• Christian Eckardt

Fassmer-Neubau „Atair“ startet Montag von Bremerhaven zur nächsten Probefahrt

Aktualisiert: Aug 3



Nach einer Abschlussdockung bei der Bredo-Werft in Bremerhaven, startet am Montag 3. August das neue, 75 Meter lange und 16,8 Meter breite Forschungsschiff „Atair“ des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) zu einer vermutlich letzten mehrtägigen Probefahrt unter der Flagge der Bauwerft. Der rund 114 Millionen Euro teure Neubau der Fassmer-Werft wird dabei zunächst Kurs auf die Deutsche Bucht und anschließend in Richtung Norwegen fahren. Dabei werden letzte Tests durchgeführt und die Beurteilung von SilentAir-Messungen sowie die Funktionsprüfungen der Tiefwasserwinden erfolgen.


Nach derzeitiger Planung geht das BSH davon aus, dass der bislang größte Neubau nach seiner Rückkehr und der Erledigung von Restarbeiten dann bis Ende August abgeliefert werden kann. Die in Hamburg beheimatete „Atair“ wird später unter anderem zur Seevermessung, Wracksuche und Forschung vom Basishafen Bremerhaven aus eingesetzt. An Bord ist Platz für 18 Besatzungsmitglieder sowie 15 Wissenschaftler.

Vor der Dockung bei der Bredo-Werft in Bremerhaven wurde die mit Flüssigerdgas (LNG) betriebene „Atair“ bei der Fassmer Werft in Berne auch erstmals per Tanklaster vom finnischen Energieunternehmen Gasum betrankt. Der finnische Energiekonzern Gasum hat diese erstmalig in Deutschland durchgeführte Lkw-zu-Schiff Bebunkerung mit LNG verantwortet. Jacob Granqvist, Verkaufsdirektor von Gasum, LNG Maritime, erklärte hierzu: "Unsere erste LNG-Bebunkerung mit Lastkraftwagen in Deutschland war ein großer Erfolg, und wir sind stolz darauf, dass wir die Fassmer-Werft bei diesem sehr wichtigen Neubauprojekt unterstützen können."


Im Februar dieses Jahres wurde die „Atair“ erstmalig von Nauticor mit LNG beliefert worden. Die Linde-Tochtergesellschaft war Ende 2019 mit dem Ausstieg von Linde aus dem LNG-Geschäft an den finnischen Staatskonzern Gasum verkauft worden.

Die neue „Atair“ gilt weltweit als erstes Hochsee-Behördenschiff, dass mit Flüssigerdgas betrieben wird. Das Schiff ist mit einem 130 Kubikmeter fassenden LNG-Tank ausgerüstet. Mit dieser Menge kann das bis zu 13 Knoten schnelle Schiff, abhängig von der Geschwindigkeit, bis zu 10 Tage ausschließlich im LNG-Betrieb verkehren. Das Schiff verfügt über einen diesel-gaselektrischen Antrieb. Für die Stromerzeugung stehen zwei Wärtsilä Sechszylinder-Dual-Fuel-Motoren vom Typ 6L20 DF mit einer Leistung von jeweils 960 kW zur Verfügung. Dabei können die beiden Wärtsilä-Motoren sowohl mit dem emissionsarmen Flüssigerdgas (LNG) als auch mit Dieselkraftstoff betrieben werden. Der erzeugte Strom wird für den Antrieb für den siebenblättrigen Propeller benötigt. Die Entscheidung, die „Atair“ mit LNG-Motoren als auch mit einem dieselelektrischen Antrieb auszurüsten, wurde getroffen, weil so die Unterwassergeräusche des Schiffes reduziert werden konnten und bietet optimale Bedingungen für die wissenschaftlichen Arbeiten.

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