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Fährschiffklassiker aus Ostfriesland verkehrt erfolgreich im griechischen Inselverkehr

Autorenbild: Christian Eckardt
Christian Eckardt
vor 11 Minuten
2 Min. Lesezeit

Letzter Neubau der Jantzen Werft aus Leer war über 23 Jahre in der Karibik im Einsatz


Deutsche Werften gehörten bis zu Jahrtausendwende zu den führenden Produzenten von Hochseefährschiffen, HDW, Flender oder auch Schichau-Seebeck sind einige Beispiele hierfür. Auf einige dieser mitunter nicht mehr ganz jungen und ganz unterschiedlichen Arbeitspferde kann man immer wieder auf Reisen treffen, so auch gerade im Mittelmeer bzw. in griechischen Gewässern.


So läuft regelmäßig das Fährschiff „Panorama“ (IMO 8606044) der griechischen Reederei Olympian Ferries den geschäftigen Fährhafen von Piräus an. Schon seit November 2025 verkehrt das mittlerweile 39 Jahre alte Fährschiff auf der Strecke Piräus–Ägina mehrmals täglich. Zuvor war sie auf anderen Linien zu den Sporaden im Einsatz.


Aktuell ist die „Panorama“ nicht nur das größte, sondern auch das schnellste Fährschiff auf der Fährlinie nach Ägina. Bei weiteren Recherchen fällt dann auf, dass die „Panorama“, die sich optisch in einem tadellosen Zustand befindet, im Oktober 1987 von der ehemaligen Martin Janzen Werft in Leer für die staatliche Reederei Trinidad and Tobago Inter-Island Ferry Serviceunter der Baunummer 183 abgeliefert wurde. Es war damals das größte Fährschiff in der Geschichte der 60 Jahre alten Werft. Sie kam nach der Ablieferung auf der Route Port of Spain–Scarborough in der Karibik zum Einsatz, wodurch die Inseln Trinidad und Tobago verbunden wurden.


Die „Panorama“ war seinerzeit für die Werft als auch für die ostfriesische Region ein schicksalhaftes Schiff, denn nach der Ablieferung musste die traditionsreiche  Werft konkursbedingt den Betrieb schließen und hunderte Beschäftigte verloren seinerzeit ihre Arbeit. Auf dem einstigen Werftgelände in Leer befindet sich mittlerweile der Ableger der niederländischen Ferus Smit-Werft.




Nach 23 Jahren Betrieb und einigen Jahren Aufliegezeit wurde die 101,3 Meter lange und 17.52 Meter breite Fähre 2010 an die neu gegründete griechische Reederei Panorama Shipping verkauft. Sie behielt ihren ursprünglichen Namen (wurde jedoch unter griechischer Flagge registriert) und wurde ein Jahr lang in Drapetsona umgebaut. Ende 2011 wurde sie dann auf der Route Rafina–Marmari im Golf von Petalioi eingesetzt. Dort verkehrte sie im Rahmen des Joint Ventures Marmari Ferries zusammen mit der „Evia Star“. 2024 wurde sie an das griechische Unternehmen Olympian Ferries, die auch die „Evia Star“ erwarb.

Die Kapazität der „Panorama“ beträgt 800 Passagiere und 160 Pkw, die Dienstgeschwindigkeit beträgt 18 Knoten.

 

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