• Christian Eckardt

AIDA Cruises trennt sich von der AIDAcara - Jungfernfahrt startete vor 25 Jahren in Bremerhaven



Dritter Helios-Neubau von der Meyer Werft wird vorerst nicht für AIDA Cruises gebaut


Wie AIDA Cruises jetzt mitteilte, wird im Rahmen eines Restrukturierungsprogramms, bei dem es auch um weitere Schritte in Richtung emissionsneutrale Kreuzfahrt geht, das älteste Schiff der Flotte, die „AIDAcara“ verkaufen. Weiterhin wird zunächst auch kein weiterer Neubau aus der so genannten Helios-Klasse, zu denen die LNG-Schwesterschiffe „AIDAnova und AIDAcosma“ gehören, bei der Meyer Werft nicht für AIDA Cruises gebaut. Dieser Bauslot bei der Meyer Werft in Papenburg für das 2023 abzuliefernde Schiff soll für Carnival Cruise Line in Fahrt kommen. Ob dann AIDA Cruise später dann überhaupt noch ein drittes Schiff der Helios-Klasse in Dienst stellen wird, ist derzeit unklar, zu

Diese Anpassung im Auftragsbuch über den rund 950Millionen US-Dollar teuren Neubau teilte die Meyer Werft mit. Auch wenn es sich um die identische, 337 Meter lange Schiffsplattform handelt, sind die Auswirkungen für den Werftstandort in Papenburg sehr unterschiedlich, teilte Werftsprecher Florian Feimann mit. Denn während es in der Fertigung keine gesteigerte Auslastung gibt müssen nun die Technischen Büros das bestehende Design des 180.000 BRZ großen Neubaus in kürzester Zeit mit deutlicher Mehrarbeit transferieren.


Diese Änderung im Auftragsbuch unterstreicht, wie flexibel die Meyer Werft im Sinne ihrer Kunden reagieren kann und wie stark sich die Werften innerhalb des Konzerns zwischen Papenburg und Turku in Finnland unterstützen. Denn ursprünglich wurde das Design der Schiffe für die Marke Carnival Cruise Line für Werfttstandort Turku entwickelt. Insgesamt entstehen auf einer gemeinsamen technischen Plattform für vier Marken der Carnival Corporation & plc insgesamt neun Kreuzfahrtschiffe mit LNG-Antrieb, davon sind mittlerweile vier in Fahrt, die „AIDAnova“, die „Costa Smeralda“, die „Iona“ und seit kurzem auch die „Mardi Gras" für die Carnival Cruise Line.


Für AIDA Cruises hätte der Verzicht auf den noch namenlosen dritten Neubau aus dieser Baureihe zunächst weiter helfen, die Folgen aus der Coronavirus-Pandemie, die die Kreuzfahrtbranche massiv getroffen hat, mit weniger Belastungen besser zu stemmen.

Weiterhin wird sich AIDA Cruises nun auch von dem ältesten Schiff der Flotte, der 25 Jahre alten „AIDAcara“ trennen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Die Erfolgsgeschichte von AIDA Cruises begann am 7. Juni 1996 mit der Taufe des ersten AIDA Schiffes, der heutigen AIDAcara, das in Finnland gebaut wurde. Am 11. Juni startete dann die Jungfernfahrt des Schiffes an der Bremerhavener Columbuskaje in Richtung Palma de Mallorca. Mit dem Konzept des Clubschiffs läutete das Unternehmen vor einem Vierteljahrhundert eine neue Ära des Kreuzfahrturlaubs in Deutschland ein, mittlerweile ist das Unternehmen Marktführer für Kreuzfahrten in Deutschland. Nach nunmehr 25 Jahren Dienstzeit soll das Schiff, das derzeit im estnischen Hafen Tallinn lieg, an den neuen, bislang noch nicht genannten Eigentümer übergeben werden. Die aktuell mit der „AIDAcara“ geplanten Reisen werden von anderen Schiffen der Flotte übernommen. Betroffene Gäste werden hierzu zeitnah informiert.


Im März dieses Jahres ist AIDA Cruises nach der pandemiebedingte Kreuzfahrtpause auf den Kanarischen Inseln erfolgreich in die Saison 2021 gestartet. Aktuell sind drei AIDA Schiffen im Einsatz. Bis Ende Juli plant das Unternehmen bereits wieder mit sechs Schiffen seiner Flotte Kreuzfahrturlaub in Nordeuropa, der Ostsee sowie im westlichen und östlichen Mittelmeer anzubieten.


