• Christian Eckardt

Rückbau des schiefen Molenturms in Bremerhaven soll nun kurzfristig beginnen



Rote Metallkuppel soll im Wasserstrahlverfahren vom Turm getrennt


Der in eine bedrohliche Schieflage geratene nördliche Molenturm an der Geestemündung in Bremerhaven wird nun sehr kurzfristig zurückgebaut. Schon am Montag trafen Spezialisten eines Wasserstrahlschneidunternehmens ein, die die Kuppel von dem Turm trennen wird. Dies wird spätestens am Dienstag erfolgen. Ziel wird es außerdem sein, im Zusammenhang mit dem schon länger geplanten Neubau der Mole, wieder einen neuen Turm wieder zu errichten. "Bremerhaven bekommt den Turm zurück", so Bremenports-Pressesprecher Holger Bruns.


Kritik an Verantwortlichen


Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) und der hafenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Hauke Hilz, hatten zuvor die Verantwortlichen kritisiert. Bremens Senatorin für Häfen, Claudia Schilling (SPD), Parteikollegin von OB Melf Grantz, erklärte: "Möglicherweise hätten wir den Turm vorher abbauen müssen." Nun müsse es darum gehen, dies so schnell wie möglich nachzuholen.

Für den nun als erstes geplanten Abbau der roten Metallkuppe des Molenturms wurde die Fa. Hydrojet aus Melle beauftragt, die mit einem patentieren Wassertrahlverfahren arbeiten wird. Diese Wasserstrahlschneidetechnik eignet sich zum Schneiden nahezu aller Materialien, mobil bei bis zu 3.000 bar. Zum Einsatz kommen spezielle Düsen und eine umweltfreundliche Wenigwassertechnik. Die Automatische, ferngesteuerte Anlage sorgt für ein schnelles und ultra-exaktes Wasserstrahlschneiden der Materialien. Wie das Unternehmen mitteilt, ermöglicht das Wasserstrahlschneiden schnelle ultra-exakte Schnitte ohne Erosionen.


Nach dem Abbau der Kuppel soll dann gleich im Anschluss der Backsteinbau-Turm abgetragen und auf dem Ponton „BHV Innovation abgelegt.


Die Nordsee-Zeitung berichtet mittlerweile, dass möglicherweise der schiefstehende Turm doch nicht abgebaut wird, sondern im Extremfall, falls die Wasserstrahltechnik nicht eingesetzt werden kann, doch noch kontrolliert auf das Strohbett auf dem Ponton gekippt wird.


Zwischenzeitlich haben sich Vertreter von Bremenports vor Ort über das weitere Vorgehen besprochen.

Update: Laut Bremenports wird auf dem Rundlauf an der roten Kuppel aus einem Arbeitskorb heraus eine Schiene verlegt. Auf diesem Strang wird dann ab Dienstag ein pneumatisch betriebener Wagen mit dem Hydrojet rollen. Dieser soll dann Wasser mit einem Druck von 1500 und 2000 Bar durch eine Saphirdüse auf den Fuß der Kuppel schießen und „Schneidekraft“ entwickeln. Bis das rote Gehäuse rundherum abgetrennt ist, kann es zwei bis drei Tage dauern.

93 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen