• Christian Eckardt

Elbferry zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel meldet Insolvenz an



Rund ein dreiviertel Jahr nach Inbetriebnahme der neuen Elbefähre zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven hat der Betreiber, die Elbferry GmbH & Co. KG, Insolvenz angemeldet. Der Antrag sei am Montag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit am Amtsgericht Cuxhaven gestellt worden, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter, Berend Böhme, am Dienstag.

Der Fährbetrieb vom Anleger am Steubenhöft werde aber zunächst ohne Einschränkungen aufrechterhalten, erklärte der Geschäftsführer der Elbferry GmbH & Co. KG, Heinrich Ahlers. Die 53 Beschäftigten seien am Dienstag über die Lage informiert worden. Als Grund für den Insolvenzantrag nannte Heinrich Ahlers, dass die erhofften Corona-Hilfen ausgeblieben seien. Am Freitag habe die Härtefallkommission in Schleswig-Holstein einen abschlägigen Bescheid erteilt.


Am 1. März 2021 startete das 14 Jahre alte Fährschiff „Greenferry I", das täglich im Drei-Stunden-Takt zwischen Brunsbüttel in Schleswig-Holstein und Cuxhaven in Niedersachsen verkehrte. Wegen der Corona-Beschränkungen war das Geschäft zu Ostern und Pfingsten nicht so wie von den Betreibern erhofft angelaufen. Ahlers sagte, als der Betrieb Ende 2020 geplant worden sei, sei nicht abzusehen gewesen, dass im Frühjahr 2021 keine volle Auslastung auf der Fähre möglich sein werde.


Der vorläufige Insolvenzverwalter Böhme betonte, die Sommermonate seien mit Gewinn abgeschlossen worden: "Die Fähre ist sehr positiv angenommen worden." Der vorläufige Insolvenzverwalter sagte, er werde die Politik zu einem runden Tisch einladen. "Der Fährbetrieb ist ein Beitrag zur öffentlichen Daseinsvorsorge", betonte er. Die Politik müsse daher ein Interesse daran haben, die Fährverbindung aufrechtzuerhalten. Auf der 130 Meter langen, mit Flüssigerdgas (LNG) betriebenen Fähre haben 150 Autos, 28 Lastwagen im Ober und Unterdeck sowie 600 Personen Platz. Die Fährgesellschaft Elbferry GmbH hatte die LNG-Fähre, die zuletzt unter dem Namen „Fanafjord“ westlich von Stavanger verkehrte, für zunächst ein Jahr bareboat eingechartert.


Schon die letzten vorherigen Versuche einer Elbfährverbindung auf der Außenelbe waren nach kurzer Zeit gescheitert, der vorerst letzte Fährbetrieb wurde Ende 2017 eingestellt.

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