• Christian Eckardt

Planfeststellungsbeschluss für Bremerhavener Columbuskaje liegt vor



Erster neuer Teilabschnitt der 800 Meter langen Kaje soll bereits im Oktober beginnen


Der Bau der Columbuskaje kann beginnen. Ein Jahr nach Antragstellung, hat die zuständige Planfeststellungsbehörde bei der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau die Pläne der Hafenmanagementgesellschaft Bremenports genehmigt. Die Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Dr. Claudia Schilling, betonte die Bedeutung des Neubaus: „Das Kreuzfahrtterminal braucht diese neue Kaje dringend. Wir wollen an die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre anknüpfen. Deshalb ist es zwingend notwendig, die nicht mehr standsichere alte Kaje durch einen Neubau zu ersetzen. Ich bin sehr froh, dass bremenports jetzt die Voraussetzungen geschaffen hat, um auch künftig als Kreuzfahrtstandort bestehen und wachsen zu können. “

Bremenports-Geschäftsführer Robert Howe erklärte: „Bei der Vorbereitung dieser großen Maßnahme liegen wir voll im Plan. Die Vergabe des Auftrags ist erfolgt, so dass wir planen, im Oktober mit dem Neubau zu beginnen. Damit wird das Ziel erreicht, direkt mit der Fertigstellung der Kaje 66 die neue Columbuskaje bauen zu können.“


Parallel zum Antrag auf Planfeststellung wurde seinerzeit auch der Auftrag für den Bau ausgeschrieben. Hier hat eine Bietergemeinschaft unter Führung der Züblin AG den Zuschlag erhalten und die Arbeitsgemeinschaft ist derzeit mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt.



Die 1928 erbaute heutige Columbuskaje liegt im stadtbremischen Überseehafengebiet in Bremerhaven und erstreckt sich auf einer Länge von 1.000 m von der Südspitze der Columbusinsel bis zur sogenannten Kaje 66 im Norden, die in den letzten Monaten schon vollständig saniert wurde. Die Columbuskaje dient heute vorrangig der Abfertigung und Ausrüstung von Kreuzfahrtschiffen, wobei am Südende bei der Fa. Heuer Logistics auch noch Güterumschlag erfolgt. In den 60er Jahren wurde am Nordende für einen Fährdienst nach England eine RoRo-Rampe installiert, die aber nach der Einstellung des Fährdienstes Mitte der 80er Jahre nicht mehr genutzt wurde.


Geplant ist, eine neue Spundwand mit etwa 20 Meter Abstand zur bestehenden Kaje in die Weser zu rammen und den Zwischenraum mit Sand zu verfüllen und neu zu befestigen. Durch das Vorsetzen der neuen Spundwand werden ca. 17.000 m2 der Bundeswasserstraße landfest gemacht. Die Fläche geht in das Eigentum des Landes über.


Der Bauablauf ist wie folgt vorgesehen:

Der 1. Bauabschnitt umfasst einen 404 m langen Abschnitt im Norden und beginnt an der Kaje 66. Der 2. Bauabschnitt umfasst einen 215 m langen Abschnitt. Es ist vorgesehen beide Abschnitte im Jahr 2024 fertig zu stellen.

Der 3. Bauabschnitt umfasst ebenfalls einen 215 m langen Abschnitt.

Die Bauzeit ist mit einem Jahr kalkuliert, so dass mit einer Fertigstellung der Gesamtmaßnahme im Jahr 2025 zu rechnen ist, die Baukosten werden mit 80 Millionen Euro eingeplant.


Die Planungen sind darauf ausgelegt, den Betrieb des Kreuzfahrtterminals möglichst wenig einzuschränken. So wird die nach dem Nutzungsvertrag zugesicherten Kajenlänge von 515 m lediglich während des Winterzeitraums von Oktober 2022 bis März 2023 eingeschränkt Auch in diesem Zeitfenster steht eine nutzbare Kajelänge von rd. 430 m zur Verfügung, so dass auch hier keine Einschränkung des Betriebs zu erwarten ist.


Während aller Bauphasen ist insbesondere durch den Einbau der Spundwände und durch den Maschinen- und Baufahrzeugeinsatz mit Lärmimmissionen zu rechnen. Deshalb sind Rammarbeiten auf dreieinhalb Stunden täglich beschränkt. Zusätzlich werden vor Beginn der Rammtätigkeit akustische Vergrämungsmaßnahmen durchgeführt, um insbesondere Meeressäugetiere zu vertreiben.





Aber nicht nur die Kaje in der Weser soll erneuert werden, auch das südliche Terminal aus den 60er Jahren ist marode uns soll erneuert werden. Für diesen geplanten Abriss und Neubau des Terminals müssen zunächst noch die genauen Kosten ermittelt werden und die Politik muss hier noch zustimmen. Doch wenn alles gut läuft könnte auch das neue Terminal pünktlich zur Saison 2025 fertig sein.


Neue Passagierbrücken wurden schon ausgeschrieben


Im Zusammenhang mit der Sanierung der maroden Columbuskaje in Bremerhaven werden in den nächsten Jahren auch neue Passagierbrücken für das dortige Kreuzfahrtterminal benötigt. Denn die neue Kaje wird 20 Meter weit in die Weser hinein gebaut. Damit sind die bisherigen Brücken, die vor 18 Jahren von der Fa. Kocks gefertigt wurden und rund 39 Meter über die Pier ragen, nunmehr zu klein. Eine Verlängerung der bestehenden Brücken wurde nicht in Betracht gezogen.



Somit hat Bremenports schon im Juni die Planung, den Bau und Lieferung von drei neuen Passagierbrücken ausgeschrieben, die aber nicht nur länger, sondern auch breiter werden sollen als die bisherigen, damit man zukünftig auch größere Kreuzfahrtschiffe mit bis zu 6.500 Passagieren zügiger abfertigen kann. Dies entspricht Schiffen in der Größenordnung der aktuellen Helios-Schiffsklasse der Meyer Werft, wie dem Typschiff „AIDAnova“, das bis zu 6.600 Passagiere befördern kann.


Nun sollen mögliche Interessenten Angebote für drei Passagierbrücken abgeben, wobei die erste Brücke schon Ende Februar 2023 betriebsbereit sein soll, bis 9. August 2023 sollen alle Brücken zur Verfügung stehen.


Grundsätzlich haben die Passagierbrücken entsprechend der Ausschreibung folgende Anforderungen zu erfüllen: So soll jede Brücke in der Lage sein, 1.850 Passagiere pro Stunde abzufertigen. Die Brücken werden mit 57 Meter Länge nicht nur länger, sondern 13 Meter auch 2 Meter breiter werden als die bisherigen Brücken. Bei einer Abfertigung eines Kreuzfahrtschiffes mit bis zu 6 500 Passagieren sollen zwei Brücken an das Schiff angelegt werden. Dabei soll eine Abfertigung der Passagiere von größeren Schiffen zudem getrennt nach Ein- und Ausschiffen realisiert werden. Die Abfertigung der Passagiere erfolgt bei jeder Witterung und zu jeder Tages- oder Nachtzeit. Die auskragenden Rettungsboote, welche mit einem Abstand von der Außenwand des Schiffes von bis zu 7 Metern überhängen, dürfen beim Anlegemanöver, bei dem Betrieb der Brücke und bei der Nachpositionierung nicht stören.



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