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  • AutorenbildChristian Eckardt

Segelkatamarane erhalten finale Ausrüstung im Neuen Hafen



Schweizer Eigner bieten bald Gästefahrten auf den Kanaren und im Mittelmeer an

Unweit der Klappbrücke auf der Westseite des Neuen Hafen liegen seit ein paar Tagen zwei auffällig große, schneeweiße Hochsee-Segelkatamarane mit dem Schweizer Heimathafen Basel. Dabei handelt es sich um die beiden 22,4 Meter langen und 10,5 Meter breiten Schwesterschiffe „Tac Tac“ und „Bam Bam“, an denen die beiden Schweizer Michael Hafner (45) und Patrik Rohrer (42) seit nunmehr 10 Jahren arbeiten. Die einzelnen Katamaran-Rümpfe wurden in der Schweiz in den vergangenen Jahren produziert und dann im letzten Jahr mit Schwertransportern nach Nordenham transportiert. In einer angemieteten Halle wurden die Einzelteile dann zu den neuen Hochsee-Katamaranen zusammengesetzt und kürzlich zu Wasser gelassen. Nun liegen die beiden Boote in den Havenwelten und werden hier final ausgerüstet. Doch bis die beiden Schweizer mit ihren Traumbooten in See stechen können, wird es noch ein paar Tage dauern. Denn zunächst muss die Innenrichtung fertig gestellt werden und ein paar technische Maßnahmen stehen auch noch an. Einen genauen Termin, wann die beiden Bootsbauer in See stechen wollen gibt´s noch nicht „erst, wenn wir mit allem fertig sind“ erzählt Patrik Rohrer.



Eigentlich sind die beiden Schweizer keine Bootsbauer, sondern waren selbstständige Schreiner, von der Schweizer Seite des Bodensees, und arbeiteten dort vor allem im Ladenbau. Somit kennen sich beide gut in der Holzverarbeitung aus. Hafner trug schon seit über 20 Jahren die Idee, gemischt mit einem Hauch von Fernweh mit sich rum, einmal mit einem richtigem Schiff um die Welt zu segeln, weit weg vom Bodensee.

„Martin hat mich mit ins Boot gezogen“, erzählt Patrik. Martin hat schon als Jugendlicher Bücher und Konstruktionspläne von Segelbooten gewälzt. Die Idee reifte vor rund 10 Jahren dann zu einem Plan. Die beiden taten sich mit einem Konstrukteur zusammen und dachten groß, denn es sollte so viel Platz sein, dass man auch im Boot stehen kann und für Hafner war auch die Linienführung des Bootes wichtig. Katamarane wurden es, da beide die Krängung wie auf einem Einrumpfschiff nicht mögen. Somit entstanden dann von der Grundkonstruktion zwie identische Segelkatamarane, für jeden eines. „Geplant war, dass die beiden Boote fertig sein sollten, wenn wir in Rente gehen“ erzählte nun Patrik Rohrer“. Doch durch die Arbeiten nur an den Wochenenden und die Mitarbeit von Freunden und Familienmitgliedern wäre das Projekt vermutlich noch nicht einmal bis zur Rente fertig geworden. Somit fassten beide vor drei Jahren den Entschluss, ihren Hauptjob aufzugeben und sich voll und ganz nur den beiden Katamaren zu widmen. Doch nun fehlte das Einkommen aus den Jobs, das bislang in die Finanzierung der Boote floss. Somit musste das Konzept für die beiden Katamarane geändert werden, um mit zuvor vorher nicht geplanten Gästefahrten wieder Einkommen zu generieren. Weiterhin fanden sich zum Glück mehrere Investoren, die den Bau der Boote in den letzten Jahren massiv unterstützten.

Patrik Rohrer, rechts, und Martin Hafner, links, an Bord der "Bam-Bam", im Hintergrund die „Tac Tac“.


Wenn auch die beiden Bootsbauer sehr gesprächsbereit sind, beim Thema Kosten für die Boote sind beide ganz still – hierzu machen die beiden Schweizer keine Angaben.

Acht Jahre lang wurde in der Schweiz an den beiden Katamaranen gearbeitet, der Holzrumpf wurde mit Glasfasermatten beschichtet. Im Laufe der Zeit waren die Boote so groß, dass diese nicht mehr als Einzelstücke in Richtung Meer transportiert werden konnten. Mehrere Schwerlaster rückten dann im letzten Jahr an und brachten die in fünf große Einzelteile zerlegten Katmarane nach Nordenham. Dort stellte die Fa. Rhenus Midgard eine Halle mit notwendigen Krankapazitäten zur Verfügung, so dass dort die beiden Boote zusammengesetzt werden konnten. Auch wurde dort der 27 Meter hohe Aluminium A-Segelmast aufgesetzt. Zum Jahresende waren dann beide Boote soweit fertig, dass sie mit Kranhilfe zu Wasser gelassen werden konnten.

Nun haben die beiden Bootsbauer einen vorläufigen Liegeplatz im Neuen Hafen gefunden und sind sehr froh über jegliche Unterstützung, die sie derzeit von dem Hafenmeister von der im-jaich-Marina erhalten. Hier erfolgt nun in den nächsten Wochen der finale Ausbau der jeweils vier klimatisierten Doppelkammern, mit großen Fernseher, Dusche/WC und zwei klimatisierten Stockbettenzimmer. Es gibt eine Lounge und sogar einen kleinen Whirlpool auf dem Vordeck. Wenn auch das Außendesign an beiden Booten identisch ist, so unterschiedlich ist das exklusive Interieur gestaltet. Während auf der „Bam Bam von Patrick Rohrer ein eher kantiges und modernes Ambiente vorherrscht, ist die „Tac Tac“ von Michael Hafner eher runder mit mehr Holzelementen, so zum Beispiel mit einem Eichenparkettfußboden. Bis auf den Mast und die Elektrik haben Sie alles in den letzten Jahren selber oder mit Freunden gemacht, erklären beide stolz, aber auch sichtlich erschöpft.


Eignerkajüte auf der BAM BAM von Patrick Rohrer

Fünf Paare können nun ab diesem Jahr mit an Bord kommen, dann wird das 215 Quadratmeter große Rollreff-Segel gesetzt. Bei einer Flaute kommen zwei 20 kW Elektromotoren zum Einsatz, die in jedem der beiden Rümpfe untergebracht sind und jeweils einen ausziehbaren Azipod antreiben, damit soll dann eine Geschwindigkeit von 8 Knoten erreicht werden. Die Crew besteht aus einem der Skipper und seiner Partnerin. Geplant sind einwöchige Reisen entweder um die Kanarischen Inseln oder im Sommer im Mittelmeer. Irgendwann soll es dann auch mal über den Atlantik in die Karibik gehen, „aber erst dann, wenn wir unsere Schulden bezahlt haben“ so Martin Hafner. Die Reisen sollen zunächst selbst organisiert und über die eigen homepage www.bambamtactac.ch vertrieben werden

Zuletzt stellt sich dann noch die Frage zu den doch eigenwilligen Bootsnamen. Die sind im Laufe der Zeit entstanden, als die beiden sich immer wieder gegenseitig motiviert haben, an den Booten weiter zu arbeiten, „einer allein hätte das nicht geschafft“ so Martin Hafner. „Wir haben uns immer wieder gegenseitig wieder angefeuert. Los, weitermachen, alles geben Bam-Bam oder auf geht´s Tac-Tac.


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