• Christian Eckardt

P&O Cruises kündigt Übernahme der „Iona“ noch vor dem Herbst an


LNG-Kreuzfahrtschiff sollte ursprünglich schon im Mai 2020 in Fahrt kommen


Seit diesem Frühjahr liegt, mit kleineren Unterbrechungen, der Kreuzfahrtneubau „Iona“ der Meyer Werft aus Papenburg an der Columbuskaje in Bremerhaven. Doch durch die Corona-Krise ist alles anders. So hat die Reederei alles Kreuzfahrten bis in den Oktober hinein abgesagt und alle Schiffe liegen derzeit beschäftigungslos auf. Eigentlich sollte der 50. Kreuzfahrtneubau der Werft schon Anfang Mai an die britische Reederei P&O Cruises, eine Tochtergesellschaft des Carnival-Konzerns, abgeliefert werden, die aber für das Schiff derzeit keine Verwendung hat. Mit der offiziellen Ablieferung wäre dann auch die Restzahlung in Höhe von rund 80 Prozent des Baupreises von rund 950 Millionen US-Dollar an die Werft zu zahlen, die in der aktuellen Lage das Geld dringend benötigt. Denn durch diesen aktuellen Fehlbetrag konnte das Urlaubsgeld an die fast 4.000 Beschäftigten der emsländischen Werft immer noch nicht ausgezahlt werden.


Doch nun gibt es ein paar positive Nachrichten für die Werft, denn P&O Cruises hat mittlerweile bekannt gegeben, dass man die „Iona“ noch vor dem Herbst 2020 übernehmen werde. Weiterhin soll das Schwesterschiff der „Iona“, das ursprünglich für eine Ablieferung im Frühjahr 2022 vorgesehen war, nun im Dezember 2022 übernommen werden. Somit ein kleiner Erfolg für die Meyer Werft, die in Abstimmung mit ihren Kunden versucht, die bestehenden Aufträge so weit wie möglich nach hinten hinaus zu strecken, da in absehbarer Zeit keine Neubauaufträge zu erwarten sind, wie Werftchef Bernard Meyer kürzlich in einer Videobotschaft erläuterte.


Mit einer Vermessung von 184.000 BRZ und einer Kapazität für 5.200 Passagiere handelt es sich bei der 344,5 Meter langen „Iona“ um ein weiteres Schwesterschiff aus der so genannten „Helios-Klasse“, das Typschiff dieser Serie ist die im Dezember 2018 abgelieferte „AIDAnova“. Dabei ist die „Iona“ durch ein geändertes Bugdesign im Vergleich zur „AIDAnova“ um das aktuell größte Kreuzfahrrtschiff, dass die Meyer Werft produziert hat. Die Schiffe dieser Serie sind die ersten Kreuzfahrtschiffe weltweit, die mit einem Flüssigerdgasantrieb (LNG) ausgerüstet sind. LNG steht für Liquefied Natural Gas, es handelt sich um tiefgekühltes flüssiges Erdgas. Mit der umweltfreundlichen Technologie lässt sich der Ausstoß von Schwefeldioxiden und Rußpartikeln vermeiden. Das Maschinenraummodul mit den LNG-Tanks für die IONA wurde auf der ebenfalls zur Meyer Gruppe gehörenden Rostocker Neptun Werft gefertigt. In den vergangen Wochen wurde die „Iona“ schon zweimal an der Columbuskaje in Bremerhaven mit Flüssigerdgas von dem Tankschiff „Kairos“ betankt.

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