegen in Bremerhaven eintraf, für den Verein Museumskreuzer Otto Schülke wieder flott gemacht werden. Der Verein mit Sitz auf Norderney konnte das Schiff vor zwei Jahren für 60.000 Euro von einem amerikanischen Eigner erwerben, dazu wurden umfangreich Spendengelder gesammelt und eine Crowdfunding-Kampagne aufgelegt, bei der mehr als 70.000 Euro zusammenkamen.


Ziel des Vereins ist es, die 1969 gebaute „Otto Schülke“, die während der Einsatzzeit bei der DGzRS bis 1997 auf Norderney stationiert war, wieder herzurichten, damit sie der Öffentlichkeit im ursprünglichen Zustand präsentiert werden kann. Die Idee des Vereins ist es, die "Otto Schülke" im Hafen von Norderney einen Platz finden, diesmal aber an Land und als Museum, verbunden mit einem Weg der Seenotretter um die Insel herum. Vorgesehen hierfür ist ein Platz direkt an der Auffahrt vom Molenkopf zur Innenstadt, zwischen Tonnenhof und Bundeswehrsozialwerk.


In den letzten Wochen haben viele freiwillige Techniker den Rettungskreuzer wieder flott gemacht, das Schiff wurde gesäubert, alte Farbschichten entfernt und die Maschinenanlage und die Elektrotechnik überholt bzw. erneuert. Beim ersten Zuwasserlassen im Bremerhavener Fischereihafen sprang der Motor sofort wieder an. Im Rahmen der nun anstehenden Werftliegezeit in Hooksiel soll die „Otto Schülke“ dann unter anderem die optische Wiederaufbereitung im Orange der 70/80er Jahre erhalten.

Die „Otto Schülke“ war ein Seenotrettungskreuzer der 19-m-Klasse der DGzRS. Dieser wurde 1969 von der Schweers-Werft in Bardenfleth unter der Werft-Nr. 6407 gebaut. Zu dem Rettungskreuzer gehört auch ein 5,50 m Tochterboot, die „Johann Fidi“, benannt nach dem Namen eines Norderneyer Vormanns.

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