• Christian Eckardt

Alte Krananlagen müssen für Neubau der Columbuskaje weichen



Weithin sichtbare „Giraffe“ wird im nächsten Jahr abgebrochen


Im Zusammenhang mit dem Neubau der Columbuskaje in Bremerhaven müssen insgesamt drei Kräne im südlichen Bereich der Pier rückgebaut werden. Schon seit einer Woche laufen die Abbrucharbeiten an den beiden letzten Kranen, die im südlichen Bereich der Kaje im Bereich des Stückgutterminals tätig waren. Die beiden 1971 von der Fa. Peiner erbauten blauen Pierkrane waren schon lange Zeit nicht mehr im Betrieb und verfügen auch nur über eine Hebeleistung von 6 Tonnen. Sie stammen noch aus der Zeit, als an der Pier die letzten großen Auswandererschiffe aber auch konventionelle Frachtschiffe an der Columbuskaje be- und entladen wurden. Unzählige Koffer für Kreuzfahrtreisenden hingen in den vergangenen Jahrzehnten an deren Haken. Doch durch die mittlerweile zu geringe Hebekraft und vor allem durch die immer größer werdenden Schiffe, kamen die beiden Krane in den vergangenen Jahren immer seltener zum Einsatz, da diese die Ladeluken nicht mehr erreichen konnten. Somit werden die beiden nun bis zum Ende des Monats zurückgebaut und werden von einem örtlichen Altmetallhändler entsorgt. Wenn zukünftig Krankapazität an der Columbuskaje benötigt wird, kommen Mobilkräne zum Einsatz, die mit ihren überlangen Auslegern auch die größten Kreuzfahrtschiffe beladen können.


Ab dem nächsten Jahr geht es der "Giraffe" an den Kragen


Auch die weithin sichtbare Landmarke am südlichen Ende der Columbuskaje, der 54 Meter hohe Containerkran in Leichtbauweise muss zurückgebaut werden, wie Holger Bruns, Sprecher von Bremenports auf Anfrage mitteilte. Dieser aus dem Jahr 1976 stammende Kran mit einem 93 Meter hohen Ausleger, der ebenfalls schon lange nicht mehr Einsatz gekommen ist, stammt ebenfalls vom Hersteller Peiner. Der Kran war in der Lage, Ladungen bis zu einem Gewicht von 38 Tonnen zu bewegen. Die unübliche Gitterkonstruktion wurde seinerzeit gewählt um Gewicht zu sparen, denn die „Giraffe" wie der Spitzname des Krans lautet, ruht hier noch auf einem alten Teil der Kaje, die vor 100 Jahren auf Holzpfählen gegründet wurde. Eine Containerbrücke in Vollbauweise wäre somit zu schwer gewesen. Vor dem Rückbau müssen nun erst noch Schadstoffuntersuchungen des Korrosionsschutzes des Krans durchgeführt werden, wie Bruns mitteilte. Erst nach Vorlage dieses Ergebnisses kann der Kran dann abgebrochen werden. Nötigenfalls muss dann vor der Entsorgung noch der Korrosionsschutz aufwendig abgetragen werden. Somit geht Bruns davon aus, dass der Rückbau erst im nächsten Jahr erfolgt.


Hafen- und Ladekrane haben über Jahrzehnte das Hafenbild bestimmt und in den vergangenen Jahren sind schon viele dieser Landmarken entlang der Hafenbecken von Bremerhaven verschwunden. Nachdem schon 2017 mehrere alte, über 40 Jahre alte Peiner-Ladekräne an der Columbuskaje verschrottet wurden, traf es im Sommer im Fischereihafen vor der Nordfrost-Pier drei alte Einheiten, die seinerzeit für die Entladung der Fischdampfer gedient haben. Auch der alte grüne Werftkran von Rickmers Lloyd aus dem Kaiserhafen ging den Weg ins Alteisen, denn dieser landete im dänischen Frederikshavn bei einem Schrotthändler. Einzig bei den drei Werftstandorten sind noch landseitige Hafenkräne sichtbar und das Stahlbauunternehmen Strako im Fischereihafen betreibt zwei Peiner-Ladekrane, mit einer Hebeleistung von jeweils rund 30 Tonnen, für die wasserseitige Verladung von Spundwandbohlen.


Neben dem alten orangefarbenen Grube-Kran im Neuen Hafen und dem alten 35,5 Meter hohen Turmdrehkran der 1986 geschlossenen Rickmers Werft an der Geeste sollen nach den Plänen von Investor Dieter Petram aber auch die vier alten verliebenen Werftkrane der Schichau Seebeckwerft am Helgen im Rahmen der Umgestaltung zum Werftquartier als Zeitzeugen der vergangenen Ära des Schiffbaus in Bremerhaven erhalten bleiben und in das Projekt dort einbezogen werden.



Rickmers-Kran Helgen-Krane bei SSW Abbruch von drei Kranen bei Nordfrost





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