• Christian Eckardt

An der Marineoperationsschule in Bremerhaven wurde nun das Zentrum Seetaktik Marine aufgestellt


Mit einem feierlichen Appell in den Räumlichkeiten des Taktikzentrums der Marine wurde am 4. Oktober an der Marineoperationsschule in Bremerhaven das Zentrum Seetaktik Marine aufgestellt. Dessen Leiter, Kapitän zur See Thomas Hacken, betonte, dass mit der Aufstellung des Zentrums die Seestreitkräfte ihre Fähigkeiten zur operativen Ausbildung und Taktikentwicklung zukunftsfähig bündeln würden. Damit bewege sich die Deutsche Marine nun auf Augenhöhe mit vergleichbaren Einrichtungen der seefahrenden Partnernationen. Kapitän Hacken wird erster Leiter des Zentrums Seetaktik sein.


Die neu geschaffene Einrichtung baut auf dem schon lange an der Marineoperationsschule bestehenden Taktikzentrum der Marine auf, der zentralen Ausbildungsstätte für Seekriegsführung in Deutschland. Der Neuansatz mit der Schaffung des Zentrums Seetaktik verbindet nun die Lehre mit der Entwicklung. Ziel ist, Einsatzgrundsätze und -verfahren der Seekriegsführung fortzuschreiben. Die im Zentrum erarbeiteten Inhalte und Erkenntnisse sollen anschließend direkt in die Taktikausbildung für die Operateure der Flotte einfließen.

Ein besonderer Schwerpunkt wird auf der Landes- und Bündnisverteidigung liegen, einschließlich der Identifikation zukünftiger Bedrohungen. Darüber hinaus berücksichtigen Ausbildung und Entwicklung auch die Anforderungen des internationalen Krisenmanagements auf See.


An der Marineoperationsschule (MOS) in Bremerhaven lernen die Soldaten ihr Handwerk, die ein Marineschiff zu einem Kampfschiff machen. Die so genannten „Operateure“, die später die Sensoren und Waffen eines Kriegsschiffs bedienen. Nach der Ausbildung an Land ist ihr späterer Arbeitsplatz die Operationszentrale an Bord. In der Ausbildung an der MOS kommen die Navigateure – sie steuern ein Schiff der Marine im Frieden und im Ernstfall – und die Funker hinzu. Ihre künftigen Arbeitsplätze sind Brücke und Funkraum. Somit finden an der MOS die Lehrgänge Navigation für die Navigateure, Fernmelde- und Signaldienst für die Funker und Signäler, Operationsdienst Unterwasser und Überwasser für die Radar- und Sonarleute sowie nicht zuletzt Elektronische Kampfführung für besonders spezialisierte Operateure. Zusätzlich gibt es Unterricht in Naturwissenschaften und der NATO-Sprache Englisch. Neben dieser Fachausbildung erhalten Marinerekruten an der Schule auch ihre militärische Grundausbildung. Pro Jahr durchlaufen rund 4.000 Schüler gut 200 Lehrgänge in Bremerhaven.


Die heutige Marineoperationsschule in Bremerhaven ging 1997 aus der „Marineortungsschule“ hervor, die mit dem Aufbau der jungen Bundesmarine 1956 entstand. Sie ist innerhalb der Flotte die zentrale Ausbildungseinrichtung für die Bereiche Taktik, Navigation und Kommunikation.


Die Kernsubstanz der Bundeswehr-Liegenschaft in Bremerhaven-Geestemünde an der Elbestraße entstand in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen in der sogenannten Geesteschleife auf dem Gelände der früheren Werft Joh. C. Tecklenborg. Heute gibt es keine Bauwerke mehr aus der Zeit der der ehemaligen Werft, das letzte Gebäude der „Tecklenborg Werft“ wurde schon vor Jahren abgerissen.



Drei Marineoffiziere lächeln in Bremerhaven in die Kamera!

Konteradmiral Christoph Müller-Meinhard, Abteilungsleiter Einsatzunterstützung im Marinekommando, Kapitän zur See Thomas Hacken, Leiter Zentrum Seetaktik Marine und Kapitän zur See Jens Grimm, Kommandeur der Marineoperationsschule (v.r.n.l.)

Foto: Bundeswehr/Inken Behne

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