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  • AutorenbildChristian Eckardt

Theaterschiff Bremen muss zur Werftüberholung nach Bremerhaven



Ehemaliges Binnenschiff „Rügen“ soll rund zwei Wochen im Dock liegen bleiben


Ein ungewöhnlicher Schleppzug war am Sonntagnachmittag auf der Unterweser von Bremen nach Bremerhaven unterwegs, denn das 76 Meter lange und 11,5 Meter breite „Theaterschiff Bremen“ musste für eine alle fünf Jahre notwendige Werftzeit den angestammten Liegeplatz an der Tiefer in Bremen verlassen. Mit Hilfe des Schleppers „En Avant 13“ und dem Schubschlepper „Kap Horn“ führte die Reise wieder nach Bremerhaven, wo das bis 2002 als Binnenschiff „Rügen“ verkehrende ehemalige Frachtschiff bei der Bredo-Werft im Fischereihafen die nächsten Wochen wieder überholt wird. Per Ultraschallmessung wird dabei unter anderem auch kontrolliert, ob der Stahl des Schiffs noch überall die angeforderte Stärke von mindestens fünf Millimeter aufweist.


Die 1926 gebaute „Rügen“ transportierte bis zur Jahrtausendwende Kohle oder Erz auf dem Rhein und sollte dann eigentlich verschrottet werden, da der bisherige Eigner aufhören musste. Stattdessen hatte Knut Schakinnis das alte Binnenschiff für 25.000 erworben und zum Theaterschiff umfunktioniert. Der Umbau zum Theaterschiff dauerte dann rund ein halbes Jahr. Dabei wurden rund 70 Tonnen Material in das Schiff verbaut. Der Motor, das Getriebe und die Schraube des Schiffes wurden entfernt, die Schiffsdecke wurde mit Beton geschlossen, damit die Theatersäle vor Lärm von draußen geschützt sind. In der Mitte des Decks wurde ein Aufbau mit großen Glasfronten errichtet. Darin befindet sich heute eine Bar mit Sitzgelegenheiten für rund 70 Menschen, eine kleine Küche sowie sanitäre Anlagen. Wo sich einst der Maschinenraum befand sind heute der Heizraum und eine mikrobiologische Kläranlage untergebracht. In den ehemaligen Lagerräumen befinden sich nun heute zwei Theatersäle sowie ein kleiner Barbereich. Der kleine Theatersall bietet 110 Plätze, im größen Theatersaal ist Platz für 176 Besucher. Maximal 350 Personen dürfen sich gleichzeitig auf dem Theaterschiff aufhalten. Die Umzugsräume für die Schauspieler sind in den ehemaligen Unterkünften der Matrosen untergebracht.



Nach derzeitiger Planung soll das Theaterschiff rund 14 Tage bei der Bredo-Werft liegen bleiben, dann soll es wieder zurück nach Bremen gehen, doch bis der erste Vorhang sich dort wieder öffnet dauert dann noch ein paar Tage, denn lt. Spielplan beginnt der Spielbetrieb am Freitag, 23. Juni, mit der Wiederaufnahme von "Weiber – Ein Mädelsabend". Das Theaterschiff macht in diesem Jahr keine Sommerpause. Ab 14. Juli wird dann „ABBA Klaro!“ wieder ins Programm genommen.

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