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Wasserschutzpolizei stellt erhebliche Mängel auf Frachtschiff in Brake fest

Autorenbild: Christian Eckardt
Christian Eckardt
16. Sept.
2 Min. Lesezeit


Schon in der letzten Woche wurde im Hafen von Brake ein

Frachtschiff wegen einer fehlerhaften Ruderanlage am Auslaufen gehindert. Wie die zuständige Wasserschutzpolizei in Brake mitteilte wurde gegen den Kapitän und den Leiter der Maschinenanlage ein Bußgeld von insgesamt 40.000 € verhängt. Den Namen des Schiffes nannte die Polizei in ihrem Bericht nicht, doch aufgrund der Angabe zur Länge des 126 Meter langen Frachters und der Flagge von Barbados, lässt es sich dabei vermutlich auf das Frachtschiff „Gottlieb“ (IMO 9449388) einer türkischen Reederei schließen. Denn nur dieser 2007 in China erbaute Frachter mit einer Vermessung von 7.345 BRZ lag zum besagten Zeitraum in Brake.

 

Auf die fehlerhafte Ruderanlage ist ein Lotse aufmerksam geworden, der den Hinweis lieferte. Ein Sachverständiger der zuständigen Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr Hamburg (PSC) überprüfte den Verdacht im Rahmen einer Hafenstaatskontrolle. Bei dieser Überprüfung habe sich laut einer Mitteilung unter anderem herausgestellt, dass drei neue Hilfsdieselmotoren nicht in den vorhandenen Schiffszeugnissen und den zugehörigen technischen Unterlagen vermerkt sind.

 

Die weitere Überprüfung, bei der auch Beamte der Wasserschutzpolizei Brake anwesend waren, ergab außerdem „konkrete Hinweise“ darauf, dass die eingebauten Aggregate nicht die Voraussetzungen für die erforderliche Stickoxid-Emissionsstufe erfüllen. Allein wegen dieses umweltrechtlichen Verstoßes nach der See-Umweltverhaltensverordnung setzte die zuständige Bußgeldbehörde (in diesem Fall das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg) eine „erhebliche“ Sicherheitsleistung fest. Sie richtet sich mit jeweils 20.000 € gegen den Kapitän und den Leiter der Maschinenanlage, insgesamt sind also 40.000 € zu zahlen. Die Wasserschutzpolizei Brake leitet die weiteren Ermittlungen im Rahmen eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens.

 

Darüber hinaus stellte sich bei der Prüfung auch heraus, dass an Bord schlechte Hygienezustände herrschten, unter anderem durch Schimmelbildung in den Duschen und Toiletten. Die Besatzung sei schlechten Bedingungen ausgesetzt, außerdem werde der Schiffsmüll nicht ordnungsgemäß entsorgt. „Insgesamt ist das Fahrzeug in einem sehr schlechten Zustand“, teilte die WSP Brake mit. Die BG Verkehr hat zunächst ein Auslaufverbot für das Schiff verhängt.

 

Mittlerweile wurde die „Gottlieb“ von Brake nach Bremerhaven geschleppt und im Überseehafen am Schuppen F/G, gegenüber der Lloyd Werft festgemacht. Dort wird das Schiff vermutlich so lange liegen bleiben, bis alle festgestellten Mängel wieder beseitigt sind. Angaben, wie viele Crewmitglieder sich an Bord noch befinden, darüber konnte ein Polizeisprecher auf Anfrage keine Angaben machen.

 

 
 
 

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