• Christian Eckardt

Erste Eurogate-Containerbrücke erreicht Hamburg


Liebherr-Brücken werden in Bremerhaven vormontiert

Am 27. März wurde die erste von insgesamt sechs neuen Containerbrücken für den Eurogate Container Terminal Hamburg angeliefert.





Im Zuge der Optimierung des Eurogate-Containerterminals in Hamburg CTH (Container Terminal Hamburg), werden dort auch neue Containerbrücken mit einer Auslegerlänge von 65,70 Meter installiert, die bei dem familiengeführten Unternehmen Liebherr bestellt wurden. Damit ist es möglich, Containerfrachter mit bis zu 24 Containerreihen zu überspannen. Die Hubhöhe unter dem Spreader liegt bei 70 Metern. Die Tragfähigkeit des Lastenaufnahme-Teils beträgt 66 Tonnen. Die Brücke hat ein Gewicht von 2.100 Tonnen. Da aber am Terminal in Hamburg nicht ausreichend Platz für die aufwendige Vormontage der Containerbrücken zur Verfügung steht, entschloss sich der Terminal-Dienstleister dazu, die Montage am Eurogate-Terminal in Bremerhaven durchführen zu lassen. Anschließend geht es für die Brücken auf dem Seeweg nach Hamburg.

Die Lieferung aller sechs Brücken soll – vorbehaltlich der weiteren Entwicklung der Corona-Epidemie - noch im ersten Halbjahr 2020 abgeschlossen werden. Die Inbetriebnahme ist aus heutiger Sicht für Anfang der zweiten Jahreshälfte 2020 geplant.

Mit diesen neuen Brücken stellt sich EUROGATE auf die immer größer werdenden Schiffe auch im Hamburger Hafen ein und investiert damit in die Zukunftsfähigkeit des Standortes.

In den letzten Wochen wurden nun die ersten zwei Containerbrücken an der Südspitze des Containerterminals 1 in Bremerhaven vollständig vormontiert. Die erste, rund 2.100 Tonnen schwere, knallrote Containerbrücke wurde anschließend vom Bauplatz auf den 122 Meter langen und 36 Meter breiten Schwerlastponton „Caroline“ des belgischen Spezial-Transportunternehmen Sarens mittels selbstfahrender Schwerlastmodule (SPMT) verfahren. Nach der notwendigen Ladungssicherung wurde die Barge, von Schleppern der Reederei Fairplay/Bugsier nach Hamburg überführt.


Die Anlieferung der meisten Baugruppen nach Bremerhaven erfolgt per Lkw-Schwerlast-Transport vom Werk Liebherr-MCCtec in Lubmin am Greifswalder Bodden. Mit der Durchführung dieser Aufgabe ist die Fachspedition TAS aus Coswig in Sachsen-Anhalt beauftragt. Dabei haben einige Baugruppen eine Länge von fast 58 Meter und wiegen bis zu 70 Tonnen. Die Schwertransporter von TAS dürfen aufgrund der extremen Länge dabei nur nachts mit Polizeibegleitung verkehre. Dabei wird die Strecke in zwei Etappen zurückgelegt. bei der Firma Liebherr in Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern gefertigt, sie sind allerdings auf ungewöhnlichem Weg unterwegs ans Ziel.


Auf der Straße geht es vom Montagewerk in Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern zunächst durch Schleswig-Holstein, an Hamburg vorbei und weiter über die A 1 und die A 27 durch Niedersachsen zum Eurogate-Terminal in Bremerhaven.


Innerhalb der Liebherr-Gruppe werden Container-Brücken traditionell im irischen Killarney gebaut. Jedoch wird seit 2007 von Liebherr die Fertigungsstätte in Lubmin, wo sich zu DDR-Zeiten ein Kernkraftwerk befand, schrittweise entwickelt. Inzwischen ist es der familiengeführten Firmen-Gruppe ist es in den zurückliegenden Jahren gelungen, in Europa für verschiedene Hafendienstleister Aufträge über Containerbrücken zu erhalten. So auch für die HHLA in Hamburg und ihren Terminal CTT oder bei North Sea Terminal (NTB) Bremerhaven, wo derzeit auch vier neue Liebherr-Brücken entstehen. Zudem erhielt Lieberr im September 2019 einen Auftrag von der MSC Gate Bremerhaven GmbH & Co. KG über zwei neue Containerbrücken, die bis Ende 2020 in Betrieb genommen werden sollen.

Liebherr-MCCtec hat von dem Eigentümer des ehemaligen Kernkraftwerkes „Kombinat Kernkraftwerke Bruno Leuschner“ , der Energiewerke Nord die ehemalige 980 Meter lange Maschinenhalle für die Produktion der Containerbrücken angemietet. Dabei handelt es sich bei der 1973 in Betrieb genommenen Halle um eine der größten Industriehallen Norddeutschlands.

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