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  • Christian Eckardt

Lloyd Werft erhält weiteren Auftrag von Ambassador Cruise Line



„Ambition“ wird Anfang April in Bremerhaven erwartet


Die neue britische Kreuzfahrtreederei Ambassador Cruise Line (ACL) hat jetzt bestätigt, dass die Lloyd Werft Bremerhaven ab Anfang April das zweite Kreuzfahrtschiff des Unternehmens, die „Ambition“ (48.123 BRZ) umfangreich modernisieren und auch technisch auf den aktuellen Stand bringen wird. Erst kürzlich hatte die Lloyd Werft termingerecht außerplanmäßige Reparaturarbeiten an den Aufhängungen der Rettungsboote an dem ersten Schiff des Unternehmens, der „Ambience“ über die Weihnachtsfeiertage durchgeführt.


Wie Ambassador jetzt erklärte, wird das erst Anfang 2022 von AIDA Cruises erworbene Schiff in Bremerhaven nicht nur einen neuen Anstrich erhalten, sondern auch die Maschinenanlage und Abgasnachreinigung werden auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Derzeit wird das Schiff noch als schwimmende Unterkunft für ukrainische Flüchtlinge im schottischen Glasgow genutzt. Dieser Vertrag mit der schottischen Regierung läuft aber Ende März aus, so dass das Schiff am 1. April Kurs auf Bremerhaven nehmen wird. Bis Anfang Mai bleibt das Schiff dann bei der Lloyd Werft liegen. Später wird die „Ambition“ dann für den britischen Kreuzfahrtmarkt verkehrt. Nach Abschluss der Umbauarbeiten wird das 1.200 Passagiere fassende Schiff am 11. Mai dann von Shirley Robertson, eine britische Seglerin und Fernsehmoderatorin, in Newcastle getauft und einen Tag später startet die 14-tägige Jungfernreise für Ambassador in Richtung Frankreich und Spanien. Ambassador Cruise Line wurde vor rund zwei Jahren von ehemaligen Mitarbeitern der früheren und insolventen Kreuzfahrtreederei Cruise & Maritime Voyages (CMV) gegründet.

Als AIDAmira unterwegs - Foto AIDA Cruises


Im Frühjahr 2022 hatte Ambassador von AIDA Cruises die 216 Meter lange „AIDAmira“, seinerzeit ältestes Schiff der Kussmundflotte, erworben. Geplant war anschließend ein Umbau auf einer kroatischen Werft geplant, doch dann bot sich im Sommer als Übergangslösung das Schiff als schwimmende Flüchtlingsunterkunft zu verchartern.


"Mistral" 2003 in Kiel


Die „Ambition“ ist kein ganz junges Schiff mehr und hat zwischenzeitlich so einige unterschiedliche Stationen schon hinter sich. Gebaut wurde es als „Mistral“ in Frankreich 1999 für die Reederei Festival Cruises und war bis zu deren Insolvenz im Jahr 2004 im Einsatz. Danach wechselte der Name in „Grand Mistral“ und neuer Eigner war die spanische Reederei Ibero Cruises, an der auch der weltgrößte Kreuzfahrtkonzern, Carnival Corp. beteiligt war. Später wechselte das Schiff dann innerhalb des Carnival-Konzerns zur italienischen Costa Reederei und erhielt den Namen „Costa Neorivera“ um dort ein so genannten „Slow Cruising Konzept zu etablieren, was aber nie richtig Fahrt aufnehmen konnte. Schließlich ging das Schiff dann 2019 an die deutsche Costa-Tochter AIDA Cruises.


Dort wurden dann 55 Millionen Euro für einen Umbau und eine Renovierung auf einer italienischen Werft ausgegeben, doch viel Glück hatte AIDA nicht mit dem Schiff. Zunächst lief der Umbau nicht planmäßig ab und direkt nach der Taufe in Palma de Mallorca musste zunächst die Jungfernfahrt und dann auch eine längere Reise nach Südafrika abgesagt werden. Somit konnte das in „AIDAmira“ umgetaufte Schiff erst am 23. Dezember von Kapstadt aus zur ersten Reise und nach genau drei Monaten war dann schon wieder Schluss, denn ab Mitte März 2020 sorgte die weltweite Covid-19-Pandemie für die Einstellung von Kreuzfahrten. Die letzten Passagiere von AIDA gingen am 23. März 2020 in Kapstadt von Bord, dann wurde das Schiff beschäftigungslos aufgelegt.

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