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  • AutorenbildChristian Eckardt

Kreuzfahrtschiff „Manara“ wartet in Bremerhaven noch auf den Umbau



Cruise Saudi verpflichtet Columbia Shipmanagement


Ruhig ist es um das 335 Meter lange und fast 40 Meter breite Kreuzfahrtschiff „Manara“ (151.300 BRZ) geworden, das nun seit mehr als zwei Monaten am Südende der Stromkaje in Bremerhaven liegt. Von der Bredo Werft, die den Umbauauftrag von dem neuen Eigentümer Cruise Saudi erhalten hat, erfährt man hierzu nichts, denn die Werft musste eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen, wie Dirk Harms, Geschäftsführer der Werft mitteilte. Von Beschäftigten, die in irgendeiner Weise mit dem Schiff zu tun haben, erfährt man, dass von Umbauaktivitäten an Bord noch nichts festzustellen ist. Dies war aber auch vorher schon so bekannt, denn Cruise Saudi nutzt die aktuelle Liegezeit in Bremerhaven, um die erst ab dem Winter im Kaiserhafen III vorgesehenen Umbauten, in Hinblick auf den arabischen Geschmack der zukünftigen Gäste, vorzubereiten. Konkrete Angaben zum Umfang und zu den Kosten des Umbaus liegen nicht vor.



Zum Anfang des Jahres wurde das ehemalige, sechs Jahre alte Kreuzfahrtschiff „World Dream“, unterstützt durch den Staatsfonds Saudi-Arabiens, für rund 330 Millionen US-Dollar in Singapur ersteigert. Zuvor verkehrte das 2017 auf der Meyer Werft erbaute Kreuzfahrtschiff mit einer Kapazität für 3.376 Passagiere für die insolvente Genting-Gruppe. Unter dem Namen Aroya Cruises wurde nun die erste saudische Premium-Kreuzfahrtgesellschaft ins Leben gerufen, die ab dem nächsten Jahr den Betrieb aufnehmen soll und dabei auf die Vorlieben saudischer Staatsangehöriger aber auch regionaler Besucher zugeschnitten wird.


Die Unterbringungsmöglichkeiten an Bord der „Manara“ werden zukünftig in einer der 400 preislich erschwinglichen Innenkabinen bis hin zu exklusiveren Suiten und sogar Penthouses mit privaten Balkonen und erstklassigen Unterhaltungssystemen, in Hinblick auf das wohlhabende Klientel, das den Tourismusmarkt im Nahen Osten charakterisiert, reichen. An Bord werden dann auch die Vielzahl von Annehmlichkeiten für Entspannung und Wohlbefinden weiter genutzt, wie zum Beispiel ein Spa- und Wellnesscenter, Fitnesseinrichtungen und natürlich mehrere Schwimmbäder. Die Kreuzfahrtlinie wird auch spezielle Aktivitäten und Kurse wie Yoga, Meditation und andere Wellness-Programme anbieten und sich damit von anderen westlichen Kreuzfahrtreedereien unterscheiden.


Saudi-Arabien ist vor allem für sein reiches kulturelles Erbe bekannt und die neue Reederei wird eine Reihe von Unterhaltungsmöglichkeiten bieten, die diesen kulturellen Reichtum zur Geltung bringt. Dazu können traditionelle Musik- und Tanzaufführungen sowie Kunstausstellungen und andere kulturelle Darbietungen gehören, die aber so zugeschnitten sein werden, dass sie den kulturellen Werten Saudi-Arabiens und der gesamten arabischen Welt Rechnung tragen. Dabei kann es dann auch sein, dass ein Teil der Unterhaltung nach Geschlechtern getrennt vorgeführt wird. Zumindest einer der Pools und auch ein Bereich des Spa wird mit ziemlicher Sicherheit nach Geschlechtern getrennt angeboten werden.


Ebenso wird es wohl eine strikte Kleiderordnung an Bord geben, bei denen es den Passagieren nicht erlaubt sein wird, sich in Badekleidung auf dem Schiff zu bewegen.

