• Christian Eckardt

FTI Cruises stellt Betrieb mit deutschsprachigen Kreuzfahrtschiff „Berlin“ ein


Ungewisse Zukunft für 40 Jahre altes TV-Traumschiff


Nachdem bereits die beiden Kreuzfahrtgesellschaften CMV und Pullmantur in den vergangenen Wochen die Aktivitäten streichen mussten, kündigt nun auch die Touristikgruppe FTI in München an, dass man einige der Tochterunternehmen aus Kostensparmaßnahmen schließen und Personal abbauen werde. Davon betroffen ist auch FTI Cruises, die seit nunmehr acht Jahren die vor 40 Jahren in Kiel erbaute „Berlin“ einsetzte.


Aufgrund der Auswirkungen der Coronakrise werde bei FTI eine Restrukturierung und eine »Verschlankung« des Unternehmens nun umgesetzt. Rund 20% der zuletzt 1.800 Stellen sollen gestrichen werden, dazu gehört neben der Kreuzfahrtsparte auch LAL-Sprachreisen und das Flugportal Fly.de betroffen. "Weil wir mittlerweile damit rechnen müssen, dass sich die gesamte Branche nur sehr langsam normalisieren wird, ist eine Restrukturierung verbunden mit der Entscheidung zur Verschlankung unseres Unternehmens – was wir bislang mit aller Macht zu umgehen versucht haben – leider unvermeidbar", erklärte jetzt Unternehmenschef und Gründer Dietmar Gunz.


Das Kreuzfahrtschiff „Berlin“ entstand unter der Baunummer 163 für die Reederei Peter Deilmann auf der HDW-Werft in Kiel und kam am 27. Juni 1980 unter deutscher Flagge für weltweite Kreuzfahrten in Fahrt. Nach einer Verlängerung um 16,8 Meter bei Nobsikrug in Rendsburg im Jahr 1986 ist die „Berlin“ nun 139,3 Meter lang. In der Zeit von 1986 bis 1998 diente das Schiff als Kulisse für die beliebte ZDF-Fernsehserie „Das Traumschiff“. Nach 2004 wechselte das Schiff zunächst als „Spirit of Adventure“ nach Großbritannien zu Saga Cruises, bevor es im August 2011 von der FTI Group gekauft wurde. In den vergangen Jahren machte die "Berlin" mehrfach in Bremerhaven fest, aufgrund der Größe und des geringen Tiefgangs sogar an der Seebäderkaje in mitten der Havenwelten.


Wie die Zukunft der „Berlin“ aussieht ist fraglich, wobei aufgrund des Alters des Schiffes eine Verschrottung absehbar sein wird. Seit Mai 2012 kreuzte das Flaggschiff von FTI Cruises zunächst als „FTI Berlin“ durch die Meere, später, nach Beilegung eines Namesstreits“ fuhr es dann wieder unter dem Baunamen „Berlin“ . Das Schiff bietet rund 400 Passagieren in 210 Kabinen Platz an Bord. Es verfügt über zwei Restaurants (Hauptrestaurant sowie Buffet-Restaurant „Verandah” mit Innen- und Außenbereich), die Yachtclub-Bar, die großzügige Sirocco-Lounge und die Berlin-Lounge am Sonnendeck. Zur Ausstattung gehört ebenso ein kleiner Außenpool mit Dusche. Dazu gibt es das Berlin-Spa&Gym mit Fitnessgeräten, einen Sauna- und Relaxbereich auf dem D-Deck. Die große Bibliothek mit Internetcorner auf dem Promenaden-Deck runden das Angebot ab. Zusätzlich werden auch Friseur, Massagen und Schönheitsbehandlungen angeboten.

0174-3707093

©2020 weser-maritime-news. Erstellt mit Wix.com