• Christian Eckardt

Pella Sietas in Hamburg kündigt Insolvenzantrag an



Die in Hamburg-Neuenfelde ansässige Werft Pella Sietas hat nach einer Betriebsversammlung am Mittwoch für diesen Donnerstag (29.07.2021) einen Insolvenz-antrag angekündigt. Das wurde nach Meldungen der IG Metall Hamburg von der Prokuristin Natallia Dean gegenüber verschiedenen Medien bestätigt.

Mit diesem Ergebnis haben die rund 290 Beschäftigten auf der ältesten Werft Deutschlands wohl schon länger gerechnet, wurden doch schon seit mehreren Wochen keine Löhne mehr gezahlt, obwohl eigentlich genügend Aufträge da sind. Zudem konnte das Unternehmen nicht einmal mehr genug Kapital aufbringen kann, um das Kurzarbeitergeld vorzustrecken. Kurzarbeitergeld wird den Unternehmen von der Agentur für Arbeit später dann erstattet. Der Zweite Bevollmächtigte der Gewerkschaft IG Metall, Emanuel Glass erklärte: „Die Nachricht von der Insolvenz kommt deshalb nicht unerwartet, sie löste dennoch bei den Mitarbeitern tiefe Betroffenheit aus“.


Nach verschiedenen Meldungen von Beschäftigten sollen die Lager leer sein und an dem Eisbrecher-Auftrag, dessen Kiellegung im Oktober vergangen Jahres noch große gefeiert wurde, wird schon lange nicht mehr gearbetiet, es gibt kein Material mehr, am aktuellen Auftrag für den russischen Eisbrecher des Staatsunternehmens Rosmport soll erst im nächsten Jahr weitergebaut werden. Die Krankenkassen haben unsere Sozialleistungen schon gestundet, weil wir absolut kein Einkommen haben.“

Die Schiffswerft im Alten Land hatte in der Vergangenheit immer mal wieder Schlagseite, in den letzten Jahren ging es dabei meist um den Hafenschlick, der die Werftzufahrt an der Estemündung verstopfte. Beim Bau der gasbetriebenen Autofähre für den Bodensee lief es auch nicht ganz problemlos, später gab es Streit um eine erhöhte Rechnung, die die Konstanzer Stadtwerke nicht zahlen wollten. Erst vor wenigen Wochen meldeten örtliche Medien am Bodensee, dass sich die Stadtwerke mit der Werft geeinigt hätte und die Werft 2,5 Millionen Euro mehr bekommt.

Die unter anderem für Großserien von Container-Feedern aber auch für Spezialschiffe bekannte Werft an der Estemündung zählt zu den ältesten Schiffbaubetrieben weltweit und wurde erstmals 1635 urkundlich erwähnt. Seit 2014 gehört die Werft der in St. Petersburg sitzenden russischen Pella Shipyard, die die Werft aus einer früheren Insolvenz heraus übernommen hatte und das Unternehmen in Pella Sietas GmbH umbenannte.


Luftfoto: Pella Sietas

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