• Christian Eckardt

Lürssen wird überdachtes Schwimmdock 10 für zwei Jahre von der Elbe an die Weser verholen


Das 290 Meter lange Schwimmdock Dock 10 der zur Lürssen-Gruppe gehörenden Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss wird demnächst an die Unterweser verholt. Ab Januar 2021 soll das Schwimmdock, das mit einem 13 Millionen Euro teuren textilen Dach ausgerüstet werden soll, am Lürssen-Standort Berne-Warfleth, (ehemalige Roland-Werft) liegen. Darin soll dann das neue Yachtprojekt „Opera“ entstehen, über das es bislang nur wenige Informationen gibt. Der Umzug nach Berne ist für Lürssen nicht ganz freiwillig, denn der Auftraggeber der Yacht wünscht sich, dass diese am Unterweser-Standort fertig gestellt wird.


Damit das größte überdachte Schwimmdock in Europa überhaupt Platz in Berne findet, muss zunächst das dort befindliche Schwimmdock 3 verlegt werden. Dieses Schwimmdock soll zur Neuen Jadewerft nach Wilhelmshaven überführt werden. Bei diesem Schwimmdock mit einer Tragfähigkeit von 7500 Tonnen handelt es sich um das ehemalige Marine-Schwimmdock 3 aus Wilhelmshaven, das 1960 bei der HDW-Werft in Hamburg gebaut wurde. Die Lürssen-Gruppe erwarb die Anlage 2011 über die Verwertungsgesellschaft Vebeg zu einem nicht genannten Preis. Das 169 Meter lange und 30 Meter breite Schwimmdock wurde seinerzeit vor der Inbetriebnahme von der Lürssen Werft umfangreich überholtBevor jedoch nun das Schwimmdock 10 an die Weser kommt, müssen noch neue Dalben am Lürssen-Standort gerammt werden. Weiterhin will Lürssen auf dem Gelände eine Halle vergrößern sowie eine temporäre Lagerhalle aufstellen. In dem überdachten Schwimmdock wird dann bis zum Jahr 2022 der Yachtneubau „Opera“ komplettiert. Nach der Fertigstellung soll das 1966 erbaute Schwimmdock dann wieder an seinen ursprünglichen Platz bei Blohm + Voss in Hamburg, schräg gegenüber der Elbphilharmonie.

Die Hamburger Werft Blohm + Voss wurde 2016 durch die Lürssen-Gruppe aus Bremen übernommen.

Die geplante Hallenkonstruktion an dem Schwimmdock 10 wurde von dem beauftragten Stuttgarter Architekten Werner Sobek entworfen. Diese besteht an der Längsseite aus Fachwerkstützen, die abwechselnd nach innen und außen gedreht angeordnet sind. Durch die dazwischen gespannten und gekrümmten Flächen entsteht eine Faltung. Im mittleren Bereich der Nordfassade bietet eine transparente Membran eine Art Schaufenster für „Sehleute“. Unter dem Schutz der textilen Hülle können Neubauten wetterunabhängiger und zudem mit einem hohen Anteil an natürlichem Tageslicht durchgeführt werden. Durch die Einhausung werden zudem die Lärmemissionen deutlich reduziert.

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