• Christian Eckardt

Ehemalige Crystal-Kreuzfahrtschiffe wurden erfolgreich versteigert



Durch die Insolvenz der asiatischen Genting Group zum Jahresanfang gerieten auch die Tochtergesellschaften wie die MV-Werften aber auch die Kreuzfahrtreedereien wie Star Cruises, Dream Cruises und Crystal Cruises in Schieflage und somit letztendlich in die Insolvenz. In den letzten Wochen konnten schon drei in Asien aufgelegte ältere Kreuzfahrtschiffe von Star Cruises veräußert werden, wobei diese zum Teil mehr als 30 Jahre alten Schiffe in die Verschrottung gehen.


Aber auch die seit 2015 zum Genting-Konzern gehörende US-amerikanische Luxusreederei Crystal Cruises, musste im vergangen Winter den Betrieb einstellen. Die beiden Hochseekreuzfahrtschiffe „Crystal Symphony“ (Baujahr 1995), der „Crystal Serenity“ (2003) wurden auf den Bahamas aufgelegt, das erst 2021 von den MV-Werften in Stralsund abgelieferte Expeditionskreuzfahrtschiff „Crystal Endeavor“ wurde nach Abschluss einer Antarktisreise vorzeitig nach Europa zurückbeordert.


Nun wurde die „Crystal Symphony“, das älteste Kreuzfahrtschiff der Hochseeflotte, für einen sehr günstigen Preis von nur 25 Millionen US-Dollar im Rahmen einer Versteigerung veräußert. Der neue Eigner nennt sich CSY Ltd., der neue Betreiber ist derzeit noch unbekannt. Aktuell verbleibt das Schiff aber noch unter dem Management von V-Ships Leisure auf den Bahamas. Die etwas jüngere „Crystal Serenity“, die ebenfalls auf den Bahamas aufliegt, wurde für einen Preis von knapp über 100 Millionen US-Dollar an ein Unternehmen mit Namen CSE Ltd. versteigert. Auch hier gibt es derzeit keine Angaben über den zukünftigen Betreiber des Schiffes.


In Bremerhaven sind die beiden bislang weltweit eingesetzten Kreuzfahrtschiffe nicht ganz unbekannt, wurden beide doch auf der dortigen Lloyd Werft, die zu dem Zeitpunkt ebenfalls ein 100%iges Tochterunternehmen der Genting-Group war, in den vergangenen Jahren mehrfach umgebaut. Noch im Juni letzten Jahres lag die 922 Passagiere fassende „Crystal Symphony“ für zwei Wochen für Wartungs- und Klassearbeiten im Kaiserdock II der Lloyd Werft.


Foto Peer Schmidt-Walther


Die aktuell immer noch vor Gibraltar beschäftigungslos aufliegende „Crystal Endeavor“ konnte an die zur Royal Caribbean Group gehörende Reederei Silversea Cruises verkauft werden. Unter dem zukünftigen Namen „Silver Endeavor“ wird das nur 200 Gäste fassende Schiff das erste Expeditionsschiff der Reederei sein, die vor der Pandemie schon mit Neubauten für den Expeditionsmarkt geplant hatte. Es ist davon auszugehen, dass das Schiff noch in diesem Jahr für Silversea in die Antarktis-Saison 2022-23 starten wird.


Crystal Bach, Foto MV-Werften


Unklar ist noch immer, was mit den fünf Ultras-Luxus-Flusskreuzfahrtschiffen von Crystal River Cruises passieren wird. Zu der Flotte gehören neben der seinerzeit gebraucht erworbenen „Crystal Mozart“ auch vier, seit 2018 auf den MV-Werften in Wismar gebaute exklusive Flusskreuzfahrtschiffe der „Rhein-Klasse“. Einige Sektionen für diese 135 Meter langen Schiffe wurden seinerzeit auch von dem Rönner-Tochterunternehmen Stahlbau-Nord aus Bremerhaven zugeliefert.


Die vier Schiffe der „Rhein-Klasse“, die von der Schweizer Schiffsmanagement-Firma River Advice im Layup betreut werden, befinden sich immer noch im niederländischen Winteraufliegehafen Dodewaard in der Nähe von Arnheim, die „Crystal Mozart“, aufgrund ihrer besonderen Schiffsgröße, liegt immer noch an der Donau im österreichischen in Linz verbleiben.




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