• Christian Eckardt

Bredo Dry Docks holt den "weißen Schwan" aus Hamburg an die Weser



Dreiwöchige Werftzeit für „Cap San Diego“ im März in Bremerhaven

Erneut, nach 2016, kommt das größte noch fahrtüchtige zivile Museumsschiff der Welt, die „Cap San Diego“ für eine Werftzeit von Hamburg nach Bremerhaven. Im Trockendock V von Bredo Dry Docks im Kaiserhafen wird das ehemalige Kühlschiff vom 15. März bis zum 8. April erneut dort trockgengestellt, denn es eine umfangreiche Arbeitsliste von rund 200 Punkten abzuarbeiten, damit das Schiff wieder die so genannte „Klasse“, also den Schiffs-TÜV erhält. Dazu müssen die Tanks gereinigt, überprüft und konserviert werden, das Ladegeschirr muss überarbeitet und getestet werden und der gesamte Schiffsrumpf muss einer so genannten Dickenmessung unterzogen werden. Zudem müssen Schwachstellen im Stahlrumpf ausgebessert oder auch ersetzt werden. Zum Abschluss wird dann das Klassezeugnisses durch die Klassifikationsgesellschaft DNV-GL (als Voraussetzung für den Erhalt der weiteren Fahrterlaubnis verlängert.



Rund 1,4 Millionen Euro wird die Werftzeit kosten, wobei der Auftrag im Rahmen einer internationalen Ausschreibung vergeben wurde. Dabei kommt die ungefähr die Hälfte des Geldes aus dem Denkmalschutzprogramm des Bundes. Die andere Hälfte muss die Eigentümerin des Schiffes, die Hamburger Admiralität, zum Beispiel durch Spendengelder selber aufbringen.

Die „Cap San Diego“ ist das letzte noch erhaltene Schiff einer Serie von sechs schnellen Stückgutfrachtern, die 1961/62 für die Reederei Hamburg Süd gebaut wurden und vorzugsweise nach Südamerika gefahren sind. Der 160 Meter lange Frachter verkehrt bis in die 1980er Jahre und nahm Maschinen, Chemikalien und Autos von Hamburg nach Südamerika. Auf dem Rückweg wurden neben frischen Obst, Fruchtsaftkonzentrat, Kaffee und Textilien auch lebende Kühe transportiert. Seit 1988 liegt die „Cap San Diego“, die auch den Titel „Weißer Schwan“ trägt, als Museumsschiff und schwimmendes Denkmal an der Überseebrücke in Hamburg. 20 feste und vierzig ehrenamtliche Seeleute kümmern sich tagtäglich um das Schiff, um es für regelmäßig Gästefahrten an Nord- und Ostsee in Schwung zu halten. Auf diesen Fahrten werden bis zu 500 Passagiere mitgeführt.

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