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  • Christian Eckardt

Erster indonesischer Minenjäger von A&R geht auf Probefahrt



Fast genau vier Jahre nach Vertragsabschluss im Januar 2019 zwischen der deutschen Spezialwerft Abeking & Rasmussen (A&R) in Lemwerder sowie dem indonesischen Verteidigungsministerium über den Bau von zwei Hightech-Minenjägern erfolgte jetzt die erste Werftprobefahrt für die erste Einheit.



Die aktuell unter dem Werftnamen „Explorer I“ fahrende, zukünftige „Pulau Fani“, nahm jetzt von der Bauwerft an der Unterweser Kurs auf die Nordsee für eine erste Einstellungsfahrt. Ein Schwesterschiff, die „Pulau Fanildo“ befindet sich derzeit noch in der großen Schiffbauhalle der Werft. Schon im Oktober letzten Jahres wurden beide Einheiten schon auf der Werft getauft. Der Auftrag für die beiden 60 Meter langen und 12 Meter breiten Minenjäger hat ein Volumen von 204 Millionen US-Dollar (ca. 185 Millionen Euro) und beide sollen noch in diesem ersten Halbjahr an das indonesische Verteidigungsministerium übergeben werden.



Die beiden Schwesterschiffe werden zwei ältere, seinerzeit als Bestandsschiffe aus den Niederlanden erworbene, Minenabwehreinheiten der Pulau-Rengat-Klasse ersetzen. Das Design der 60-Meter-Schiffe geht auf die Frankenthal-Klasse der deutschen Marine zurück, die mit 12 Einheiten in den 1990er Jahre zur Flotte stieß. Diese wurden seinerzeit auf insgesamt drei Werften, Lürssen, Kröger Werft und Abeking & Rasmussen, erbaut, vier davon zwischen 1992 und 1998 von A&R.



Ein Minenjagdboot sucht den Meeresgrund mit einem Sonar im Vorausbereich nach verdächtigen Objekten ab. Diese werden dann entweder durch Taucher oder ferngesteuerte Unterwasserroboter (ROV) identifiziert und ggf. zerstört. Das Minenjagdboot kann dabei außerhalb des Gefahrenbereiches bleiben. Zur Ausrüstung der beiden aktuellen Aufträge wurden von der Werft bislang keine Details genannt. Es ist davon auszugehen, dass eine dem Stand der Technik entsprechende Sonaranlage sowie Drohnen zur Minenbekämpfung zur Ausrüstung gehören werden. Ähnlich zu den MCM-Missionssystemen, die auf der Frankenthal-Klasse der deutschen Marine eingesetzt werden, könnten auch Antiminen-Drohnen zur Ausrüstung gehören – sowie ein Vier-Meter-Schlauchboot (RHIB) für Interventionsaufgaben.


Für den Bau der beiden Boote wurde nicht-magnetisierbarer Stahl verwendet, wobei A&R als einige der wenigen Werften weltweit diesen Spezialstahl verarbeiten kann. Auch setzte A & R die moderne, selbst entwickelte 3D-Laserschweißanlage ein, bei der hochpräzise, besonders zuverlässige und belastbare Schweißnähte entstehen.


Zum Kreis der wichtigen Zulieferer gehört unter anderem auch MAN Energy Solutions SE. Der Motorenspezialist lieferte das komplette Hybrid-Antriebspaket, bestehend aus zwei MAN 12V175D-MM-Motoren mit einer Leistung von 2220 kW, einem MAN Alpha CPP-Doppelschrauben-Propellersystem mit Alphatronic 3000 Antriebssteuerung für effizientes und flexibles Manövrieren sowie ein AKA-Hybrid-PTI-System für geräuscharmen Betrieb bei der Minensuche (niedrige Geschwindigkeit mit reinem Elektroantrieb)

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