• Christian Eckardt

Neues LNG-Achterschiff für Fährschiff „Münsterland“ geht in Produktion


Mitte Mai starte der Brennbeginn für das Umbauprojekt der Borkumfähre „Münsterland“ der Reederei AG „EMS“ bei der niederländischen Werft Niestern Sander BV in Farmsum bei Delfzijl. Die Werft hatte im Rahmen einer EU-weiten Ausschreibung des zweiten Umbauprojekts von einer herkömmlichen Fähre auf ein LNG-Schiff den Zuschlag von der AG Ems erhalten. Der nun erfolgte Brennbeginn symbolisiert dabei die erste Bauphase in der Untersektionen für den neuen Schiffsrumpf mit der neuen Technik hergestellt werden. Mit dem Schwesterschiff „Ostfriesland“ wurde 2015 die erste umgebaute LNG-Fähre in der EU in Dienst gestellt. Dieser Umbau erfolgte seinerzeit auf der BVT-Werft in Bremerhaven. Besonderer Meilenstein war bereits damals die Herangehensweise des Projektes, denn während die „Münsterland“ nach wie vor den Fährverkehr zwischen dem niederländischen Eemshaven und der Nordseeinsel Borkum versieht, wird in Farmsum das neue Achterschiff mit der neuen umweltfreundlichen Technik gebaut. AG „EMS“-Vorstand Dr. Bernhard Brons betont: „Da kommt es auf Millimeter an, denn später müssen das bisherige Vorschiff und das neue Heckschiff verheiratet werden.“



Das Fährschiff „Münsterland“ verkehrt vom niederländischen Eemshaven zur Insel Borkum. Nachdem bereits die Emden-Borkum-Strecke mit der „Ostfriesland“ und im Helgolandverkehr mit dem Neubauschiff MS „Helgoland“ umweltfreundlich mit Flüssigerdgas verkehrt wird, setzt die Reederei weiter auf Nachhaltigkeit und umweltfreundliches Schiffsdesign. „Man hat uns EU-weit als First Mover bezeichnet und das wollen wir bleiben. Dazu gehört, nicht nur die ersten zu sein, die auf LNG setzen, sondern dies auch konsequent weiter zu entwickeln und zu verfolgen“, sagt AG „EMS“-Vorstand Dr. Bernhard Brons. Somit wird die „Münsterland“ das dritte Schiff in der AG „EMS“-Gruppe, welches mit dem umweltfreundlichen Flüssiggas betrieben wird. LNG steht für Liquefied Natural Gas, einem Gas, welches aus Methan besteht und auf minus 162°C heruntergekühlt wird.


Das neue leicht angepasste Maschinenkonzept der „Münsterland“ basiert auf einem Diesel-Gas-Elektrischen-Antrieb mit 360° drehbaren elektrischen Pods. Die beiden Propelleranlagen sollen für ein Höchstmaß an Manövrierfähigkeit sorgen. Die Erfahrungen mit der „Ostfriesland“ sollen in den Umbau einfließen und zu weiteren Optimierungen beitragen. Mit dem neuen Dual Fuel-LNG-Antrieb sollen der Kohlendioxid-Ausstoß um 20 Prozent sowie Stick- und Schwefeloxide um 90% reduziert werden. Die Feinstaub-Emissionen werden Reedereiangaben zufolge anschließend nahezu vollständig vermieden.


Nach derzeitiger Planung soll die Münsterland“ am 1. September 2020 dann aus der Fahrt genommen werden. Dann folgt die sogenannte „Hochzeit“ von neuem Achterschiff und vorhandenem Vorschiff. Es ist geplant, dass die „Münsterland“ bereits zu Ostern 2021 als LNG-Schiff wieder Gäste auf die Insel Borkum befördern wird. Das Auftragsvolumen des Bauprojektes beträgt 17,5 Mio. Euro. Für die neue LNG-Technik wurde eine Förderung des Bundes zugesagt.

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