• Christian Eckardt

Bei der Meyer Werft stehen rund 1.800 Arbeitsplätze auf dem Spiel!


Trübe Aussichten bei der Meyer Werft: Statt drei sollen zukünftig nur noch zwei Kreuzfahrtschiffe jährlich, hier der jüngste Neubau, die ODYSSEY OF THE SEAS, die Werft verlassen. Foto Christian Eckardt


Andererseits sollen gemeinsame Lösungen rund 3900 Arbeitsplätze retten

Die neuen Verhandlungen zwischen Betriebsrat, Gewerkschaft und der Geschäftsleitung der Meyer Werft in Papenburg zur Lösung der Corona-Krise wurden nach rund einem Tag von Seiten der Gewerkschaft und des Betriebsrats unterbrochen. Erst Ende November haben sich die Unternehmensleitung der Werft sowie Gewerkschaft und Betriebsrat unter Moderation des Landes Niedersachsen auf ein erstes Lösungs-Paket verständigt, das jetzt im Detail weiter verhandelt werden sollte. Wie die Werft jetzt mitteilte, ist man dort fest davon überzeugt ein Ergebnis bis Ende März zu erreichen, damit alle Klarheit für die Zukunft haben.

Am Standort Papenburg arbeiten derzeit rund 4.500 Beschäftigte. Aufgrund der 40%igen Reduzierung der Arbeitsleistung in den nächsten Jahren durch die Corona-Krise würden bei linearer Betrachtung 1.800 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Die Geschäftsleitung ist zuversichtlich, einen großen Teil dieser Arbeitsplätze zu retten, wenn man intelligente Konzepte mit dem Betriebsrat vereinbaren könnte.

Die IG Metall und der Betriebsrat hatten die Gespräche mit dem Hinweis abgebrochen, dass in diversen Zukunftsszenarien der Werft bestimmte Zahlen für einen Personalabbau enthalten wären. Die Geschäftsleitung versucht gemeinsam intelligente Lösungen und Einsparungen zu erarbeiten, um so wenige Kündigungen wie möglich aussprechen zu müssen. Denn mit jedem Mitarbeiter, der uns verlassen muss, verlieren wir wichtiges Know-how. „Wir haben gute Chancen, den Standort insgesamt zu sichern, wenn wir zeitnah richtig und gemeinsam handeln“, so Thomas Weigend, Geschäftsführer der Meyer Werft.

Der Betriebsrat der Meyer Werft lehnt Kündigungen ab. Sein Chef Nico Bloem kritisiert, dass die Werft noch immer einen Teil der Arbeit an Werkvertragsfirmen auslagere. Die Stammbelegschaft sei stattdessen in Kurzarbeit.

Update:

Hier ein Video vom Betriebsrat Nico Bloem zur aktuellen Situation:

https://www.facebook.com/nico.bloem.3/videos/3650377008365496

Erst Ende November wurde eine Beschäftigungsgarantie bis zum 30. Juni 2021 beschlossen. Diese war gekoppelt an den Verzicht auf Sonderzahlungen und die Wiederaufnahme der Verhandlungen zu einem Zukunftstarifvertrages 2021-25 mit dem Ziel, diesen bis zum 31. März 2021 abzuschließen. Bis zum 31. Januar 2021 sollten Verhandlungen abgeschlossen sein, die das Verhältnis zwischen Stammbelegschaft und Lieferanten klären. Dazu wurde eine neutrale Untersuchung zum Einsatz von Werkverträgen vereinbart.

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