• Christian Eckardt

Wallenius Wilhelmsen plant Verkleinerung der Flottenkapazitäten

Kaltes Aufliegen und Verschrottungen geplant


Bei dem skandinavischen RoRo-Joint Venture Wallenius Wilhelmsen wird mit drastischen Maßnahmen auf die Auswirkung der Corona-Epidemie reagiert, denn das Unternehmen wird einige Schiffe verschrotten und bis zu 15 Schiffe kalt auflegen. Damit will man sich auf die unvorhersehbare Situation in der Weltwirtschaft vorbereiten, teilte das Joint Venture der schwedischen Wallenius-Gruppe und der norwegischen Wilhelmsen-Gruppe jetzt mit. Die ist vor allem mit RoRo-Aktivitäten und einer weltweiten Flotte von über 130 Autofrachtern für die drei Gruppen Wallenius Wilhelmsen Ocean, Wallenius, EUKOR und ARC tätig. Zudem wurden von dem im norwegischen Lysaker ansässigen Unternehmen einige finanzielle und operative Maßnahmen angekündigt. Die am 11. Februar angekündigte Dividende von 7 Cent pro Aktie wird gestrichen. Der Verwaltungsrat hat beschlossen, diesen Vorschlag zurückzuziehen, der insgesamt etwa 60 Mio. $ entsprochen hätte. Gleichzeitig deute die aktuelle Situation auf eine Überkapazität der Wallenius-Wilhelmsen-Flotte hin. Dabei handelt es sich um eine Größenordnung von 10-15 Schiffen abzüglich der bereits geplanten Rücklieferung von Charterschiffen, berichtet das Unternehmen, wobei von zunächst 10 aufgelegten Schiffen die Rede ist. Die Schiffe sollen dabei kalt aufgelegt werden, was zu einer Kostenersparnis von rund 3.000 bis 4.000 US-Dollar am Tag pro Schiff führt, je nach Länge der Aufliegezeit.

Von einem kalten Aufliegen redet man, wenn ein Schiff aufgrund fehlender Beschäftigung aus dem Betrieb herausgenommen wird und an einem sicheren Platz auf die Aufnahme einer neuen Beschäftigung wartet. Dabei geht meist die gesamte Besatzung von Bord und die Maschinenanlage wird komplett außer Betrieb gesetzt. »Die Welt hat sich in den letzten Wochen dramatisch verändert, und wir alle spüren die Auswirkungen. Es wird immer deutlicher, dass die aktuellen Ereignisse längerfristige Auswirkungen haben werden. Unser starker Fokus auf Synergien und Kosteneffizienz in den letzten Jahren hat uns in eine solide Liquiditätslage gebracht, aber wir ergreifen jetzt frühzeitig Vorsichtsmaßnahmen, um liquide Mittel zu erhalten«, erklärte Craig Jasienski, Präsident und CEO von Wallenius Wilhelmsen. „Die Welt hat sich in den letzten Wochen dramatisch verändert, und wir alle spüren den Effekt. Die Auswirkungen dieser Ereignisse auf die Weltwirtschaft und die globalen Lieferketten bleiben unvorhersehbar, aber es wird zunehmend klarer, dass aktuelle Ereignisse längerfristige Auswirkungen haben werden. Unser starker Fokus auf Synergien und Kosteneffizienz in den letzten Jahren hat uns in eine solide Liquiditätsposition gebracht, aber wir ergreifen jetzt frühzeitig Vorsichtsmaßnahmen, um liquide Mittel zu erhalten “, erklärte jetzt Craig Jasienski, Präsident und CEO von Wallenius Wilhelmsen. Weiterhin gibt es Pläne, bis zu vier Schiffe, die mehr als 24 Jahre alt sind, zu verschrotten. »In einem Markt, der bereits eine gewisse Überkapazität aufweist, erwarten wir nicht, dass diese Schiffe in absehbarer Zeit benötigt werden«, so das Statement. Dazu könnte beispielsweise auch die 25 Jahre alte „Don Juan“ gehören, die über eine Kapazität für 5.846 Standard-PKW verfügt. Aktuell hat das Unternehmen noch zwei Neubauten in der Pipeline, wobei sich die Ablieferung aufgrund der Corona-Epedmie verzögern wird. Auch sollten noch bei vier Bestandsschiffen noch Scrubber installiert werden, diese Investition wird zunächst zurückgestellt. Durch weitere Rückstellungen von Investitionen an einem der 11 eigenen Terminals soll eine ausreichende Liquidität gesichert werden. Wallenius Wilhelmsen gilt als einer der Marktführer des Autotransports über See und betreibt derzeit eine Flotte von über 130 Schiffen auf 15 verschiedenen internationalen Routen und befördert dabei weltweit rund 4,3 Millionen Fahrzeuge (Stand 2018). In Deutschland ist das Unternehmen langjähriger Hauptkunde an den Kajen der BLG logistics in Bremerhaven beim Im- und Export von PKW, LKW, Spezialfahrzeuge und High & Heavy-Objekten auf Schwerlast-Anhängern. Gezählt werden dabei rund 800 Anläufe jährlich an der Unterweser. Gut zwei Drittel aller Autos, die in Bremerhaven verladen werden, landen dabei auf den Schiffen aus der Gruppe von Wallenius Wilhelmsen.




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