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  • AutorenbildChristian Eckardt

Erstmalige LNG-Bebunkerung eines Containerschiffes am Eurogate-Terminal in Bremerhaven


Foto Wolfhard Scheer


Erstmalig erfolgte an der Bremerhavener Stromkaje die LNG-Bebunkerung im so genannten „Ship-to-Ship“ Verfahren eines Containerschiffes. Das erst in diesem Frühjahr in Fahrt gekommene Container-Feederschiff „CMA CGM Mermaid“ (IMO 9961283) der französischen Reederei CMA CGM wurde am Samstagmittag (11.05.2024) am Eurogate-Terminal erfolgreich mit Flüssigerdgas durch einen Kryogenen Schlauch, der Temperaturen von minus 160 Grad standhält, vom Tankschiff „Kairos“ betankt. Die „Kairos” lag zuvor im dänischen Hafen Skagen. Rund 180 Kubikmeter Flüssigerdgas übernahm das 204,20 Meter lange und 29,60 m breite Containerschiff, wie ein Sprecher der Reederei auf Anfrage mitteilte.


Das rund 2.000 TEU fassende Containerschiff, das Typschiff einer zukünftig aus 10 Einheiten bestehenden Bauserie der südkoreanischen Hyundai Mipo Dockyard, Ulsan, wird im Feederverkehr von Bremerhaven und Hamburg im so genannten Finnland-Express auf der Intra-Nordeuropa-Linie eingesetzt und steuert dabei Häfen in Skandinavien, Estland und Polen an und liegt somit alle zwei Wochen zur Ladungsaufnahme wieder an der Weser bzw. Elbe. Die nun in Bremerhaven erfolgte Erst-Bebunkerung mit LNG war als Testlauf gedacht, so der Unternehmenssprecher, abhängig von dem Verlauf soll dann entschieden werden, ob der Containerfeeder regelmäßig an der Unterweser sein Flüssigerdgas erhält.


Die „CMA CGM Mermaid“ wurde unter anderem mit innovativen Konstruktionsmerkmalen ausgestattet, so durch einen auf der Back befindlichen großen Windabweiser. Die Aufbauten sind im Vorschiffsbereich angeordnet, was für eine bessere Aerodynamik und eine höhere Ladekapazität sorgen soll. Ein gerader Bug mit integriertem Wulstbug dient zudem dazu, den Treibstoffverbrauch um 15 Prozent pro Reise zu senken, so die Reederei. Betrieben wird der Containerfeeder durch einen Dual-Fuel Motor des Typs MAN 6S60ME-C10-G mit einer Leistung von 14.940 kW. Hiermit wird eine Reisegeschwindigkeit von 15,3 kn erreicht. Der Neubau stößt nach Angaben der Reederei im Vergleich mit herkömmlichen Schiffen dieser Größe bis zu 20 Prozent weniger CO₂ aus. Dabei kann das Schiff konstruktionsbedingt nicht nur mit Flüssigerdgas „LNG“ betrieben werden, sondern auch mit Biogas aus Bioabfall, ferner ist ein Betrieb auf E-Methan umrüstbar. Das letzte Schiff aus dieser Serie, das im Januar 2025 in Fahrt kommen soll, wird dann mit einer Wassertoff-Brennstoffzelle ausgestattet, so dass die Emissionen im Hafen auf Null reduziert werden.  soll.


Foto: Wolfhard Scheer


Hinter dem Deckshaus der „CMA CGM Mermaid“ befinden sich die Containerladeräume und achtern der Maschinenaufbau mitsamt der LNG-Tanks. Dabei hat der französische Spezialist für die Lagerung von verflüssigtem Erdgas, GTT, bei der Entwicklung der Speichertanks mit einer Gesamtkapazität von 1053 Kubikmetern mitgewirkt.


Foto: Eckardt


Mittlerweile wurden in Bremerhaven schon mehrfach Schiffe mit LNG betrankt, so erstmalig am 18.06.20 am Columbus Cruise Center Bremerhaven mit der ersten Ship-to-Ship Bebunkerung in einem bremischen Hafen. Seinerzeit bracht auch die „Kairos“ rund 1.300 Kubikmeter Flüssigerdgas aus der finnischen Hafenstadt Pori an die Columbuskaje. 15 Stunden lang wurde seinerzeit der Kreuzfahrtneubau „Iona“ der Meyer Werft dort betankt.

LNG steht für Liquefied Natural Gas, es handelt sich hierbei um tiefgekühltes flüssiges Erdgas. Flüssiggas gilt als besonders umweltfreundlich. Im Vergleich zu konventionellen Schiffstreibstoffen kann durch den Einsatz von LNG eine Vielzahl an Emissionen signifikant verringert werden.


Die 117 Meter lange „Kairos“ des finnischen Unternehmens Gasum ist ein Bunkerschiff für die Betankung von Schiffen mit LNG-Antrieb. Es wurde ebenfalls von der südkoreanischen Werft der Hyundai Mipo Dockyard gebaut und im Oktober 2018 abgeliefert. Bis zur Indienststellung der „Gas Agility“ im Frühjahr 2020 war die „Kairos“ das weltweit größte LNG-Bunkerschiff. Die Kapazität der Ladetanks beträgt 7500 Kubikmeter.

 


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