• Christian Eckardt

Alter Werftkran von Rickmers-Lloyd findet in Dänemark noch einen Abnehmer



Rund 40 Jahre stand am Ende der Bückingstraße im Kaiserhafen ein alter grüner Werftkran, der seinerzeit beim Werftbetrieb Rickmers Lloyd im Kaiserhafen III seinen Dienst verrichtet hat. Vor über 2 Jahren wurde die Betriebsstätte geschlossen und als eines der letzten Zeugen des Werftbetriiebes stand bis zuletzt der 60 Tonnen Kran des Herstellers Peiner an der Pier. Vom Eigner, der Lloyd Investitions- und Verwaltungs GmbH, wurde in den vergangen Jahren immer wieder ein neuer Eigner gesucht, bislang vergeblich, so dass sogar schon Angebote für eine mögliche Verschrottung bei den örtlichen Altmetallhändlern eingeholt wurden.



Nun konnte doch noch ein nicht näher genannter Käufer in Dänemark gefunden werden. In den vergangenen Tagen erfolgte von dem maritimen Dienstleister BVT Chartering die teilweise Demontage des Werftkrans und die Verladung auf den Schwerlastponton „BHV Solution“. Da offenbar am neuen Standort des Krans keine Hilfen zur Entladung zur Verfügung stehen, wurden auch gleich zwei Autokrane des örtlichen Schwerlastunternehmens Toskani mit auf dem Ponton verladen und mit auf die Reise geschickt. Am Sonntagnachmittag setzte sich der Ponton mit Hilfe des 2003 erbauten Schleppers „Rade“ (44 Tonnen Pfahlzug) der Schlepperreederei Küstendienst mit Sitz in Holzdorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) in Bewegung, Ziel lt. AIS ist die in Norddänemark befindliche Hafenstadt Frederikshavn, die auch Partnerstadt von Bremerhaven ist.



Zum Jahresanfang 2020 wurde der langjährige Reparaturbetrieb von Bredo Dry Docks in der Bückingstraße 96 im Bremerhavener Kaiserhafen III (vormals Rickmers Lloyd) aufgegeben. Wie seinerzeit mit dem Hafenbetreiber bremenports festgelegt, sollte der Standort mit dem bisher dort eingesetzten Schwimmdock IV bis zur Fertigstellung des ersten Bauabschnitts der dort sanierten, 500 Meter langen Westkaje geschlossen werden. Schon im Jahr 2019 wurde der langjährige Mietvertrag für die Betriebsfläche an der Südspitze der Bückingstraße nicht weiter verlängert. Der Großteil dieser Betriebsfläche, die direkt an das Kaiserdock I der Lloyd Werft angrenzt, gehört der Lloyd Investitions- und Verwaltungs GmbH, Bremerhaven. Das dort über 30 Jahren lang genutzte 147 Meter lange Schwimmdock IV mit einer Hebekapazität von 7.200 Tonnen wurde in den Kaiserhafen I verholt.


Seit 1987 befand sich der bereits 1973 gegründete Reparaturbetrieb Rickmers Lloyd im Bremerhavener Kaiserhafen und wurde später von der Lloyd Werft als Hauptgesellschafter übernommen. Später wurde daraus die Rickmers Lloyd Dockbetrieb GmbH & Co. KG. Dort wurden Reparaturarbeiten in dem seinerzeit vom Bremer Vulkan erworbenen eigenem Schwimmdock durchgeführt. Im Jahr 2013 wurde der Betrieb mit der MWB Motorenwerke Bremerhaven zur German Dry Docks verschmolzen, deren Hauptgesellschafter die Petram Gruppe war. Im Jahr 2017 erfolgte dann mit German Dry Docks, der im Bremerhavener Fischereihafen ansässigen Bredo-Werft und der in Cuxhaven ansässigen Mützelfeldtwerft der Unternehmensverbund unter dem Namen Bredo Dry Docks. Im Jahr 2019 verkaufte die Petram-Gruppe dann seine schiffbaulichen Aktivitäten an der Bredo-Werft und German Dry Docks komplett an die Bremerhavener Rönner-Gruppe, die ja mitsamt der Zech-Gruppe aus Bremen nun auch Gesellschafter der Lloyd Werft Bremerhaven ist.


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