Ambassador Cruise Line steigt mit "Ambella" im deutschen Kreuzfahrtmarkt ein

Britisches Unternehmen erwirbt die „Sirena“ von Oceania Cruises
Basishäfen in den Sommermonaten werden Kiel und Bremerhaven
Ab 2028 wird es einen neuen Anbieter auf dem deutschen Kreuzfahrtmarkt geben. Die britische Reederei Ambassador Cruise Line teilte in einer Erklärung mit, dass sie das Schiff von der Norwegian Cruise Line Holdings erworben hat. Es wird bis zum Frühjahr 2028 an Oceania Cruises zurückverleast. Geplant ist, das Schiff mit einer Kapazität für 670 Passagiere ab dem Frühjahr 2028 unter dem neuen Namen „Ambella“ auf dem deutschsprachigen Markt exklusiv nur für Erwachsene Gäste einzusetzen. Während der Wintermonate ist eine Vercharterung als schwimmende Universität für Semester at Sea geplant.
In Branchenkreisen wurde schon seit längerer Zeit erwartet, dass sich Ambassador nun mit dem deutschen Markt in die bestehenden Märkte des Unternehmens einreiht. In Großbritannien, wo das Unternehmen unter der Marke Ambassador firmiert, werden zwei Schiffe eingesetzt. In Frankreich ist das Unternehmen mit der „Renaissance“ unter der kürzlich erworbenen Marke CFC vertreten ist, die vor Kurzem in Ambassador Croisière umbenannt wurde.
Wie Ambassador mitteilte, wie die „Ambella“ nach der Sommersaison an das Institute for Shipboard Education (ISE), besser bekannt als Semester at Sea, verchartert, die derzeit noch die „World Odyssey“ bzw. „Deutschland“ einsetzt. Das Schiff wird dann im Herbstsemester 2028 und im Frühjahrssemester 2029 für Semester at Sea betrieben, bevor Ambassador es dann im Frühjahr für den Einsatz auf dem deutschen Markt wieder zurücknimmt. Diese geteilte Nutzung soll voraussichtlich langfristig fortgesetzt werden.
Ambassador erklärte weiter, dass sich die neue deutsche Marke an „anspruchsvolle deutsche Paare, erfahrene Kreuzfahrtpassagiere und Flusskreuzfahrtbegeisterte, die das Hochseekreuzfahren entdecken möchten“ richtet. Dabei werde das deutschsprachige Angebot anspruchsvoll sein und biete personalisierten Service sowie gehobene Gastronomie an Bord eines mittelgroßen Schiffes.
Die erste Saison des Schiffes, für die ab November 2026 schon Buchungen für die Saison 2028 möglich sind, umfasst elf Kreuzfahrten ab Bremerhaven und Kiel sowie zwei Überführungsfahrten. Der Einsatz, der zwischen Mai und September 2028 stattfinden wird, umfasst zielgerichtete Routen in die Ostsee und nach Nordeuropa sowie ausgewählte Reisen nach Südeuropa. Die Reiserouten sollen dabei die geringe Schiffsgröße der „Ambella“ ausnutzen, um Häfen anzulaufen, die für größere Kreuzfahrtschiffe weniger geeignet sind.
Christian Verhounig, Chief Executive Officer von Ambassador Cruise Line, erklärt: „Die Übernahme der „Sirena“, ihre künftige Einführung als „Ambella“ und der Start von Ambassador Kreuzfahrten sind ein bedeutender Meilenstein auf unserem Weg, Ambassador als Europas führenden Kreuzfahrtanbieter für bezahlbare Qualität im Silver Ager Segment zu etablieren. Als wir Ambassador im Jahr 2021 ins Leben riefen, erkannten wir eine klare Marktlücke für ein erschwingliches, hochwertiges Kreuzfahrterlebnis, das authentisch, einladend und zugänglich ist. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Traditionen klassischer Kreuzfahrten mit den Standards und Erwartungen der heutigen Gäste zu verbinden, und diese Philosophie ist nach wie vor grundlegend für unseren Erfolg. Der Eintritt in den deutschen Markt mit Ambassador Kreuzfahrten ist die nächste Phase dieser Wachstumsstrategie.“
Die Übernahme der „Ambella“ und der Einsatz auf dem deutschen Markt, mit jährlich mehr als 2,8 Millionen Kreuzfahrtgästen Europas größter Quellmarkt für Kreuzfahrten, ist der jüngste Schritt im schnellen Wachstum von Ambassador.
Ambassador wurde 2021 gegründet und begrüßte im April 2022 die ersten Gäste an Bord der „Ambience“, schon im Jahr 2023 folgte die „Ambition“. Durch den Zusammenschluss mit dem französischen Kreuzfahrtanbieter Compagnie Française de Croisières (CFC) im Januar 2025 kam die „Renaissance“ zur Flotte hinzu und stärkte die europäische Plattform der Gruppe erheblich. Die beiden „Ambience“ und „Ambition“ bilden weiterhin das Herzstück des britischen Kreuzfahrtprogramms von Ambassador für Erwachsene mit Abfahrt ab Großbritannien und ohne Anreise per Flugzeug. Alle drei Schiffe von Ambassador Cruise Line sind in Bremerhaven nicht unbekannt, wurden die von BSM Cruise Services aus Hamburg gemanagten Schiffe doch schon alle in den vergangenen Jahren schon auf der Lloyd Werft Bremerhaven generalüberholt.
Die Einführung von Ambassador Kreuzfahrten stellt nun den nächsten Schritt in dieser Strategie dar: Damit wird ein speziell auf den deutschen Markt zugeschnittenes Angebot geschaffen, das gleichzeitig auf dem Geschäftsmodell und dem Know-how der bestehenden Unternehmen von Ambassador aufbaut. Christian Verhounig: „Unser Zusammenschluss mit CFC verschafft uns mehr Größe, finanzielle Stabilität und eine stärkere europäische Plattform, während wir gleichzeitig den individuellen Charakter der von uns bedienten Märkte bewahren können. Wachstum bedeutet für uns, ein widerstandsfähiges europäisches Kreuzfahrtunternehmen aufzubauen, das nachhaltiges, langfristiges Wachstum erzielt und dabei dem treu bleibt, was Ambassador von Anfang an erfolgreich gemacht hat. Die „Ambella“ ist das richtige Schiff, Deutschland ist der richtige Markt, und wir glauben, dass dies der richtige Zeitpunkt ist, diesen spannenden nächsten Schritt zu gehen und einer neuen Generation von über 50-Jährigen unseren berühmten, herzlichsten Empfang auf See zu bieten – denn Momente zählen.“
Weitere Einzelheiten zum Eröffnungsprogramm von Ambassador Kreuzfahrten für das Jahr 2028 werden bekannt gegeben, bevor die Kreuzfahrten im November 2026 auf dem deutschen Markt in den Verkauf gehen. Gäste können über verschiedene Vertriebskanäle buchen, darunter das umfangreiche Reisebüro-Netzwerk in Deutschland, führende Online-Kreuzfahrtspezialisten sowie direkt über die eigene Website und das Kontaktcenter von Ambassador Kreuzfahrten.
Die 181 Meter lange und 25,5 Meter breite „Ambella“ (MO. 9187899) wurde ursprünglich für Renaissance Cruises im Jahr 2000 in Frankreich als „R Four“ gebaut und gehört zu einer Serie von acht baugleichen Schiffen der so genannten R-Serie.



Kommentare