Unklar ist noch, ob an Bord des Schiffes Alkohol ausgeschenkt wird, denn der Alkoholkonsum ist in Saudi-Arabien verboten. Möglich wären aber auch spezielle Räume, in denen westliche Gäste Alkohol konsumieren dürfen. Was es aber an Bord zukünftig nicht mehr gibt, im Vergleich zum vorherigen Einsatz des Schiffes in asiatischen Gewässern, das sind Casinos und Glücksspielautomaten. Diese befanden sich bislang auf mehreren Decks des Schiffes und wurden schon kurz nach dem Verkauf an Cruise Saudi in Singapur von Bord genommen.


Nun teilte das saudische Start-up-Kreuzfahrtunternehmen Aroya Cruises mit, dass man das deutsche Unternehmen Columbia Blue für das Schiffsmanagement der „Manara“ ausgewählt hat. Columbia Blue wird mit seinen operativen Marken Columbia Cruise Services für den technischen Betrieb und über Columbia Signature für Hospitality Services für das Hotelmanagement von Aroya Cruises verantwortlich sein. Dazu gehören Bereiche wie Gästebetreuung, Housekeeping, Crew-Management, Gastronomie sowie das Deck- und Maschinenmanagement. „Columbia Blue ist führend in der Schiffsmanagementbranche und eine wichtige Organisation für die Zusammenarbeit von AROYA Cruises“, sagte der deutsche CEO von Cruise Saudi, Lars Clasen. „Diese strategische Partnerschaft ist entscheidend, um sicherzustellen, dass die Passagiere von Aroya Cruises das bestmögliche Erlebnis an Bord haben.“


Norman Schmiedl, CEO von Columbia Blue, zeigte sich stolz darauf, zukünftig mit dazu beizutragen, den Gästen von Aroya Cruises zukünftig ein authentisch arabisches Erlebnis bieten zu können. „Wir sind sehr stolz darauf, Aroya Cruises dabei zu unterstützen, ihren Gästen ein bemerkenswert arabisches Erlebnis zu bieten. Wir setzen unsere gesamte 40-jährige Erfahrung im Kreuzfahrtschiffmanagement ein, um Aroya Cruises sichere, effiziente und nachhaltige Standards zu bieten“, sagte er.


Das 1992 gegründete Unternehmen Columbia Shipmanagement ist eine deutsch-zypriotische Reedereigruppe, die eine Flotte von mehreren Frachtschiffen, Tanker, Containerschiffe und Passagierschiffe betreibt. Neben den Schiffsmanagement-Dienstleistungen wie den Unterhalt, die Versorgung und den Betrieb der Schiffe bietet Columbia seinen Kunden unter anderem auch die Auswahl und Einstellung von Seeleuten an und sorgt für Sicherheit und Verwaltung der Schiffe. Dies gewährleistet das Unternehmen durch die Aufrechterhaltung eines renommierten, weltweiten Netzwerks von Crewing Agenturen.


Ziel von Aroya Cruises ist es, bis zum Jahr 2035 rund 50.000 Beschäftigungsmöglichkeiten in Saudi-Arabien zu schaffen und jährlich schätzungsweise 1,3 Millionen Kreuzfahrtpassagiere zu begrüßen. Unklar ist derzeit auch, ob noch weitere Kreuzfahrtschiffe für Aroya Cruises in Fahrt kommen werden. Kürzlich unterzeichneten Cruise Saudi und die Royal Commission for Jubail and Yanbu ein Memorandum of Understanding, um das touristische Potenzial der unerforschten südlichen Region des Königreichs durch die Entwicklung von Jazan als Kreuzfahrthafen zu erschließen. Es ist davon auszugehen, dass Aroya Cruises vom Starthafen Jeddah dann auch den Hafen von Jazan direkt am Roten Meer ansteuern wird, wenn das Kreuzfahrtgeschäft im kommenden Jahr seinen Betrieb aufnimmt.

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