• Christian Eckardt

Lürssen und German Naval Yards arbeiten in Zukunft als Team



Vereinbarung zur Zusammenarbeit im deutschen Marineschiffbau

Bei der Ausschreibung für die vier neuen Mehrzweckkampfschiffe "MKS 180" waren beide Werften noch Konkurrenten, nun wollen bei miteinander auftreten. Denn die Auftragsvergabe an die niederländische Werftgruppe Damen mit der zur Lürssen-Gruppe gehörenden Werft Blohm+Voss in Hamburg als Juniorpartner hatte hohe Wellen bei den heimischen Werften, in der Landespolitik und bei den Arbeitnehmervertretern geschlagen.




Nun beabsichtigt Lürssen mit German Naval Yards Kiel eine dauerhafte Zusammenarbeit im Marineschiffbau. Die bisherigen Aktivitäten im militärischen und behördlichen Überwasserschiffbau sollen künftig in ein gemeinsames Unternehmen unter Führung der Bremer Lürssen-Gruppe eingebracht werden, wie es in einer Mitteilung heißt. Ziel ist eine Verbesserung der nationalen Industriestruktur sowie eine Stärkung der Effizienz und Nachhaltigkeit. Die Vorarbeiten zu einer abschließenden vertraglichen Vereinbarung über das Gemeinschaftsunternehmen konnten in dieser Woche zwischen den Eigentümerfamilien erfolgreich abgeschlossen werden. Der geplante Zusammenschluss unterliegt dem fusionskontrollrechtlichen Genehmigungsvorbehalt.


Der Zusammenschluss folgt den Forderungen des öffentlichen Auftraggebers, leistungsfähige Industriestrukturen in nationaler verlässlicher Verfügbarkeit und effizienter Kostenstruktur gewährleistet zu sehen. Dies umfasst neben dem Neubau technologisch hochinnovativer Marineschiffe auch deren Funktionserhalt über den gesamten Lebenszyklus. Eine Unterstützung hat diese Forderung in den jüngsten Beschlüssen der Bundesregierung zur Neufassung des „Strategiepapiers zur Stärkung der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie“ mit der Zuordnung des gesamten Marineschiffbaus als deutsche „Schlüsseltechnologie“ erfahren. Die Stärkung des nationalen Marineschiffbaus durch eine Gemeinschaftsunternehmung von Lürssen und German Naval Yards Kiel entspricht diesen Zielvorgaben und stärkt zugleich die internationale Wettbewerbsposition norddeutscher Werften und der nationalen maritimen Zulieferindustrie. Die Bundesregierung war bereits frühzeitig durch den Maritimen Koordinator, Norbert Brackmann, MdB, in die Konsolidierungsgespräche einbezogen. Er hat den Prozess mit seiner Expertise maßgeblich begleitet und unterstützt. Iskandar Safa, CEO von Privinvest Holding SAL, der obersten Konzerngesellschaft der German Naval Yards Kiel GmbH, kommentiert den strategischen Schritt mit folgenden Worten: „Die Konsolidierung in Deutschland ist längst überfällig. Deutschland verfügt über erstklassige Marinewerften und exzellente Technologien. Aber unsere Kunden brauchen Partner, die über die Größe und die Fähigkeit verfügen, umfangreiche, strategisch wichtige Aufträge zu erfüllen. Das lässt sich besser erreichen, wenn inländische Akteure sich zusammenschließen. Heute haben wir einen wichtigen Schritt in diese Richtung getan. Wir freuen uns auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Lürssen.“


Friedrich Lürßen, Gesellschafter der Lürssen-Gruppe, sieht in der unternehmerischen Übereinkunft zugleich eine Stärkung der Attraktivität des nationalen maritimen Standortes. „Wir sind davon überzeugt, dass eine Konsolidierung unserer Werften im Marineschiffbau sinnvoll und förderlich ist, um dadurch deren Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Wir gehen diesen Weg in der Erwartung, dem nationalen Auftraggeber in der neuen Struktur ein umfassenderes und leistungsfähiges Angebot zu einer dauerhaften Belieferung und Betreuung hochwertiger Marineeinheiten geben zu können. Wir stehen hierzu mit unserem Team aus motivierten und hochqualifizierten Mitarbeitern verlässlich zur Verfügung. Mit diesem strategischen Zusammenschluss wollen wir auch aktiv dazu beitragen, die Auswirkungen der durch die gegenwärtige Corona-Pandemie entstandenen Herausforderungen im Schiffbau gemeinsam zu meistern und Arbeitsplätze und Technologiefähigkeit für den nationalen Standort langfristig zu sichern. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und sind zuversichtlich, noch vor uns liegende Hürden in der Umsetzung unserer Konsolidierungsstrategie nehmen zu können.“


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