• Christian Eckardt

Neue Hafenkanalfähre „Columbushopper“ stellt Verbindung zur Columbusinsel her


Foto: Scheer


Senatorin Schilling: "Fähre symbolisiert leidenschaftlichen Einsatz für den Hafenstandort"


Seit der Havarie der stählernen Drehbrücke am 1. April des vergangenen Jahres trennte der 45 Meter breite Verbindungskanal den Bremerhavener Überseehafen von der Columbusinsel. Die Folge waren zahllose und aufwändige Umwegfahrten durch die Stadt und über die Kaiserschleuse, Zeitverluste und damit Belastungen insbesondere für die Betriebe auf der Columbusinsel. Bis zur Fertigstellung einer neuen Brücke wird nun die von Bremenports neu angeschaffte Hafenkanalfähre "Columbushopper" die Brückenfunktion übernehmen. Am 25. April wurde die Brückenfähre feierlich durch die Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Dr. Claudia Schilling, getauft. Als erstes Fahrzeug überquerte anschließend LKW von Bremenports die neue Verbindung. Nach weiteren Probefahrten wird die Fähre dann in den nächsten Tagen für den Werksverkehr zur Verfügung stehen.

"Die Fähre löst ein Problem, das uns in den vergangenen Monaten viele Sorgen bereitet hat", so die Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Dr. Claudia Schilling. "Die 'Columbushopper' schafft Verlässlichkeit für die Unternehmen auf der Insel und zugleich Flexibilität für die Schifffahrt. Für den Hafen ist von großer Bedeutung, dass es hinter den Schleusen eine schnelle Verbindung zwischen den Hafenbecken gibt. Dies ist mit der Brückenfähre sichergestellt."


Foto: Bremenports


Das Ressort der Hafensenatorin unterbreitete dem Hafenausschuss im Sommer des vergangenen Jahres mehrere Lösungsvorschläge und favorisierte dabei die Fähre als beste Lösung. Nach Zustimmung der politischen Gremien brachte die Hafenmanagementgesellschaft Bremenports eine Ausschreibung auf den Weg. Damit sie auch von schweren LKW befahren werden kann, sollte die Fähre eine Mindestlänge von 40 Metern haben und entsprechende Tragfähigkeit aufweisen. Um die Fähre an das Straßennetz anzuschließen, mussten zudem entsprechende Zuwegungen geplant und gebaut, Ampeln errichtet und Schranken installiert werden. Hierfür war es zudem erforderlich, einige Versorgungsleitungen zu legen.


BHV Supplier im Jahr 2014


Im Rahmen der Ausschreibung konnte BVT Chartering aus Bremerhaven die ehemalige Weserfähre „BHV Supplier“ anbieten, die dort nicht mehr genutzt wurde.

Die nun in "Columbushopper" umbenannte Fähre wird künftig in einem Zweischichtbetrieb zunächst ausschließlich für den Werksverkehr von und zur Insel zur Verfügung stehen. Die Mannschaft besteht jeweils aus einer Schiffsführung und einer Matrosin beziehungsweise einem Matrosen und wird von Bremenports gestellt. In der Regel soll die Fähre von 6.30 Uhr bis 21.30 Uhr betrieben werden. Je nach Bedarf sind im weiteren Verlauf auch zeitliche Anpassungen möglich. Der Einrichtungsverkehr wird über eine Bedarfsampel gesteuert. Bei Schiffspassagen durch den Verbindungskanal, der Vorfahrt hat, kann es somit zu Wartezeiten kommen.


Da Unternehmen auf der Columbusinsel auch auf eine gute Erreichbarkeit auf dem Schienenwege angewiesen sind, ist auch für dieses Problem eine Lösung entwickelt und umgesetzt worden. So ist ein neuer Waggon-Entladepunkt an der Brückenstraße entstanden. Hier können jetzt Container von der Schiene auf den LKW umgeladen und dann auf kurzem Wege über die Fähre auf die Columbusinsel gebracht werden. Diese neue Entladestelle am Nordende des Kaiserhafens III, unweit der Hafenkneipe „Letzte Kneipe vor New York“ ist Anfang April fertig geworden und steht jetzt zur Verfügung.


"Hier sind in sehr enger Zusammenarbeit zwischen Bremenports, meinem Haus und den Unternehmen sehr zügig kreative Lösungen entwickelt und realisiert worden", so Senatorin Dr. Schilling. "Die 'Columbushopper' symbolisiert damit auch den leidenschaftlichen Einsatz für unsere Häfen", betonte die Senatorin bei der Taufe.

Die Planungen für eine neue Brücke werden parallel mit Hochdruck vorangetrieben. Erste Abstimmungen zum technischen Konzept haben bereits zwischen Hafenressort und Bremenports stattgefunden. Ziel bleibt es, die neue Brücke nur wenige Jahre nach der Havarie in Betrieb zu nehmen.



BHV Supplier im September 2013, während des Umbaus


Erbaut wurde die ehemalige Weserfähre 1967 als „Lemwerder“ von der Werft Fr. Schweers in Bardenfleth für die Fährgesellschaft Bremen-Stedingen. Im Herbst 2013 erwarb die zur Rönner-Gruppe gehörende BVT Chartering das 54,66 Meter lange Fährschiff, das nach einem Umbau und der Entfernung der Ladeklappen zum Transportschiff für Stahlbau- und Windkraftteile umgebaut wurde. Das Schiff wird über 4 Schottel Ruderpropeller angetrieben, damit ist ein sehr genaues Positionieren möglich. Umbenannt in „BHV Supplier“ verkehrte es dann bis zum vergangen Winter im Unterweserraum. Doch durch den Rückzug der Windkraftbranche gab es in den letzten Jahren immer weniger Aufträge für das Schiff, so dass man die Fähre im Rahmen der Ausschreibung von Bremenports für den Einsatz im Verbindungskanal anbieten konnte.


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