Neben den weiteren Vorbereitungen für die Wiederaufnahme von Kreuzfahrten mit allen weiteren Schiffen der AIDA Flotte, arbeitet AIDA Cruises bereits an zukunftsweisenden Neubauprojekten für eine emissionsneutrale Kreuzfahrt.


Die Geschichte der heutigen AIDAcara bzw. AIDA Cruises ist mittlerweile schon über 28 Jahre alt, denn im Jahr 1993 übernahmen die beiden Hamburger Kaufleute Nikolaus W. Schües und Horst Rahe die gerade privatisierte Deutsche Seereederei (DSR), die ehemalige Staatsreederei der DDR. Die beiden planten für den deutschen Markt ein neues Kreuzfahrtkonzept nach amerikanischem Vorbild in eher ungezwungener Atmosphäre. Am 26. August 1994 wurde der Bau des damaligen „Clubschiffes” bei der finnischen Werft Kværner Masa Yards (heutige Meyer Turku Oy) unter der Baunummer 1337 in Turku beauftragt. Das Schiff wurde nach der Ablieferung am 7. Juni 1996 von Christiane Herzog, der Ehefrau des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog, in Warnemünde auf den Namen AIDA getauft. Der Name wurde in Anlehnung an die Passagierschiffe der Deutschen Seereederei gewählt, die alle einen Namen mit dem Buchstaben „A” am Anfang und Ende trugen. Erstmals zierte damals auch die charakteristische Lackierung mit „Kussmund”, Augen und Lidschatten durch den Grafiker Feliks Büttner das Kreuzfahrtschiff – heute sind vierzehn dieser kunstvoll gestalteten Schiffe auf den Meeren dieser Welt unterwegs und geben der AIDA-Flotte ihr charakteristisches Aussehen. Start der voll ausgebuchten Jungfernreise in Richtung Mallorca war dann der 11. Juni 1996 von der Columbuskaje in Bremerhaven.


Damals war die "Aida" mit diesen bunten Außenbordwänden noch ein absoluter Vorreiter, doch mittlerweile haben die meisten Kreuzfahrtgesellschaften nachgezogen und die Bordwand ihrer Schiffe mit bunten Motiven oder Gemälden verziert. Während der ersten Jahre war die "Aida" noch als Clubschiff unterwegs – statt eines Kreuzfahrtdirektors fuhr deshalb auch ein Clubdirektor mit, auf dem Schiff wurde sich geduzt und die öffentlichen Räume waren erstmals auf einem deutschen Kreuzfahrtschiff mit knallbunten Stoffen und Teppichen ausgelegt. Angesprochen wurde mit diesem Konzept also eine deutlich jüngere Zielgruppe als auf den klassischen Kreuzfahrtschiffen, vor allem aber sollten sich auch Familien mit kleinen Kindern willkommen und gut aufgehoben fühlen. An Bord gab es damals hauptsächlich nur Büffetrestaurants mit offenen Tischzeiten und einer lockeren Kleiderordnung statt fester Tischzeiten an einem festgelegten Platz.



Trotz guter Buchungszahlen konnte das Unternehmen in den ersten Jahren keinen Gewinn einfahren, so dass man sich um August 1997 gezwungen sah, das damals einzige Schiff für 324 Millionen DM an den Wettbewerber Norwegian Cruise Line (NCL) zu verkaufen, mit einer gleichzeitigen Rückcharter. Gut zwei Jahre später kam AIDA dann unter das Dach der britischen Reederei P&O Cruises, die das erste AIDA-Clubschiff von NCL zurückkauften und dann gleich zwei weitere Neubauten bei der damaligen Aker MTW Werft in Wismar in bestellten. Seit April 2003 gehört die Marke AIDA Cruises zum weltgrößten Kreuzfahrtunternehmen der amerikanischen Carnival Corporation & plc..

Heute ist AIDA eine vorwiegend auf den deutschsprachigen Markt ausgerichtete Kreuzfahrtmarke der AIDA Cruises – German Branch of Costa Crociere S.p.A., einer Rostocker Zweigniederlassung von Costa Crociere. Eigentümer der Schiffe ist Costa Crociere, das Südeuropa-Tochterunternehmen von Carnival Corporation & plc mit Sitz in Genua.


Abfahrtshäfen sind in Deutschland schon immer Warnemünde, Kiel und Hamburg gewesen, doch seit ein paar Jahren sieht man auch in der Seestadt immer wieder Schiffe der Kussmund-Flotte, sei es für Dock- und Wartungsarbeiten bei der Bremerhavener Lloyd Werft aber auch seit zwei Jahren zu Fahrten im Rahmen des Selection-Programms in Richtung Nordland und Grönland.

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