• Christian Eckardt

Fahrbühne der neuen Schwebefähre Rendsburg hat Fertigungshalle in Brake verlassen


Foto: Hermann Maschinenbautechnologie, Weiden


Für die Fertigung der Rekonstruktion der Fahrbühne für die Schwebefähre Rendsburg steht der nächste Arbeitsschritt an, die Applikation des Korrosionsschutzanstriches.

Wie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Kiel-Holtenau jetzt mitteilte hat vor ein paar Tagen die Stahlkonstruktion der Fahrbühne die Fertigungshalle bei der Fa. Hermann Maschinenbautechnologie auf dem Gelände der ehemaligen Lühring-Werft in Brake verlassen.



Mit dem vorhandenen Hallenkran wurde die Konstruktion auf zwei Tieflader gehoben. Außerhalb der Halle übernahm dann ein 400 to Autokran die Last und setzte die Fahrbühne am so genannten „Arbeitsplatz Korrosionsschutz“ vor der Fertigungshalle ab. „Die Fahrbühne muss am neuen Arbeitsplatz zunächst eingerüstet und staubdicht verpackt werden. Erst dann können die staubintensiven Sandstrahlarbeiten zur Entrostung und Säuberung der Stahloberflächen beginnen. Eine gut vorbereitete Stahloberfläche ist unbedingt erforderlich, damit die folgenden Farbanstriche auch gut haften“, erklärte nun ein Vertreter des WSA Kiel-Holtenau.


Die Applikation des Korrosionsschutzanstriches erfolgt mit vier aufeinander folgenden Anstrichen. Das Korrosionsschutzsystem soll die Fahrbühne mindestens die nächsten 20 bis 25 Jahren vor Korrosion schützen. Während die Arbeiten vor der Halle der Herstellung der Fahrbühne gelten, werden in der Halle Vorbereitungen zur Fertigung des Fahrwagens getroffen.


Alle Beteiligten hoffen, das Ziel einer Inbetriebnahme der neuen Schwebefähre im Sommer 2021 nicht aufgeben zu müssen.


Am 8.1.2016 sind auf dem Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg ein Frachter (Evert Prahm) und die Schwebefähre zusammengestoßen. Der Fährführer wurde schwer, ein Passagier leicht verletzt. Was mit der alten, stark beschädigten Fähre passieren wird, die nach wie vor auf dem WSV-Bauhof in Rendsburg liegt, ist weiterhin unklar. Hier gibt es immer noch keine konkreten Vorschläge.


Seit 100 Jahren wird bei der Fa. Hermann in Brake wieder eine Schwebefähre gebaut. Weltweit sind mittlerweile nur noch sieben andere in Betrieb. Eine besondere Herausforderung bei der Konstruktion ist, dass die 113 Jahre alte Schwebefähre unter Denkmalschutz stand, daher muss die Nachfolgerin ein gleiches Erscheinungsbild aufweisen. Und auch an den grundsätzlichen Abmessungen wird sich nicht viel ändern. Die 14 Meter lange und sechs Meter breite Bühne wiegt 45 Tonnen und bietet Platz für vier Autos oder 100 Passagiere. Der 40 Tonnen schwere Oberwagen rollt unterhalb der Eisenbahnhochbrücke und trägt die Bühne. Das WSA forderte eine neue Schwebefähre, die „im Detail optimal durchgeplant“ sein sollte, dabei gelte „Qualität vor Schnelligkeit“.


Die Firma Hermann erstellte deshalb umfangreiche Pläne, die mit der Behörde abgestimmt wurden. Hermann fungiert mit 200 Mitarbeitern als Generalunternehmer und liefert neben dem Stahlbau auch den Maschinenbau, die Elektro- und die Nachrichtentechnik. In Weiden werden die Segmente der Schwebefähre vorgefertigt und dann per Lkw zum neuen Standort nach Brake-Oberhammelwarden (ehemalige Lühring-Werft) gebracht. Hier soll die neue Schwebefähre zusammengesetzt und mithilfe eines Schwimmpontons zum Aufbau nach Rendsburg gebracht werden.

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