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Versteigerter Eimerkettenbagger „Bremerhaven“ hat Seestadt mit Kurs auf Polen verlassen

  • Autorenbild: Christian Eckardt
    Christian Eckardt
  • 15. Nov. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

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Nach über 40 Jahre Einsatzzeit in den stadtbremischen Häfen von Bremen und Bremerhaven bei der Hafengesellschaft Bremenports hat der kürzlich für über 170.000 € versteigerte defekte Eimerkettenbagger „Bremerhaven“ sein angestammtes Arbeitsrevier verlassen. Der Schlepper „Leopard“ (IMO: 6819697) des polnischen Unternehmens Jan Stepniewski & Co. Ltd. nahm am 8.11.2025 den mittlerweile 45 Jahre alten Bagger an seinem Liegeplatz des Baggerbetriebes von Bremenports im Kaiserhafen an den Haken und wird ihn nach der Passage des Nord-Ostsee-Kanals nach Danzig überführen. Dort wird der neue Eigner den Bagger wieder betriebsbereit herstellen und unter neuen Namen wieder einsetzen. Zum Verkauf gehörte auch eine zweite Eimerkette inkl. Eimer, für eine Einsatztiefe von 18 m mit maximal 56 Eimern mit einem Inhalt von je 500 Litern. Damit können stündlich rund 570 Kubikmeter Schlamm vom Hafengrund entfernt werden. Das Baggergut gelangte dann über eine seitliche Rutsche auf die nun zum Teil auch schon von Bremenports veräußerten Klappschuten.


Nach der Passage des Nord-Ostsee-Kanals ist der Schleppzug mittlerweile in Swinemünde angekommen. Wie der Kapitän der "Leopard" mitteilte, wird es vermutlich erst Ende November weiter in Richtung Gdansk gehen.


Schleppzug mit Bagger Bremerhaven am 15.11.2025 zum Zwischenstopp in Swinemünde
Schleppzug mit Bagger Bremerhaven am 15.11.2025 zum Zwischenstopp in Swinemünde

Schwerer Brand im Maschinenraum der „Bremerhaven“


Infolge eines technischen Defekts kam es im November 2024 zu einem schweren Brand im Maschinenraum des 47,50 m langen Eimerkettenbaggers „Bremerhaven“. Angesichts der kalkulierten Höhe von 2,5 Millionen Euro und des Alters des 1980 bei der Schichau-Werft erbauten Eimerkettenbaggers war eine Reparatur des Arbeitsschiffes nicht mehr zu rechtfertigen. Zudem würde das Schiff für die Reparaturzeit mindestens für gut ein Jahr ausfallen, so die Kalkulation bei Bremenports, so dass der Bagger endgültig außer Dienst gestellt wurde und kürzlich über die Vebeg versteigert wurde. Auch drei von fünf Baggerklappschuten der Baggerei von Bremenports wurden in diesem Zusammenhang versteigert, die neue Eigner in Polen als auch in den Niederlanden fanden. Hintergrund des Verkaufs ist aber auch ein bereits vor längerer Zeit von Bremenports angekündigtes Unterhaltungskonzeptes für die Hafenschlickbeseitigung in den bremischen Häfen.



„Wir haben uns diese Entscheidung nicht leichtgemacht“, berichtete Henry Behrends, Leiter des Geschäftsbereichs Hafenbetrieb bei Bremenports schon im April 2025, „aber alles andere wäre wirtschaftlich nicht vernünftig, zumal das künftige, vom Senat- und den Hafenausschussmitgliedern beschlossene Nassbaggerei-Konzept für Bremen und Bremerhaven so oder so eine Außerbetriebssetzung des Arbeitsschiffs vorsieht. Das geschieht durch den Brand etwa zwei Jahre früher als geplant“.



Das neue Baggereikonzept sieht vornehmlich die Wasserinjektion – kurz: WI – zur Erhaltung der Wassertiefen in den Häfen vor. Dabei werden die Ablagerungen am Hafenboden durch mit entsprechenden Wasserinjektionsgeräten ausgestatteten Arbeitsschiffe aufgewirbelt, lösen sich als Sediment im Wasser und werden bestenfalls bei der nächsten Ebbe wieder Richtung Nordsee abtransportiert. „Mit der „Hol Blank“ und der „Hol Deep“ haben wir zwei entsprechende Arbeitsschiffe bereits seit langem erfolgreich im Einsatz – mittelfristig soll ein drittes entsprechendes Schiff hinzukommen, um den WI-Bereich weiter auszubauen“, so Behrends.


In den Bereichen, wo weiter konventionell gebaggert werden muss, so in den abgeschleusten Hafenanlagen, kommen neben gecharterten Hopperbaggern von Drittfirmen auch eine gecharterte Arbeitsplattform mit Greifbagger zum Einsatz. Diese ist besetzt mit Mitarbeitern aus der Bremenports Baggereiabteilung. Alles in allem sei diese Gesamtlösung wirtschaftlicher als auf eine Reparatur des ehedem schon sehr wartungsanfälligen Eimerkettenbaggers zu setzen, wie Bremenports mitteilte. Das Personal aus der Baggerei, das bislang im Zusammenhang mit dem Eimerkettenbagger eingesetzt war, wird für den Einsatz auf den WI-Arbeitsschiffen geschult, so dass diese weiterhin bei Bremenports beschäftigt bleiben können.

 
 
 

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