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  • AutorenbildChristian Eckardt

Kreuzfahrtschiff „Ambition“ verlässt Lloyd Werft



Vierwöchiger Umbau auf der Bremerhavener Traditionswerft termingenau beendet


Auf den Termin genau hat das britische Kreuzfahrtschiff „Ambition“ (48.123 BRZ) der Ambassador Cruise Line am Sonntagmittag die Lloyd Werft Bremerhaven nach einer vierwöchigen Dockliegezeit wieder verlassen. Die Dockarbeiten bei der Lloyd Werft umfassten unter anderem Wartungsarbeiten an den Antriebseinheiten, Rudern und Stabilisatoren, aber auch ein neuer Anstrich in den Reedereifarben.

Mit Hilfe von drei Hafenschleppern wurde das Kreuzfahrtschiff aus dem großen Kaiserdock II ausgedockt und über die Nordschleuse nahm das Schiff Kurs auf die Nordsee. Nächster Hafen ist zunächst die südnorwegische Stadt Kristiansand, wo noch Material übernommen werden muss, wie die Reederei auf ihrer homepage mitteilte.


Von dort nimmt das Schiff Kurs auf Newcastle, der nördlichsten Großstadt Englands, wo am 11. Mai von Shirley Robertson, einer britischen Seglerin und Fernsehmoderatorin, die Schiffstaufe erfolgt. Die bis zu 1.200 Passagiere fassende Ambition, die für den britischen Kreuzfahrtmarkt verkehrt, startet dann einen Tag später die 14-tägige Jungfernreise für Ambassador in Richtung Frankreich und Spanien. Im Dezember wird dann das Kreuzfahrtschiff auf einer regulären Kreuzfahrt dann auch einen deutschen Hafen anlaufen, am 5. Dezember wird es am Kreuzfahrtterminal Steinwerder in Hamburg erwartet.

Seit Anfang April lag die 216 Meter lange „Ambition“ bei der Lloyd Werft, wo es aus dem schottischen Glasgow eintraf. Dort erhielt das erst Anfang 2022 von AIDA Cruises erworbene Schiff, die zuvor als „AIDAmira“ verkehrte nicht nur ein paar optische Verschönerungen, wie einen neuen Anstrich, sondern auch die Maschinenanlage und die Abgasnachreinigung wurden auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Im Hotelbereich waren keine nennenswerten Umbauten bei dieser Werft vorgesehen. Zuletzt wurde das Schiff als schwimmende Unterkunft für ukrainische Flüchtlinge im schottischen Glasgow genutzt. Dieser Vertrag mit der schottischen Regierung lief Ende März aus.



Ambassador Cruise Line wurde vor rund zwei Jahren, unter anderem auch von ehemaligen Mitarbeitern der früheren und insolventen Kreuzfahrtreederei Cruise & Maritime Voyages (CMV) gegründet und hatte schon im letzten Jahr die „Ambience“ in Fahrt gebracht. Diese wurde kurzfristig zum vergangen Jahreswechsel auf der Lloyd Werft überholt.

Im Frühjahr 2022 hatte die Reederei vom Carnival-Konzern die bislang von AIDA Cruises genutzte „AIDAmira“ erworben. Geplant war anschließend ein Umbau auf einer kroatischen Werft, doch dann bot sich im Sommer 2022 als Übergangslösung an, das Schiff als schwimmende Flüchtlingsunterkunft zu verchartern. Das nautische und technische Management erfolgt auf den beiden Schiffen der Reederei durch die zur Hamburger Schulte-Group gehörende Firma BSM Cruise Services, während der Hotel- und Cateringbereich von der Ambassador Cruise Line selbst wahrgenommen wird.

Die „Ambition“ hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel und einige unterschiedliche Eigentümer hinter sich. Gebaut wurde es als „Mistral“ in Frankreich 1999 für die Reederei Festival Cruises und war bis zu deren Insolvenz im Jahr 2004 im Einsatz. Danach wechselte der Name in „Grand Mistral“ und neuer Eigner war die spanische Reederei Ibero Cruises, an der auch der weltgrößte Kreuzfahrtkonzern, Carnival Corp. beteiligt war. Später wechselte das Schiff dann innerhalb des Carnival-Konzerns zur italienischen Costa Reederei und erhielt den Namen „Costa neoRivera“, um dort ein so genanntes „Slow Cruising“-Konzept zu etablieren, was aber nie richtig Fahrt aufnehmen konnte. Schließlich ging das Schiff dann 2019 an die deutsche Costa-Tochter AIDA Cruises.



Dort wurden dann 55 Millionen Euro für einen umfangreichen Umbau und eine Renovierung auf einer italienischen Werft ausgegeben, doch viel Glück hatte AIDA nicht mit dem Schiff. Zunächst lief der Umbau nicht planmäßig ab und direkt nach der Taufe in Palma de Mallorca musste zunächst die Jungfernfahrt und dann auch eine längere Reise nach Südafrika abgesagt werden. Somit konnte das in „AIDAmira“ umgetaufte Schiff erst am 23. Dezember 2019 von Kapstadt aus zur ersten Reise auslaufen. Nach genau drei Monaten war dann auch schon wieder Schluss, denn ab Mitte März 2020 sorgte die weltweite Covid-19-Pandemie für die Einstellung von Kreuzfahrten. Die letzten Passagiere von AIDA Cruises gingen am 23. März 2020 in Kapstadt von Bord, dann wurde das Schiff beschäftigungslos aufgelegt.



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