• Christian Eckardt

Fährschiff „Copenhagen“ wurde mit Rotorsegel nachgerüstet


Im Rostocker Überseehafen erhielt jetzt das Fährschiff „Copenhagen“ der Reederei Scandlines ein rund 30 Meter hohes Rotorsegel. Mit diesem Rotor von Norsepower Oy Ltd. soll die CO2-Emissionen um voraussichtlich vier bis fünf Prozent reduziert werden. Die Installation konnte innerhalb von nur wenigen Stunden während eines geplanten, nächtlichen Aufenthalts an Bord der Scandlines Hybridfähre erfolgreich durchgeführt werden. Die Hybridfähre „Copenhagen“, die mehrmals täglich zwischen Rostock und dem dänischen Hafen Gedser verkehrt, wurde nach einer sorgfältigen Planung mit einem Rotorsegel der Firma Norsepower nachgerüstet.


Norsepower gilt als eines der führenden Cleantech- und Ingenieurunternehmen sowie Vorreiter im Bereich der modernen Windantriebstechnologie Das 30 Meter hohe Rotorsegel mit einem Durchmesser von fünf Metern – mit dem sowohl neue Schiffe ausgestattet als auch vorhandene Schiffe nachgerüstet werden können – ist eine moderne Version eines Flettner-Rotors der bereits in den 20er Jahren durch den deutschen Erfinder Anton Flettner entwickelt wurde. Durch einen rotierenden Zylinder, dessen Technologie auf dem Magnus-Effekt basiert, wird das Schiff durch Windenergie vorangetrieben. Durch die Installation des Rotorsegels, der vierten von Norsepower erfolgreich durchgeführten Installationen, können die CO2-Emissionen um voraussichtlich vier bis fünf Prozent reduziert werden, ohne dabei die Geschwindigkeit und Reisezeit zu beeinträchtigen.


Der CEO von Norsepower erklärte zur Installation des Rotorsegels: „Wir sind hocherfreut darüber, die jüngst erfolgreich abgeschlossene Installation des Rotorsegels bekanntgeben zu können, die zeigt, dass die Nachrüstung ohne längere Unterbrechungen oder Ausfälle des täglichen Betriebs durchgeführt werden kann. Scandlines kann beachtliche Erfolge bei der Investition in neue, saubere Technologien vorweisen, die die CO2-Emissionen ihrer Flotte reduzieren. Die Hinzufügung des Norsepower Rotorsegels macht die „Copenhagen“ zu einer der energieeffizientesten Fähren weltweit.“ „Mit dem zunehmenden internationalen regulatorischen und öffentlichen Druck auf die maritime Industrie zur Reduzierung der CO2-Emissionen ist es wichtig, dass die Branche den Wert einer der ältesten Antriebsformen erkennt – den Wert des Windes. Der Markt für Windantrieb wächst, und diese Installation verdeutlicht, wie die Kombination aller Optimierungsverfahren von Schiffen der Schlüssel zu umfassenderem Fortschritt ist.“

Scandlines‘ CEO, Søren Poulsgaard Jensen, fügt hinzu: „Wir sehen einen enormen Wert in Investitionen in Technologien, die das Ziel haben, CO2-Emissionen zu reduzieren. Die Zusammenarbeit mit Norsepower an dieser innovativen Lösung hat unsere Werte und Ziele in Bezug auf nachhaltige Schifffahrt ideal ergänzt. Auf unserer modernen Hybridfähre wird diese Lösung die hydrodynamische Optimierung des Schiffsrumpfes und einen elektrischen Hybridantrieb mit einem batteriebetriebenen Energiespeichersystem ergänzen und nicht nur unsere Effizienz, sondern auch unsere Rentabilität verbessern. Wir freuen uns darauf, die unmittelbaren Vorteile dieser Technologie zu sehen.“ Das Rotorsegel ist die erste geprüfte und kommerziell funktionstüchtige Zusatz-Windantriebstechnologie der globalen maritimen Industrie. Die Lösung ist vollautomatisiert und erkennt, wenn der Wind stark genug ist, um Emissionseinsparungen zu bewirken, und startet das Rotorsegel automatisch.


Seit der Unternehmensgründung 2012 hat das finnische Cleantech- und Ingenieur Unternehmen Norsepower Oy Ltd. mehr als EUR 20 Mio. generiert und hat Rotorsegel an Bord von vier Schiffen installiert, einschließlich der letzten Installation an Bord der Scandlines Hybridfähre „Copenhagen“. So erhielt schon im November 2014 die RoRo-Fähre „Estraden“ der niederländischen Spliethoff Gruppe ein erstes Rotosegel, ein weiteres wurde im November 2015 nachgerüstet. Das Fährschiff „Viking Grace“ der finnischen Viking Line verkehrt nunmehr seit April 2018 m einem 24 Meter hohen Rotorsegel und auf dem Tanker „Maersk Pelican“ wurden im August 2018 zwei 30 Meter hohe Rotorsegeln installiert. Jede Installation hat dabei zu signifikanten Reduzierungen der Treibstoffkosten und der Emissionen geführt, von unabhängigen Gutachtern wie ABB, NAPA und Lloyd’s Register bestätigt. Andere Reedereien, Charterer und Werften konnten von den Vorteilen der Rotorsegel-Technologie überzeugt werden und arbeiten daran, die technische und wirtschaftliche Durchführbarkeit von Windantrieb in ihrer Flotte basierend auf diesen positiven Ergebnissen zu prüfen.


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