• Christian Eckardt

Ehemaliges Beluga-Ausbildungsschiff nimmt Werftzeit in Bremerhaven


Im Trockendock I der Lloyd Werft wurde jetzt der Mehrzweckfrachter „Industrial Revolution“ im Auftrag für Bredo Dry Docks trockengestellt. Das Schiff lag zuvor im dänischen Nordseehafen Esbjerg. Im Trockendock in Bremerhaven erfolgen in den nächsten Tagen reguläre Wartungs- und Klassearbeiten an dem mittlerweile 15 Jahre altem Schiff. Dies gehört zu einer Bauserie der so genannten R-Klasse von vier baugleichen Schiffen, die seinerzeit für die Hammonia Reederei in Hamburg und der ehemaligen Bremer Schwergutreederei Beluga Shipping erbaut wurden. Der aufgeschweißte alte Name „Beluga Revolution“ ist am Bug unter dem neuen grauen Farbanstrich noch immer zu erkennen. Die Schiffe dieser Serie waren für den weltweiten Einsatz, vornehmlich im Schwergut- und Massengutverkehr, vorgesehen und verfügen über eine Tragfähigkeit von 10.536 tdw. Die Containerkapazität beträgt 547 TEU. Ausgerüstet sind die Schiffe mit zwei NMF-Bordkränen mit einem Hubvermögen von jeweils 250 Tonnen, wobei im gekoppelten Betrieb bis zu 500 Tonnen bewegt werden können. Die Schiffe dieser Bauserie wurden seinerzeit als Ausbildungsschiffe konzipiert, dafür verfügen diese auf einem zusätzlichen Deck auch über vier separate Doppelkammern und einen separaten Klassenraum. Als „Belgua Revolution“ wurde das 135 Meter lange Schiff seinerzeit von der niederländischen Volharding Shipyards in Westerbroek abgeliefert, die auch für den Schiffsentwurf verantwortlich war. Anders als bei den drei Nachfolgeschiffen, bei dem der Schiffsrumpf auf einer rumänischen Werft in Mangalia entstand, wurde die „Beluga Revolution“ vollständig in den Niederlanden erbaut.


Medial bekannt wurde das Schiffvor allem durch den Einsatz der ersten Kapitänin bei der damaligen Beluga-Flotte, denn im Jahr 2009 übernahm Antje-Friederike Herbst seinerzeit das Kommando an Bord. Schon ein Jahr später sorgte ein Schiffsunfall für weitere Aufmerksamkeit. Denn im April 2010, strandete das Schiff auf einer Reise mit 8.000 Tonnen Altmetall im südpazifischen Ozean von Noumea in Neu Kaledonien nach Pohang in Südkorea auf der nur 50 Hektar großen Insel Trench, die zu Papua-Neuguinea gehört. Weder der damalige Kapitän noch die Wachoffiziere auf der Brücke bemerkten zu keinem Zeitpunkt, dass das Schiff im Autopilot-Modus direkt auf die im Kartenkurs befindliche Insel zusteuerte. Die Havarie verlief zum Glück relativ glimpflich ab, denn bei der Strandung mit rund 16 Knoten wurde an dem Schiff nur die Außenhaut des Schiffes beschädigt. Schon ein paar Tage nach der Bergung konnte das Schiff die geplante Reise fortsetzen.


Nach dem Ende der Beluga-Reederei im Jahr 2011 verblieben die Schiffe der R-Klasse bei der Hammonia-Reederei (Reederei Peter Döhle), die dann auch das Schiffsmanagement übernahm. In den letzten Jahren fuhr das Schiff unter dem Namen „Industrial Revolution“ in Charter für die amerikanische Reederei Intermarine, die im Jahr 2018 in das Joint Venture mit der Bremer Reederei Zeaborn zur Zeamarine verschmolz. Mittlerweile hat Zeamarine Insolvenz angemeldet und die US-Reederei Intermarine wurde in New Orleans wiederbelebt.


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