„Gerda Maria“ wird wohl zukünftig im Pazifik fischen
- Christian Eckardt
- 15. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Parlevliet-Gruppe verkauft letzten in Deutschland gebauten Trawler nach Neuseeland
Der 81 Meter lange deutsche Hecktrawler „Gerda Maria“ (IMO 8716928) der zum niederländischen Fischereigroßkonzern Parlievliet & Van der Plas gehörenden Nordbank Hochseefischerei GmbH hat jetzt nach mehrmonatiger Aufliegezeit den Bremerhavener Fischereihafen verlassen. Nach bislang noch unbestätigten Meldungen soll ein Interessent aus Neuseeland den Trawler erworben haben, um ihn zukünftig im Pazifik einzusetzen.
Zunächst nahm der als „Cuxhaven“ auf der Cuxhavener Mützelfeldwerft erbaute Trawler von Bremerhaven über den Nord-Ostsee-Kanal noch Kurs auf die litauische Stadt Klaipeda, wo zunächst noch Wartungs- und Umbauarbeiten für den neuen Eigner erfolgen sollen. Unter welchem Namen das Schiff, das zuletzt mit Heimathafen Rostock verkehrte, zukünftig fahren wird, ist noch nicht bekannt.

Mit der Inbetriebnahme der neuen „Jan Maria“ (Fischereikennung BX 792) im April 2024 wurde die „Gerda Maria“ zunächst vor der Halle 10 im Bremerhavener Fischereihafen aufgelegt. Ein Großteil der ehemaligen 26-köpfigen Crew der „Gerda Maria“ wechselte mit der Außerbetriebnahme auf das wesentlich größere und moderne Fangschiff „Jan Maria“. Die „Gerda Maria“ wurde zum Verkauf ausgeschrieben, anfangs wurde bei einem dänischen Makler ein Gebotspreis von 9 Millionen Euro gefordert, zuletzt wurde der Preis auf 5 Millionen Euro Verhandlungsbasis auf der Internet-Plattform des Maklers gesenkt.
Die heute 81 Meter lange „Gerda Maria“ wurde 1990 für die Deutsche Fischfangunion (DFFU) unter der Fischereikennung NC 106 mit einer Länge von 64,2 Meter erbaut. Seinerzeit war der 21,5 Millionen DM teure Neubau das bis dahin größte Schiff, das auf der Mützelfeldwerft gebaut wurde. Die „Cuxhaven“ kam als Ersatzschiff für die am 25. Juni 1986 vor den Orkney-Inseln gesunkene „Hessen“ in Fahrt und ist der letzte in Deutschland gebaute Hochseetrawler. Nachfolgende Fischereischiffe für deutsche Unternehmen wurden dann in Norwegen oder der Türkei bestellt.
Schon im Jahr 1996 gibt die DFFU den Frischfischfang auf und lässt die „Cuxhaven“ im Frühjahr 1996 bei der Mützelfeldwerft zu einem Froster umbauen. Von nun an werden in der Grundfischerei vorwiegend Schwarzer Heilbutt, Kabeljau und Rotbarsch für den japanischen Markt gefangen. Zum Jahresende 2000 wird die Trawler dann die Nordbank Hochseefischerei in Sassnitz verkauft, ein Unternehmen der weltweit aktiven niederländischen Parlevliet-Gruppe. Das Schiff wurde auf 81,32 Meter verlängert und kam dann als „Gerda Maria“ mit der Fischereikennung ROS 786 wieder in Fahrt. Vornehmlich im Nordatlantik kam der Trawler mit Grundschleppnetzen auf Kabeljau, Seelachs und Garnelen zum Einsatz. Der Fang wurde an Bord filetiert und in einer vollautomatischen Kühlanlage eingefroren. In den folgenden Jahren löschte das Schiff, das über eine Laderaumkapazität von 650 Tonnen verfügt, seine Frostware dann auch immer wieder im Bremerhavener Fischereihafen.






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