• Christian Eckardt

Baubeginn für neue Rendsburger Schwebefähre in Brake

Schwebefähre soll noch im Herbst 2020 den Betrieb aufnehmen

Grafik: WSV

Der Bau der unteren Fahrbühne hat im neuen Fertigungswerk „Brake“ der Firma Hermann Maschinenbautechnologie begonnen, wie das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau nun mitteilte. Trotz der zurzeit herrschenden schwierigen Zeiten konnten von den Lieferanten die Liefertermin für die notwendigen Baustoffe erfüllt werden. Die angelieferten Stahlbleche und Profile werden auf das benötigte Maß, millimetergenau, gesägt bzw. geschnitten und so die benötigten Einzelteile hergestellt. Der Zusammenbau der unteren Fahrbühne startete am 17.04.2020.

Foto: Firma Hermann GmbH Maschinenbautechnologie, Weiden

Seit 100 Jahren wird damit nun wieder eine Schwebefähre gebaut. Weltweit sind mittlerweile nur noch sieben andere in Betrieb. Eine besondere Herausforderung bei der Konstruktion ist, dass die 113 Jahre alte Schwebefähre unter Denkmalschutz stand, daher muss die Nachfolgerin ein gleiches Erscheinungsbild aufweisen. Und auch an den grundsätzlichen Abmessungen wird sich nicht viel ändern. Die 14 Meter lange und sechs Meter breite Bühne wiegt 45 Tonnen und bietet Platz für vier Autos oder 100 Passagiere. Der 40 Tonnen schwere Oberwagen rollt unterhalb der Eisenbahnhochbrücke und trägt die Bühne. Das WSA forderte eine neue Schwebefähre, die „im Detail optimal durchgeplant“ sein sollte, dabei gelte „Qualität vor Schnelligkeit“.


Die Firma Hermann erstellte deshalb umfangreiche Pläne, die mit der Behörde abgestimmt wurden. Hermann fungiert mit 200 Mitarbeitern als Generalunternehmer und liefert neben dem Stahlbau auch den Maschinenbau, die Elektro- und die Nachrichtentechnik. In Weiden werden die Segmente der Schwebefähre vorgefertigt und dann per Lkw zum neuen Standort nach Brake-Oberhammelwarden (ehemalige Lühring-Werft) gebracht. Hier soll die neue Schwebefähre zusammengesetzt und mithilfe eines Schwimmpontons zum Aufbau nach Rendsburg gebracht werden.


Foto Firma Hermann GmbH Maschinenbautechnologie, Weiden.


Weiterhin schreiten vor Ort am Nord-Ostsee-Kanal die Vorbereitungen für die Errichtung des neuen „Zentrums“ für die Energieverteilung und die Steuerungstechnik auf dem Betriebsgelände des WSA Kiel-Holtenau voran. Im Anschluss der im Februar durchgeführten Arbeiten zur Baufeldfreimachung (Rodung von Gehölzen, Bodenaustausch und Herstellung eines Planums) erfolgte mittlerweile die Herstellung der Tiefgründung durch den Einbau von 10 Stück Mikropfählen einer Länge von jeweils zwischen 8 und 9 Metern. „Die Tiefgründung ist erforderlich, um die Lasten aus dem späteren Gebäude sicher und setzungsfrei in den tragfähigen Baugrund abzuleiten“, erklärt der Vertreter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau. Die nächsten Schritte sind die Herstellung der Stahlbewehrung der im Anschluss zu betonierenden Bodenplatte. „Wenn der Beton spätestens nach 28 Tagen voll ausgehärtet ist, sind die bautechnischen Voraussetzungen für das Aufstellen des Gebäudes erfüllt,“ erklärt der zuständige Sachbereichsleiter. Der Anlieferungs- und Aufstelltermin des Gebäudes ist Ende Juni geplant.


Voraussetzung für den Betrieb der Schwebefähre ist die Erneuerung der Schienenlaufbahn und der Tragkonstruktion. Beidseitig auf einer Länge von ca. 135 m sind die Schienen nunmehr montiert. „Die Stahlbaumontagen sind beendet und der Rückbau der provisorischen Kranlaufbahn kann beginnen. Danach setzen wir die fahrbaren Arbeitsgerüste voll für die noch ausstehenden Korrosionsschutzarbeiten an den neuen Schienenträgern ein“, erläutert der zuständige Sachbereichsleiter.

Das WSA Kiel Holtenau und die beauftragten Unternehmen verfolgen weiterhin das Ziel, die neue Schwebefähre im Herbst 2020 in Betrieb zu nehmen.


Am 8.1.2016 sind auf dem Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg ein Frachter (Evert Prahm) und die Schwebefähre zusammengestoßen. Der Fährführer wurde schwer, ein Passagier leicht verletzt. Was mit der alten, stark beschädigten Fähre passieren wird, die nach wie vor auf dem WSV-Bauhof in Rendsburg liegt, ist weiterhin unklar. Hier gibt es immer noch keine konkreten Vorschläge.

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