• Christian Eckardt

Kühlhaus-Kapazität wird im Bremerhavener Fischereihafen erheblich erweitert



Drei alte Stückgutkrane bei Nordfrost werden nun abgerissen


Der international tätige Tiefkühllogistiker Nordfrost investiert in sein Bremerhavener Tiefkühlhaus und wird dort über 12.000 zusätzliche Palettenstellplätze schaffen. Nach Abschluss der aktuell noch laufenden Abbruchmaßnahmen soll anschließend mit dem Neubau am Kühlhauskai direkt im Bremerhavener Fischereihafen begonnen werden. Für den geplanten Neubau wurde in den letzten Wochen aber zunächst der alte traditionelle Mitteltrakt mit der roten Klinkerfassade aus den 60er Jahren abgerissen, der seinerzeit noch von Friedrich Karl Busse errichtet wurde. Das Abbruchmaterial wurde vor Ort vorsortiert, die mineralischen Abfälle wurden sogleich von dem Abbruchunternehmen geschreddert, um dieses Material in der Bauindustrie dann wieder zu verwenden.


Der Tiefkühllogistiker Nordfrost, der mit seiner Europa-Zentrale im friesischen Schortens ansässig ist, hatte das Bremerhavener Tiefkühlhaus im Jahre 2001 im Rahmen einer Firmenakquisition zusammen mit acht weiteren, bundesweit platzierten Tiefkühlhäusern von der damaligen Frigoscandia Deutschland erworben.


Der Mitteltrakt des alten Gebäudekomplexes bestand bis zuletzt aus einem altertümlichen Etagen-Kühlhaus, das mit seiner Bauhöhe über die rechts- und linksseitig daran anschließenden, jüngeren Bauteile hinausragt. Die oberen Stockwerke dieses ältesten und größten Teils des Objektes waren über Fahrstühle zu erreichen, die für die heutige Zeit nicht mehr einfach zu bedienen waren. Der große und auch imposante Baukörper war somit nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben, weshalb sich Nordfrost schon vor ein paar Jahren dazu entschlossen hatte, diesen Mittelteil des Kühlhauses abzureißen und durch einen modernen Neubau zu ersetzen. Dadurch ist es möglich, die gesamte Kapazität in Bremerhaven an gleicher Stelle auf dann 28.000 Plätze zu erhöhen. Im Rahmen der Baumaßnahme wird auch eine neue Kälteanlage errichtet werden, die den ganzen Standort mit Kälte versorgen und energetisch aufwerten wird.


Der nach Firmenangaben rund 14 Millionen Euro teure Umbau bedeutet ein Bekenntnis des Unternehmens zum Standort Bremerhaven und die langfristige Standortsicherung für die 30 bisherigen und zusätzlichen Mitarbeiter, wobei von bis zu 20 neuen Beschäftigten die Rede ist.


Im Zusammenhang mit dem Rückbau des Backstein-Mitteltraktes werden nun auch die drei auf der Pier befindlichen grünen Stückgutkrane verschrottet. Diese schon seit mehr als 15 Jahren nicht mehr genutzten Krane sind inzwischen über 60 Jahre alt und hatten nur eine sehr geringe Hebefähigkeit von 2,5 bis 3 Tonnen. Gebaut zwischen 1956 und 1959 von MAN und Kampnagel in Hamburg, wurden mit Ihnen seinerzeit die Fischdampfer direkt vor dem Kühlhaus entladen. Die Frostware wurde dann auf den vorgebauten Balkonen des alten Etagen-Kühlhauses abgesetzt, und von dort wurde die Ware dann im Kühlhaus verstaut.

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