• Christian Eckardt

Mystic Invest Holding ersteigert Kreuzfahrtschiff „Vasco da Gama“



Einsatz auf englischen und deutschsprachigen Markt geplant

Die von Mario Ferrira geführte Mystic Invest Holding hat den Erwerb des 1993 erbauten Kreuzfahrtschiffes „Vasco da Gama“ auf einer Auktion für rund 9,5 Millionen bestätigt. Dieses soll dabei von dem Tochterunternehmen Mystic Cruises zukünftig den britischen und deutschen Kreuzahrtmarkt bedienen. Die „Vasco da Gama“ war bislang im Besitz von dem insolventen britischen Reiseunternehmen Cruise & Maritime Voyages und für deren deutschen Tochtergesellschaft Transocean Kreuzfahrten seit dem Sommer 2019 in Fahrt.

"Unser Unternehmen ist davon überzeugt, unseren Gästen ein intimes, sicheres und preiswertes Erlebnis zu bieten. Wir glauben, dass die „Vasco da Gama“ eine großartige Ergänzung unserer Flotte von Hochseekreuzfahrtschiffen sein wird", erklärte Mario Ferreira gegenüber internationalen Medien. Unter der Flagge von Mystic Cruises gehören auch die Marken Atlas Ocean Voyages und Nicko Cruises.


Ferreira erklärte in den Medienberichten weiter, dass die Akquisition des Schiffes eine Gelegenheit sei, die derzeitige Flotte des Unternehmens zu vergrößern und sie besser für die erwartete Markteinführung nach der COVID-19-Pandemie zu positionieren. „Unser Fokus liegt auf kleineren Kreuzfahrtschiffen mit weniger als tausend Passagieren, um unseren Gästen ein persönlicheres, sichereres und intimeres Kreuzfahrterlebnis zu bieten", sagte er. Ferrira erklärte bislang noch nicht, unter welcher Marke das Schiff operieren würde, wobei Branchenkenner davon ausgehen, dass es unter nicko cruises verkehren wird, die seit dem letzten Jahr dass 200 Gäste fassende Hochseekreuzfahrtschiff „World Explorer“ betreiben. Mit dem Einsatz der rund 1.200 Gäste fassenden „Vasco da Gama“, wird die Präsenz von Nicko vergrößert. Zudem ist das Schiff durch den bisherigen Einsatz bei Transocean auf dem deutschsprachigen Markt schon gut bekannt.

Das 1993 in Italien als „Statendam“ für Holland America Line erbaute Kreuzfahrtschiff wurde im Jahr 2015 an P&O Australia als „Pacific Eden“ für einen Einsatz in down under übertragen. Erst im Frühjahr 2019 erwarb CMV das Schiff und lies es am 9. Juni Sommer 2019 auf der Weser vor Bremerhaven taufen. Aktuell liegt das Schiff im britischen Hafen Tilbury auf.

Im Zusammenhang mit der Insolvenz von CMV stehen in diesem Monat noch vier weitere Schiffe über eine Auktion zum. So wurde am 12. Oktober die bisherige „Columbus“ an einen nicht genannten Käufer versteigert, der dieses Schiff verschrotten lassen will, wobei dies bislang noch nicht bestätigt wurde. Die „Columbus wurde 1989 von der französischen Werft Chantiers de l’Atlantique als „Star Princess“. Im Jahr 2003 erfolgte auf der Bremerhavener Lloyd Werft ein umfangreicher Umbau zum Clubschiff „Ocean Village“ für einen Einsatz im britischen Kreuzfahrtmarkt. Seit 2017 verkehrte das 245 Meter lange Kreuzfahrtschiff unter dem Namen „Columbus“ für CMV.

In den nächsten Tagen stehen dann noch weitere Versteigerungen für die die ehemaligen CMV-Schiffe „Magellan“, „Astor“ und der „Marco Polo“ an. Bei der „Marco Polo“ handelt es sich um die ehemalige „Alexandr Pushkin“, die 1965 auf der damaligen Mathias-Thesen-Werft in Wismar mit der Baunummer 126 vom Stapel lief und heute eines der ältesten noch aktiven Kreuzfahrtschiffe ist.

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