• Christian Eckardt

LNG-Containerriese „CMA CGM Jacques Saadé“ erreicht auf der Jungfernreise Hamburg


Die erst kürzlich in Dienst gestellte „CMA CGM Jacques Saadé“ der französischen Linienreederei CMA CGM, das erste Megamax-Containerschiff (23.000 TEU) mit LNG-Technologie, hat am frühen Sonntagmorgen im Rahmen seiner Jungfernfahrt von Asien nach Europa im Hamburger Hafen festgemacht. Die „CMA CGM Jacques Saadé“ ist das erste Schiff aus der neuen Megamax-24-Serie von neun Schwesterschiffen die bei der China State Shipbuilding Corporation (CSSC) in Auftrag gegeben worden sind und die alle nach Pariser Sehenswürdigkeiten benannt werden. Ursprünglich sollte das Schiff bereits Ende 2019 in Fahrt kommen. Eingesetzt werden diese Schiffe auf der „French Asia Line“ (FAL 1) zwischen Asien und Europa. Diese Linie bietet einen wöchentlichen Dienst mit 13 Verbindungen innerhalb von 84 Tagen.


Foto HHM/Dietmar Hasenpusch


Der Containerfrachter machte  am Hamburger-Eurogateterminal fest, wo innerhalb von drei rund 9.000 TEU umgeschlagen werden. Nach derzeitiger Planung wird die “CMA CGM Jacques Saade” am Mittwochmorgen wieder in See stechen, um Kurs auf Rotterdam zu nehmen. Für Dezember wird dann der Anlauf des Schwesterschiffs „CMA CGM Champs Elysées“ in Hamburg erwartet Die 399,90 Meter lange und 61 Meter breite „CMA CGM Jacques Saade“ wurde auf der chinesischen Jiangnan-Changxing Shipbuilding unter der Baunummer 3033 erbaut.


Der LNG-Treibstofftank fasst 18.600 m³. Eingebaut ist ein Motor des Typs WinGD-12 X92DF mit 63.840 kW, der derzeit größte Dueal-Fuel-Motore. Sechs Generatoren erzeugen den nötigen Strom unter anderem für die 2.200 Reefer-Anschlüsse. Auffällig am Design ist neben der grünen Rumpffarbe auch der aufrechte Steven ohne Wulstbug. Hierzu wechseln immer mehr Reeder, da sich die Effizienzsteigerungen der teureren Wulstbug-Bauweise mit verringertem Wasserwiderstand im modernen Slow steaming-Linienverkehr nicht mehr lohnen. Mit der Namensgebung für das weltweit erste LNG-betriebene 23.000-TEU-Containerschiff und Flaggschiff von CMA CGM, würdigt der Konzern seinen Gründer Jacques Saadé. Der visionäre Unternehmer Jacques Saadé baute CMA CGM zu einer der weltweit führenden Reedereien auf, wobei er stets die starken familiären Werte aufrechterhielt und dadurch die gesamte Schifffahrtsbranche nachhaltig prägte. Saadé verstarb im Alter von 81 Jahren am 24. Juni 2018 in Marseille.


Auf der Jungfernreise reklamiert die Reederei mit ihrem Neubau auch einen neuen Weltrekord für sich. Noch nie waren so viele Boxen auf einem Schiff. Bei der Abfahrt in Singapur am 12. Oktober waren 20.723 TEU an Bord– so viele wie noch nie, wie die Reederei mitteilte. „Das ist eine bedeutende betriebliche und kommerzielle Leistung für ein Pionierschiff, das die Luftqualität erhalten und den Energiewechsel in der Schifffahrtsindustrie beschleunigen soll“, so CMA CGM weiter. CMA CGM ist die viertgrößte Containerreederei weltweit und will bis 2023 den Anteil alternativer Kraftstoffe auf 10% steigern und bis 2050 gänzlich CO2-neutral unterwegs sein. Insgesamt 20 mit LNG betriebene Schiffe sollen dazu einen erheblichen Beitrag leisten.


Alle neun 22.000-TEU-Carrier dieser Serie, die auf den chinenschen Werften Jiangnan-Changxing und Hudong Zhonghua bestellt wurden, erhalten einen Antrieb mit Flüssigerdgas. Es wird nur noch eine kleine Menge Marinediesel für die Zündung in der Brennkammer benötigt. Nach Angaben von CMA CGM verbessert sich der Energy Efficiency Design Index (EEDI), der den ökologischen Fußabdruck eines Schiffes misst, durch den Einsatz von LNG um 20 Prozent. Dadurch ließen sich Emissionen drastisch senken. Der Vergleich mit dem Einsatz des Schiffstreibstoffs Schweröl ergibt 25 Prozent weniger CO2, 85 Prozent weniger Stickstoffoxid sowie jeweils 99 Prozent weniger Schwefel und Feinstaub. Die CMA CGM Group geht damit schon jetzt über die Anforderungen bestehender Umweltregularien hinaus, die ab dem Jahr 2020 unter anderem eine Obergrenze von 0,5 Prozent für den Schwefelgehalt in Schiffstreibstoffen vorschreiben.


Um die neuen Mega-Carrier mit LNG zu versorgen, hat die Reederei bereits im Dezember 2017 eine strategische Vereinbarung mit Total Marine Fuels Global Solutions über die jährliche Lieferung von rund 300.000 Tonnen verflüssigtem Erdgas getroffen. Die Vereinbarung gilt von 2020 an und hat eine Laufzeit von zunächst zehn Jahren. Nachdem die CMA CGM Group die CO2-Bilanz ihrer Flotte zwischen 2005 und 2015 bereits um 50 Prozent verbessert hatte, konnte sie die Kohlendioxid-Emissionen pro Container und Kilometer im vergangenen Jahr um weitere 10 Prozent verringern. Bis 2025 sollen es noch einmal 30 Prozent weniger sein.

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