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  • AutorenbildChristian Eckardt

Erster Bauabschnitt der Bremerhavener Columbuskaje ist offiziell fertiggestellt




Rund 100 Jahre nach dem Bau der ersten Columbuskaje im Jahr 1924 in Bremerhaven konnte dort nun der erste Bauabschnitt der neuen Columbuskaje am Montag offiziell fertiggestellt werden. Im Anschluss konnte die Hafengesellschaft Bremenports die 400 Meter lange neue Kaje dem Terminalbetreiber, dem Columbus Cruise Center übergeben. Zur Fertigstellung der neuen Kaje gab es viel positives über diese ersten Bauabschnitt zu berichten.

Die zuständige Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Frau Dr. Claudia Schilling (SPD) merkte an, dass man eineinhalb Jahre nach dem offiziellen Baubeginn nun termingerecht zum 1. April diesen ersten Abschnitt fertiggestellt hat. Hierzu bedankte Sie sich bei allen Beteiligten bei der Umsetzung dieses Projektes. Bremenports-Geschäftsführer Robert Howe betonte, dass man sich im Rahmen der Baumaßnahme „voll im Budget befände“ und das es glücklicherweise auch während der gesamten Baumaßnahme keine größeren Unfälle auf der Baustelle gab. Jens Diekmann, Projektingenieur der Oldenburger Tiefbau GmbH Unterweser, die zusammen mit der Züblin AG den Auftrag zum Bau der Kaje erhalten hat, stellte fest, dass auch der Zeitplan für den rund 220 Meter langen, aktuell laufenden zweiten Baubabschnitt gut läuft und dass man ziemlich sicher davon ausgehen kann, dass dieser Kajenabschnitt im Herbst ebenso pünktlich abgeliefert wird. In der Baubranche in der heutigen Zeit mit Hindernissen durch Lieferengpässe aber auch Fachkräftemangel keine alltägliche Meldung.



Nach derzeitiger Planung soll schon am 19. April die „Mein Schiff 3“ von TUI Cruises mit über 2.500 Passagieren an der neuen Columbuskaje als erstes Schiff anlegen und damit auch die erste neue gläserne Passagierbrücke, die der spanische Herstelle Adelte auf der Pier errichtet hat, in Betrieb nehmen.

Nach dem Senatsbeschluss im Jahre 2019 hatten die Ingenieure von Bremenports detaillierte Planungen für die neue Kaje entwickelt, und ab dem Herbst 2021 konnten die Arbeiten an dem rund 80 Millionen Euro teuren Projekt beginnen, das in drei Bauabschnitte aufgeteilt wurde, um den Kreuzfahrtbetrieb an der Kaje weiterhin aufrecht zu halten. Viel Material musste hierfür in den vergangenen Monaten schon in den Wesergrund gebracht werden, dass die neue Columbuskaje, die nun 20 Meter tiefer in die Weser ragt, termingerecht in Betrieb genommen werden konnte.


So wurden auf der gut 600 Meter langen Kaje des ersten Bauabschnitts 168 Tragbohlen von 42 Meter Länge tief im Weserschlick versenkt, mit Füllbohlen geschlossen und mit Schrägpfählen verankert. Insgesamt wurden so bislang ca. 8000 Tonnen Stahl sowie 2.500 m³ Stahlbeton im 1.BA verbaut. Die Rammarbeiten wurden unter Einsatz eines sogenannten Faltenbalgs durchgeführt, der die Lärmemissionen stark eindämmte. Zusätzlich wurden vor Beginn "akustische Vergrämungsmaßnahmen " durchgeführt, um in der Nähe befindliche Meeressäugetiere zu warnen. Ein großer Pluspunkt war auch, dass von der Arbeitsgemeinschaft das notwendige Material rechtzeitig bestellt wurde, so dass die Baustelle nicht von Lieferschwierigkeiten betroffen war. Um den Zwischenraum zwischen alter und neuer Kaje zu verfüllen, wurde Wesersand aus rund 14 Meter Tiefe mit dem speziellen niederländischen Baggerschiff „Spauwer“ angeliefert, für den ersten und zweiten Bauabschnitt sind das rund 240.000 Kubikmeter, wie Bremenports Ingenieur Ralf Meier erklärte. Das spezielle Verfahren bei der erstmals auf einer Wasserbaustelle in Deutschland eingesetzten „Spauwer“ ist, dass der Sand schon auf dem Schiff mit einem speziellen Vakuumsystem vorentwässert auf der Baustelle angeliefert wird und nicht noch extra entwässert werden muss, das spart Zeit.


Vor der nun fisch gepflasterten neuen Columbuskaje wurden mittlerweile in Abständen von 40 Metern große schwarze Gummifender installiert, damit die Kreuzfahrtschiffe zukünftig ihre Außenhaut an der neuen Pier nicht beschädigen. Zwischenzeitlich wurde zudem in den vergangenen Wochen die rund 180 Tonnen schwere gläserne Passagierbrücke von Adelte vom Typ Pegasus aufgestellt, die größte Brücke dieser Art. Diese crem weiß-gestrichene Brücke wurde nach speziellen Vorgaben von Bremenports nachgerüstet, so in Hinblick auf den Korrosionsschutz aber auch auf den Hochwasserschutz. Denn bei winterlichen Stürmen kann auch zukünftig die Columbuskaje unter Wasser stehen, so dass alle wichtigen elektrischen Bauteile an der Brücke in einer Höhe von über 3 Meter installiert wurden. Die Brücke läuft im hinteren und mittleren Bereich auf Schienen, am vorderen Kajenende auf Vollgummireifen, und kann nach Fertigstellung der Baumaßnahme komplett auf der gesamten Kaje verschoben werden. Zwei weitere Brücken werden noch in diesem Sommer in Einzelteilen per Schwerlast-LKW angeliefert und dann bis zur Fertigstellung des 2. Bauabschnitts im Herbst 2023 betriebsbereit sein.



Robert Howe erklärte, dass derzeit die Ausschreibung für den dritten und letzten Bauabschnitt für die restlichen 200 Meter im Süden der Kaje derzeit läuft und dass nach erfolgreicher Submission alle Beteiligten davon ausgehen, dass die derzeit größte Kajenbaustelle Bremerhavens zum Ende 2024 abgeschlossen werden kann. Ab 2015, wenn Setzungen von neuen Kajenflächen ausgeschlossen werden können, können dann auch Stromleitungen für die Landstromversorgung der Kreuzfahrtschiffe verlegt werden.

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