• Christian Eckardt

Reiseunternehmen TUI sieht noch Chancen für den Sommerurlaub 2020


500 Crewmitglieder verlassen heute die MEIN SCHIFF 3 in Cuxhaven


Wie TUI-Chef Friedrich Joussen jetzt in einem Interview erklärte, möchte das größte Reiseunternehmen so schnell wie möglich wieder Urlaubsreisen anbieten, zumindest in den Mittelmeerraum. Aber auch andere europäische Länder seien nach seiner Ansicht gut auf den Sommertourismus vorbereitet. Nur müsse Deutschland zunächst seine Grenzen öffnen, so Joussen, der die generelle und weltweite Reisewarnung bis zum 14. Juni nicht für richtig hält. Kreuzfahrtkapitäne arbeiten neue Routen aus Im Flugzeug hält Joussen das Tragen einer Gesichtsmaske für richtig. „Es wird keine langen Warteschlangen geben können, dafür Temperaturmessungen, wo es die Flughäfen anbieten.“ Auch auf den Kreuzfahrtschiffen von Tui soll es nach Ansicht von Joussen Kontrollen geben. „Wir sind ab Juli bereit, brauchen aber wie bei Flügen die Genehmigung der Behörden.

Die Kapitäne der Kreuzfahrtschiffe erarbeiten neue Routen in Nord- und Ostsee. Dabei wird es dann vermutlich mehr Seetage an Bord geben und vermutlich werden am Anfang maximal bis 1000 Gäste auf einem Schiff verbringen. Zudem sollen Corona-Testgeräte an Bord mitgeführt werden und das Gesundheitspersonal im Bordhospital werde aufgestockt, so die Ansicht von Joussen. Die Wiederaufnahme der Kreuzfahrt hängt aber von vielen weiteren Parametern ab. Denn zum einem stellt sich die Frage, ob die potentiellen Gäste überhaupt schon bereit wären für eine Kreuzfahrt, die vermutlich auch durch die geringere Belegung der Schiffe, erheblich teurer werden würde. Zudem sitzt bei den Gästen durch Kurzarbeit oder auch drohende Arbeitslosigkeit nicht mehr so locker wie bisher. Ein ganz wichtiger Punkt ist die Crew, kann die zum geplanten Neustart überhaupt vor Ort sein, stehen überhaupt genügend Besatzungsmitglieder für die Reedereien zur Verfügung, die zum Teil erst jetzt, sechs Wochen nach dem Shutdown, die Schiffe verlassen konnten und die Rückreise in die Heimatländer angetreten haben. Und dannr die Frage, wie wird die Crew an Bord zukünftig untergebracht. Eine Unterbringung in einer 2-Bett-Kabine erscheint in Hinblick auf Abstandsgelungen zur Gesundheitsvorsorge als fraglich. Und gerade bei älteren Kreuzfahrtschiffen spielt das Thema Klimatechnik eine ganz große Rolle, denn gerade ältere Klimaanlagen die nicht mit Frischluft sondern Umluft arbeiten, gelten unter Fachleuten als „Virenschleudern“. Hier sind sicherlich noch bauliche Maßnahmen notwendig.


Wann von deutschen Häfen wieder Kreuzfahrten starten werden ist derzeit sehr ungewiss. Die großen deutschen Anbieter haben die Reisen derzeit meist bis Ende Juni abgesagt, viele amerikanische Reedereien haben in den letzten Tagen schon angekündigt, in Europa in diesem Jahr gar nicht mehr an den Start zu gehen. Normalerweise würden sich nach den bisherigen Fahrplänen die Kapitäne der Kreuzfahrtschiffe in den fünf größten deutschen Destinationen derzeit die Klinke in die Hand geben. Doch an den Terminals herrscht Ruhe – obwohl die Häfen mit den weißen Traumschiffen gut gefüllt sind. Doch dies sind Auflieger, die nur mit einer Notbesatzung für die Betriebsbereitschaft der Schiffe, belegt sind. In der nächsten Zeit werden sich sicherlich die Reedereien und die Gesundheitsbehörden verständigen, unter welchen Sicherheits- und Gesundheitsaspekten Kreuzfahrten überhaupt möglich sind. Dabei kann man davon ausgehen, dass es zukünftig sicherlich keine Vollbelegung der Schiffe geben wird und dass das Preisgefüge, wie vor der Corona-Pandemie mit Angebotspreisen von 399 € für eine Woche Mittelmeer, so nicht mehr zu erwarten sind.


500 Crew-Mitglieder verlassen die MEIN SCHIFF 3


Während sich die Unternehmensführung von TUI Gedanken über einen Neuanfang der Kreuzfahrten macht, läuft in Cuxhaven weiterhin die Ausschiffung von Crewmitgliedern von Bord der MEIN SCHIFF 3 von TUI Cruises. Allein 500 sollen heute, Montag den 11.5. das Schiff am Steubenhöft verlassen können um in ihre Heimat aufzubrechen Morgen liegt das Kreuzfahrtschiff dann schon seit zwei Wochen am Anleger in der Elbmündung. Nachdem die geplante Ausschiffung durch mehrere Corona-Fälle unter neun der rund 2.900 Crewmitglieder unterbrochen werden musste, konnten in den vergangen Tagen schon einige hundert, nicht positiv getestete Crewmitglieder an Bord das Schiff verlassen. Heute ist nunmehr die Abreise von rund 500 Besatzungsmitgliedern aus Indonesien geplant. Diese werden mit Bussen von Cuxhaven nach Frankfurt gefahren. Vor dort starten dann Sonderflüge nach Jakarta. Die Bundespolizei ist mit zwei Dutzend Beamten rund um die Uhr am Steubenhöft und in den Hapag-Hallen im Einsatz. Die Crewmitglieder reisen mit Sonderpassierscheinen aus, nachdem zuvor der hafenärztliche Dienst das notwendige Gesundheitszeugnis ausgestellt hat. Bis Montag abend will TUI-Cruises 1.200 Besatzungsmitglieder auf den Weg in die Heimat bringen, wobei es in einigen Ländern weitere Probleme gibt. So ist auf den Philippinen zunächst eine 14-tägige Isolation vorgeschrieben, die derzeit in überfüllten Quarantänelagern erfolgt.


MEIN SCHIFF 6 in Bremerhaven


Ein weiteres Schwesterschiff der MEIN SCHIFF 3, die MEIN SCHIFF 6 von TUI Cruises machte mittlerweile nun auch an der Columbuskaje in Bremerhaven fest, um hier Treibstoff und Proviant zu bunkern und Abfall an Land zu entsorgen. Schon heute Abend wird das Schiff wieder mit einer geschätzten Besatzungsstärke von rund 200 Personen wieder Kurs auf die Außenweser nehmen, und den Warteliegeplatz vor Wangeroog-Reede einnehmen. Anschließend kehrt die MEIN SCHIFF 4 zurück an die Columbuskaje.


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