• Christian Eckardt

Ankunft der Forschungsyacht „REV Ocean“ bei der Lloyd Werft verzögert sich


Noch kein aktueller Zeitplan für Ausrüstungsarbeiten an der Unterweser


Die geplante finale Innenausrüstung der „REV Ocean“, dem aktuell weltgrößten Megayachtprojekt, auf der Bremerhavener Lloyd Werft, verzögert sich. Eigentlich sollte das Yachtprojekt schon in diesem Frühjahr an der Unterweser eintreffen. Durch die weltweite Corona-Pandemie konnten die Bau- und Installationsarbeiten an der 183 Meter langen Yacht im norwegischen Brattvag , die im ersten Quartal 2021 in Fahrt gehen sollte, aber noch nicht abgeschlossen werden. Die Umweltorganisation REV Ocean teilte auf deren Homepage mit, dass es seitens der Vard-Werft Verzögerungen gibt, die sich auf den ursprünglichen Projektzeitplan auswirken. Somit kann kein genauer Zeitplan angeben werden, wann das Schiff in Norwegen fertiggestellt und nach Bremerhaven überführt werden kann. Aktuell wird an einem neuen Zeitplan gearbeitet. Diese Verzögerung wirkt sich natürlich auf alle weiteren wichtigen Arbeitsabläufe aus, einschließlich der ursprünglich geplanten Indienststellung im Frühjahr 2021.


Wie im letzten Herbst mitgeteilt, hat die traditionsreiche Lloyd Werft den Auftrag zur finalen Ausrüstung der Forschungsyacht erhalten. Sie stellt dafür unter anderem auch die notwendigen Anlagen und Kaiflächen zur Verfügung.

In Auftrag gegeben wurde die „REV Ocean“ vom norwegischen Milliardär Kjell Inge Røkke, der zu diesem Zweck 2017 eine Stiftung gründete und sie finanziert. Er trat der Giving-Pledge-Kampagne bei, in deren Rahmen die Unterzeichner versprechen, mehr als 50 Prozent ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. Die Organisation will die Bereiche Wissenschaft, Wirtschaft und Politik verbinden. Die Abkürzung REV im Namenszug steht dabei für Research Expedition Vessel.




Die „REV Ocean“ wurde vom bekannten Yachtdesigner Espen Oeino entworfen und von Vard im rumänischen Tulcea innerhalb von 18 Monaten gebaut. Anschließend wurde der Stahlkasko zur Vard-Werft nach Norwegen für weitere Ausrüstungsarbeiten geschleppt. Die nach dem Polar-Code der IMO für Einsätze in arktischen und antarktischen Gewässern konstruierte „REV Ocean“ ist vor allem ein Forschungsschiff und soll eine besondere Rolle in der Meeresforschung spielen, da sie für Missionen ausgerüstet ist, die das gesamte Meeresökosystem abdecken. Die Megayacht ist für eine Reichweite und Einsatzzeit von bis zu 114 Tagen konzipiert, um autonome Expeditionen auf der ganzen Welt durchzuführen. Dabei soll die „REV Ocean“ eine besondere Rolle in der Meeresforschung spielen, da es für Missionen ausgerüstet ist, die das gesamte Meeresökosystem abdecken so auch zum Kampf gegen den Plastikmüll in den Meeren. Zum Equipment gehören etwa wissenschaftliche Schleppnetze, Sonarsysteme, Labore, Auditorien und Klassenzimmer sowie U-Boote. An Bord finden bis zu 55 Wissenschaftler Platz. Vier Wärtsilä-Hauptmaschinen mit einer Leistung von 2700 kW ermöglichen eine maximale Geschwindigkeit von knapp 18 Knoten. Bei einer Reisegeschwindigkeit von 11 Knoten beträgt der Wirkungsradius 21.120 Seemeilen.


Fotos: REV Ocean

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