Windpark Alpha Ventus findet vor geplanten Rückbau noch neuen Eigner
Ocean Breeze Energy aus Bremen übernimmt ersten deutschen Offshore-Windpark

Eigentlich war ein Rückbau des ersten deutschen Offshore-Windparks Alpha Ventus in der Nordsee, rund 45 Kilometer vor Borkum geplant. Nun konnten die drei Betreiber des Gemeinschaftsprojektes EWE, RWE und Vattenfall ihre Anteile am Offshore-Windpark an Ocean Breeze Energy aus Bremen verkaufen. Der Eigentümerwechsel eröffnet Deutschlands erstem Offshore-Windpark eine neue Perspektive, die auf einen Betrieb über die ursprünglich vorgesehene Laufzeit hinaus geht.
Der 2010 in Betrieb genommene Windpark leistete Pionierarbeit für die deutsche Offshore-Windenergie. Als Demonstrations- und Erprobungsplattform lieferte das Gemeinschaftsprojekt wichtige Erkenntnisse zu Technologien sowie Betriebs- und Wartungskonzepten.
„Als Deutschlands erster Offshore-Windpark hatte Alpha Ventus eine Schlüsselrolle. Das Projekt war ein einzigartiges Test- und Lernfeld für Technologien, Betriebs- und Wartungskonzepte sowie den Aufbau von Offshore-Kompetenz. Das Konsortium hat seine Ziele erreicht und Erkenntnisse gewonnen, die bis heute in moderne Offshore-Windprojekte einfließen“, sagt Jantje Bolduan, Offshore-Managerin bei der EWE AG.
m Mai 2025 hatte die gemeinsame Betreibergesellschaft von EWE, RWE und Vattenfall Pläne für den Rückbau bekanntgegeben. Nach Angaben eines Sprechers war im September 2026 dieser noch vorgesehen. So sollte der Rückbau in den Sommern 2027 und 2028 erfolgen. „Die Ausschreibungen für beide Phasen laufen“, sagte hierzu noch ein Sprecher Anfang September.

Ocean Breeze Energy plant nun den Weiterbetrieb über die vorgesehene Laufzeit von 20 Jahren hinaus. Erfahrungen mit vergleichbarer Technologie im benachbarten Windpark BARD, betriebliche Synergien und eigene technische Lösungen bieten dafür gute Voraussetzungen.
Über die finanziellen Details der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart. Der Vollzug der Transaktion wird zeitnah im 4. Quartal 2026 erwartet. Mit der Transaktion beginnt für Alpha Ventus ein neues Kapitel: Die neue Eigentümerstruktur soll die vorhandene Infrastruktur möglichst lange für die Erzeugung erneuerbaren Stroms nutzbar machen.
„Wir haben mit BARD Offshore 1 über zehn Jahre Erfahrung, Offshore Windparks mit einer abgekündigten Windturbinentechnologie zu optimieren und sehen erhebliches Potenzial für einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb von Alpha Ventus. Damit wollen wir die Erfolgsgeschichte von Alpha Ventus weiterschreiben, und das Potenzial dieses Pionierprojekts maximal nutzen, einen positiven Beitrag zur Energiewende und Klimaneutralität zu leisten“, sagt Jean Huby, Geschäftsführer von Ocean Breeze Energy.
Ocean Breeze Energy ist bereits Eigentümer und Betreiber von BARD Offshore 1 (BO1), dem ersten kommerziellen Offshore-Windpark in Deutschland. Mit seinen 80 Offshore-Windenergieanlagen erreicht BARD Offshore 1 eine maximale Kapazität von 400 MW. Ocean Breeze Energy befindet sich zu 100 Prozent im Besitz von Fonds, die von Macquarie Asset Management verwaltet werden.
Der rund 45 Kilometer nördlich von Borkum gelegene Windpark Alpha Ventus wurde 2010 mit zwölf Anlagen und 60 Megawatt Gesamtleistung in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich um sechs Anlagen vom Typ M5000 von Adwen (vormals Areva Wind beziehungsweise Multibrid) auf Tripod-Fundamenten und sechs Anlagen vom Typ 5M von Senvion (vormals REpower Systems) auf Jacket-Fundamenten, wobei die Anlagen seinerzeit in Bremerhaven produziert wurden. Zum Windpark gehört auch noch ein Umspannwerk.
Fotos: Alpha Ventus



Kommentare