• Christian Eckardt

BLG logistics erzielt 2019 Ergebnis auf hohem Niveau - Autoumschlag bricht in diesem Jahr ein


Autoumschlag in Bremerhaven, Foto BLG

Umsatz steigt auf rund 1,16 Milliarden Euro


Auf der ersten digitalen Bilanzpressekonferenz der BLG logistics Group AG & Co. KG am 29. April 2020 stellte der Vorstand die Ergebnisse des zurückliegenden Geschäftsjahrs vor. Der Vorstandsvorsitzende Frank Dreeke zieht ein positives Resümee: „Das Unternehmen BLG logistics hat im Geschäftsjahr 2019 ein solides Ergebnis erwirtschaftet. Unser Ziel, die Umsatzerlöse auf konstantem Niveau zu halten, haben wir in Summe mehr als erreicht.“ Mit dieser robusten und solide finanzierten Ausgangsbasis werde es auch gelingen, das extrem schwierige Jahr 2020 zu bewältigen.


Für 2019 weist die BLG-Gruppe insgesamt einen Umsatz von 1 Milliarde und 158,6 Millionen Euro aus. Das ist ein Plus von 17,3 Millionen Euro beziehungsweise 1,5 Prozent gegenüber 2018. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) ist mit 37,5 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Die EBT-Marge liegt mit 3,2 Prozent knapp unter Vorjahresniveau (3,3 Prozent).


2019 hat die BLG logistics ihre Position als eine der führenden Automobil-logistiker Europas erneut bestätigt und ihr Netzwerk in Europa ausgebaut. Insgesamt 6,3 Millionen Fahrzeuge wurden 2019 umgeschlagen, transportiert oder technisch bearbeitet, allein in Bremerhaven wurden 2,1 Millionen Fahrzeuge umgeschlagen, damit belegt Bremerhaven nach Zeebrügge erneut den 2. Platz als europäischer Umschlagsplatz. Eine sehr gute Umsatzsteigerung von über 50 Millionen Euro hat auch zu einem deutlich verbesserten Ergebnis geführt. Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich AUTOMOBILE belaufen sich auf 603,7 Millionen Euro, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 9,1 Prozent. Das EBT ist im Vergleich zum Vorjahr mit 19,3 Millionen um mehr als 24 Prozent gestiegen.


Der Geschäftsbereich Contract erzielte trotz eines leichten Umsatzrückgangs ein stabiles Ergebnis. Das Geschäftsjahr schloss mit einem Umsatz in Höhe von 563,9 Millionen Euro. Das entspricht einem leichten Rückgang im Vergleich zum Geschäftsjahr 2018 (599,2 Millionen Euro). Parallel ist es gelungen, das Ergebnis vor Steuern (EBT) um 2,5 Prozent auf 7,4 Millionen Euro zu steigern. Auch die EBT Marge stieg um 8,3 Prozent auf 1,3 Prozent an. Mit neuen Aufträgen und Standorten in Waiblingen, Meerane, Brandenburg, Ochtrup, Schlüchtern und Geiselwind ist die Kontraktlogistik der BLG logistics zukunftsfähig aufgestellt.


Die erste Video-Pressekonferenz der BLG am 29.April, Foto BLG

Der Geschäftsbereich Container der BLG-Gruppe wird durch die Hälfte der Gesellschaftsanteile an Eurogate repräsentiert. Im Geschäftsjahr 2019 erwirtschaftete die europäische Terminal-Betreibergruppe einen Jahresüberschuss in Höhe von 45,5 Millionen Euro (2018: 67,3 Mio. Euro). Die Umsatzerlöse lagen mit 564,6 Millionen Euro bei insgesamt leicht rückläufigen Umschlagsmengen in Deutschland ebenfalls unter dem Wert des Vorjahres (2018: 604,0 Millionen Euro). Insgesamt war das Geschäftsjahr von den Auswirkungen der in den Vorjahren erfolgten Konsolidierungswelle innerhalb der Reederei-Allianzen und den damit einhergehenden Veränderungen in den Netzwerken geprägt. Besonders betroffen war hierbei vor allem Bremerhaven, durch den Abzug der Tansatlantik-Dienste von Hapag-Lloyd von der Stromkaje nach Hamburg. Dies führte bei Eurogate in Bremerhaven um einen Umschlagsrückgang von 58,6 Prozent.


Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr 2020 stellt der Vorstandsvorsitzende fest: „Derzeit kann niemand verlässliche Aussagen machen, wie drastisch die Auswirkungen der Corona-Krise sein werden. Die Wirtschaftsforschungsinstitute sagen für das zweite Quartal einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 9,8 Prozent voraus, das wäre ein doppelt so großer Einbruch wie in der Weltfinanzkrise 2009. In Bezug auf Volumen, Umsatz und Ergebnis werden die Auswirkungen der Corona-Krise in allen Bereichen massiv und gravierend sein. Die Zahlen für 2019 belegen aber: wir sind robust und solide aufgestellt und werden auch in stürmischen Zeiten Kurs halten können.“


Für das zweite Quartal 2020 geht Frank Dreeke von einem Umschlagsrückgang um 30 – 40 Prozent aus, das an dem Shutdown der Fabriken liegt. Diese fahren erst sehr langsam ihre Produktion wieder hoch.


Ab Mai werden auf dem Containerterminal in Hamburg Kurzarbeit beginnen erklärte Eurogate-Chef Michael Blach. Wie viel Mitarbeiter davon betroffen sein werden ist noch nicht klar. Für den Standort Bremerhaven ist noch keine Entscheidung gefallen.

Frank Dreeke betonte in seiner Rede, dass die BLG logistics an den strategischen Zielen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit weiter festhält. Bis 2030 will der Seehafen- und Logistikdienstleister 30 Prozent der absoluten CO2 Emissionen im Unternehmen reduzieren. Der Nachhaltigkeitsbericht gibt Aufschluss darüber, welche Maßnahmen BLG LOGISTICS zum Erreichen ihrer Nachhaltigkeitsziele bereits umgesetzt hat. Mit 100-Tage-Projekten, 6-Monats-Sprints und mehrjähriger Grundlagenforschung arbeitet der Seehafen- und Logistikdienstleister an der Implementierung von künstlicher Intelligenz, autonomen Systemen und digitalen Plattformen.


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