• Christian Eckardt

Ausstellungsschiff „MS Wissenschaft“ startet Tour durch Deutschland und Österreich


Das Binnenschiff MS Wissenschaft geht auf Tour, Foto Wissenschaft im Dialog


Fragen zur nachhaltigen Wirtschaft auf Grundlage nachwachsender Rohstoffe sollen geklärt werden


Vom 15. bis 18. Juli Besuch in Bremerhaven


Wie kann man nachhaltig wirtschaften und so Ressourcen, die Artenvielfalt und das Klima schützen? Im Wissenschaftsjahr 2020|21 – Bioökonomie zeigt das Ausstellungsschiff „MS Wissenschaft“, wie eine Wirtschaftsweise auf Grundlage nachwachsender Rohstoffe aussehen kann. Mit einer Mitmach-Ausstellung an Bord startete das schwimmende Science Center am 5. Juni in Hamburg seine diesjährige Tour durch rund 30 Städte in Deutschland und Österreich. Dabei steuert das Schiff von Hamburg aus zunächst Kiel an, um dann über Bremerhaven (15.07. - 18.07.2021) und Bremen in Richtung Süden durch Niedersachen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz bis nach Bayern zu fahren. Nach einem Abstecher nach Österreich endet die diesjährige Tour am 26. Oktober in Nürnberg. An Bord gelten Abstands- und Hygieneregeln sowie Maskenpflicht. In Bremerhaven ist das grüne Schiff dann im Neuen Hafen, Ostseite täglich von 10 bis 19.00 Uhr zu besichtigen.

Die Ausstellung wird für Besucherinnen und Besucher ab zwölf Jahren empfohlen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist aufgrund der Coronavirus-Pandemie erforderlich.


Tourstart am 5. Juni in Hamburg, Foto Wissenschaft im Dialog


Dabei tourt das Ausstellungsschiff im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durch Deutschland. In der Ausstellung im Bauch des umgebauten Frachtschiffs lassen sich viele Facetten der Bioökonomie an rund 30 interaktiven Exponaten entdecken. Zum Beispiel Waschmittel, Medikamente und Kosmetika aus Pilzen, T-Shirts aus Holz oder Insekten als Proteinlieferant. Auch ethische und politische Aspekte beleuchtet die Ausstellung: Welchen Zielkonflikten muss die Politik sich stellen, wenn beispielsweise Kraftstoffe und Nahrungsmittel um Ackerfläche konkurrieren? Wie nachhaltig sind Biokraftstoffe? Und welche Chancen und Risiken gehen mit neuen Methoden der Pflanzenzüchtung einher?


Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, sagte anlässlich des Tourstarts: „Der Klimawandel ist die größte Herausforderung für die Menschheit. Entschlossener Klimaschutz ist notwendig, damit die Menschen auch in den nächsten Generationen gut leben können. Wir müssen unsere Welt erhalten. Die Bioökonomie ist ein wesentlicher Baustein dafür. Sie hilft uns, uns vom fortwährenden Ressourcenverbrauch zu verabschieden und zu einer klimafreundlichen Kreislaufwirtschaft zu kommen. In der Bioökonomie stecken auch die Arbeitsplätze von morgen.


Ich freue mich sehr, dass die „MS Wissenschaft“ endlich wieder ihre Fahrt aufnehmen kann und die Ergebnisse unserer Forschung zur Bioökonomie dorthin bringt, wo sie hingehören: Zu den Menschen im Land. Forschung und Wissenschaft lassen sich hier hautnah erleben. Lassen Sie sich von den Möglichkeiten der Bioökonomie faszinieren. Sie sind schon heute wesentlich größer als viele denken. Ich lade herzlich dazu ein, sich die Ausstellung auf der MS Wissenschaft anzusehen – es lohnt sich!“


Markus Weißkopf, Geschäftsführer von Wissenschaft im Dialog (WiD) erklärte: „Auf der MS Wissenschaft wird Bioökonomie als nachhaltige Wirtschaftsweise anschaulich und spannend erzählt. Besucherinnen und Besucher bekommen einen Einblick in wissenschaftliche Methoden und in die aktuelle Arbeit und Erkenntnisse von Forschenden: Algen, Insekten und In-vitro-Fleisch könnten helfen, die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Kunststoffe aus Pflanzen könnten dazu beitragen, umweltschädliches Plastik aus unserem Alltag zu verbannen. Und mancher Biomüll – Reststoffe vom Chicorée beispielsweise – kann zu Kleidung verarbeitet werden. Alle, denen Umwelt und Klima am Herzen liegen, finden in dieser Ausstellung aktuelle Anregungen aus der Forschung – auch für den eigenen Alltag.“

Hinter der 102 Meter langen „MS Wissenschaft“ versteckt sich das 1969 erbaute Binnenschiff „Jenny“. Nach einem Verkauf in die Niederlande wurde es im Jahr 1987 von Karin und Albrecht Scheubner gekauft. Dem findigen Eigner- und Kapitänsehepaar verdankt sie, dass sie zum Ausstellungs- und Eventschiff umgebaut wurde. Seit 2020 steht Andreas Schüll am Steuer.


Angetrieben wird das Binnenschiff, das über eine Ladekapazität von 1.919 Tonnen verfügt, von einem Mitsubishi-Motor mit eingebautem SCR-Katalysator, der Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2) bis über 90 % zu Stickstoff (N2) und Wasser (H2O) umwandelt.

Schon seit 2016 nutzt das Binnenschiff für die Dieselmotoren und -aggregate GtL-Treibstoff - und war damit das erste Schiff in Deutschland. Der aus Erdgas hergestellt GtL-Treibstoff (Gas to Liquid) besitzt physikalische Eigenschaften, die im Großen und Ganzen denjenigen von herkömmlichem Dieselkraftstoff entsprechen. Allerdings ist die Umweltverträglichkeit von GtL-Kraftstoffen wesentlich besser: Sie sind schwefelfrei und enthalten weder organischen Stickstoff noch aromatische Kohlenwasserstoff-Verbindungen. Letzteres führt auch zu einem wesentlich geringeren Ruß-Ausstoß. Zudem sind sie so gut wie geruchsneutral. Gleichzeitig sind die Effizienzwerte des Treibstoffes sehr gut.

Weiterhin versorgt seit 2020 eine Photovoltaikanlage an Deck die Ausstellung mit 35 kWh und macht sie an sonnigen Tagen unabhängig von Strom aus den Generatoren.

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