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  • AutorenbildChristian Eckardt

Bremerhavener Nordschleuse für reguläre Wartungsarbeiten bis Anfang Juli gesperrt


Für den Austausch der Unterwagen müssen Oberwagen und Schleusentor entfernt werden Schleusensanierungen in Bremerhaven sind derzeit ein aktueller Arbeitsschwerpunkt bei der Hafengesellschaft Bremenports. Nachdem in den vergangenen Wochen das Binnenhaupt der Kaiserschleuse erfolgreich saniert wurde, erfolgen derzeit, seit längerer Zeit schon geplante, Sanierungsarbeiten an dem Unterwagen am Binnenhaupt der Nordschleuse. Diese ist hierfür schon seit dem letzten Sonntag (25.6.) für die Schifffahrt gesperrt, doch steht hierfür für den Zugang von der Weser zum Kaiserhafen und dem Nordhafen nun die vollständig sanierte Kaiserschleuse zur Verfügung. Die Nordschleuse verfügt beim Außen- als auch beim Binnenhaupt über zwei baugleiche Schiebetore. Diese Tore sind 47,2 Meter lang, 19,50 Meter hoch und 8,9 Meter breit und haben ein Gewicht von rund 1.100 Tonnen. Das gewaltige Tor wird dabei auf einem auf dem Grund der Schleuseneinfahrt befindlichen Schienensystem mittels Unterwagen und einem oben in der Torkammer befindlichen Oberwagen bewegt. Der Unterwagen muss ständig hohen mechanischen Belastungen standhalten, da sich dieser ständig im Wasser befindet und im Schlick läuft. „Der Schlick wirkt dann auf Dauer wie Schmirgelpapier“ erläutert Bremenports-Ingenieur Lutz Jankowsky, Leiter Technische Anlagen, vor Ort. Somit müssen die Unterwagen alle sieben bis acht Jahre für Wartungsarbeiten vor allem an den Stahlrädern überholt werden. Der bereitstehende Reserveunterwagen wird dann für die schnelle Funktionstüchtigkeit der Schleuse wieder installiert. Um aber den Unterwagen zu wechseln, musste zunächst der rund 45 Tonnen schwere Oberwagen mit Hilfe eines Schwimmkrans entfernt werden. Dieser wird auf dem Betriebshof von Bremenports an der Bückingstraße nun überholt. „Alle Arbeiten im Zusammenhang mit dem Austausch der Ober- und Unterwagen erfolgen mit eigenen technischen Mitarbeitern“ erläutert Jankowski. Gearbeitet wird in zwei Schichten, um die Funktionsfähigkeit der Nordschleuse schnell wiederherzustellen. Jedes Team besteht aus rund 10 routinierten Mitarbeitern, bei dem jeder Handgriff sitzt. Nach derzeitiger Planung soll in der Nacht vom 28. auf den 29. Juni, wenn das Binnenhaupt aus der Torkammer ausgeschwommen ist, der Unterwagenwechsel mit Tauchern von Bremenports erfolgten, bei dem dann auch wieder Schwimmkräne zum Einsatz kommen. Wenn alles planmäßig erfolgt, soll die Nordschleuse am 6. Juli für die Schifffahrt wieder freigegeben werden. Für den Spätsommer ist dann noch ein regulärer Austausch des Unterwagens am Außenhaupt der Nordschleuse geplant, dort wird dann der jetzt ausgebaute und dann wieder instandgesetzte Unterwagen dort eingebaut. „Diese großen Baumaßnahmen sind für die Hafenunterhaltung eine große Herausforderung“, erklärte bremenports-Geschäftsführer Robert Howe kürzlich. „Wir wollen mit umfangreichen Vorplanungen sicherstellen, dass die Einschränkungen für die Schifffahrt möglichst gering bleiben und die Häfen auch während dieser Arbeiten uneingeschränkt erreichbar bleiben.“ Die mittlerweile 92 Jahre alte Nordschleuse mit einer Länge von 372 Meter, einer Durchfahrtsbreite von 45 Meter und einer Drempeltiefe von 14,64 unter mittlerem Hochwasser war zur Bauzeit die zweitgrößte Schleuse der Welt und verrichtet seit der Indienststellung am 10. August 1932 mit der ersten Schleusung des Passagierdampfers „Bremen“ des Norddeutschen Lloyd zuverlässig ihren Dienst. Noch heute ist die Schleuse von elementarer Bedeutung für den Hafenbetrieb hinter der Schleuse, wo sich Werftbetriebe aber auch das wichtige BLG Autoterminal befindet. Im Mai 2020 wurde die Nordschleuse mit dem Titel „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ geehrt. Diese soll, durch die regulären Wartungen durch Bremenports, auch noch viele weitere Jahre in Betrieb bleiben, denn die damals verwandte Technik hat sich über Jahrzehnte bewährt, wenn auch heute mehr Steuer- und Überwachungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. „Ich würde die Schleuse heute von der Bauweise nicht anders bauen“ resümiert Jankowski über die bauliche Leistung seiner beruflichen Vorgänger und Planer vor über 90 Jahren.

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