• Christian Eckardt

Großreederei MSC ist nun auch im Schleppgeschäft tätig



Leistungsstarker ASD-Schlepperneubau in Bremerhaven eingetroffen

Die Mediterranean Shipping Company (MSC), unter anderem weltweit zweitgrößte Containerschiffsreederei, ist zum Anfang des Jahres auch im Schleppgeschäft in Europa eingestiegen. Bereits im Sommer nahm das neu gegründete Tochterunternehmen Med Tug zunächst in Antwerpen das Hafenschleppgeschäft auf. Nun wird das Geschäftsfeld offensichtlich auch nach Norddeutschland weiter ausgerichtet. So traf jetzt in Bremerhaven der ASD-Schlepperneubau „Med Pollux“ ein, der erst in diesem Jahr von der Damen Shipyard Group auf der Damen Song Cam Werft in Vietnam abgeliefert wurde. Diese Werft liefert insgesamt drei Schlepper dieses Typs für Med Tug. Neben der „Med Pollux“ sind dies auch die schon ausgelieferte „Med Temine“, die im italienischen Hafen Gioia Tauro beschäftigt wird, und die „Med Vega“ die sich derzeit auf der Überführungsreise aus Südostasien nach Europa im Suez-Kanal befindet.



Von MSC gab es bislang keine Auskünfte über die zukünftige Einsatzplanung der „Med Pollux“ in Norddeutschland. Bereits im Juli wurde im Handelsregister die Gesellschaft Med Tug Germany GmbH mit Sitz in Bremerhaven eingetragen.


Die 27,6 Meter langen Schlepper vom Typ ASD Tug 2813 sind mit zwei Caterpillar-Hauptmaschinen ausgestattet und verfügen mit einer Maschinenleistung von zusammen 5050 kW über einen Pfahlzug von 83 Tonnen und sind damit mit die stärksten ihrer Klasse. In Antwerpen kommen zudem für Med Tug neben der 2020 erbauten „Med Castor“ (ASD Tug 2813, ex „Orlando Onorato“) auch die bereits 2014 erbauten „Med Polaris“ (ASD Tug 2810) und „Med Polaris“ zum Einsatz, ehemalige Hybridschlepper, die vor dem Einsatz bei Med Tug rückgebaut wurden.



Wo die sich derzeit im Zulauf nach Nordeuropa befindliche „Med Vega“ dann eingesetzt werden soll, ist bislang noch nicht bekannt. Im Sommer war in Hafenkreisen noch die Rede davon, dass bei Med Tug auch eine Ausweitung auf Rotterdam in Planung sei, hiervon ist derzeit nichts mehr zu hören.


Damit drängt die im Besitz der Familie Aponte befindliche Großreederei MSC in einen neuen Geschäftsbereich vor. Doch auch der Branchenprimus, die dänische Maersk Reederei bedient schon seit ein paar Jahren seine Containerschiffe in vielen Häfen mit Schleppern der Konzerntochter Svitzer, die weltweit über 440 Schlepper einsetzt.



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