• Christian Eckardt

Megayacht „Solaris“ von Lloyd Werft abgeliefert



Am Donnerstag, den 27. Mai 2021 wurde die 140 Meter lange Megayacht „Solaris“ von der zur MV Werften Gruppe gehörenden Lloyd Werft Bremerhaven an den nicht näher genannten Eigentümer übergeben. Dies ist der erfolgreiche Abschluss einer mehrjährigen Planungs- und Bauphase zur Realisierung dieses außergewöhnlichen Yachtprojekts. So hat die reine Bauzeit im Schwimmdock III der Lloyd Werft rund drei Jahre gedauert, die gleiche Zeit wurde auch für die Planung der Yacht benötigt. Den Stahlkasko für die Yacht lieferte Stahbau-Nord in Bremerhaven. Zwei vorgefertigte Sektionen wurden in der so genannten Lunehalle im Fischereihafen produziert und per Ponton in den Kaiserhafen überführt. Im später vollständig eingerüsteten Schwimmdock wurden dann beide Sektionen zusammengefügt.


Mit dem Ausdocken der „Solaris“ Ende Februar war die letzte Phase auf der Werft eingeläutet worden, mit Probefahrten auf der Nordsee und Ausrüstungsarbeiten in den Innenräumen, die nun ihr Ende gefunden hat. Eigner der geschätzt rund 500 Millionen Euro teuren Yacht soll der russisch-israelische Milliardär Roman Abramowitsch sein, der sich vor zwei Wochen persönlich sein neues Schmuckstück angeschaut haben soll. Schon der erste Yachtneubau der Lloyd Werft, die 115 Meter lange und mittlerweile schon wieder verkaufte „Luna“ wurde vor 12 Jahren von der Lloyd Werft gefertigt.


„Wir sind sehr stolz, diese Herausforderung gemeistert zu haben“ sagte Friedrich Norden, Director Projects & Sales bei der Lloyd Werft. „Die „Solaris“ ist in vielerlei Hinsicht ein Meisterstück. Hier wurden zum Teil sehr individuelle noch nie dagewesene Anforderungen im Yachtbau umgesetzt.“



Die „Solaris“ beeindruckt mit ihrer ungewöhnlichen Linienführung. Ein hellgrauer Rumpf und der weiße Aufbau, über dem sich ein breiter Bogen spannt, der beide Seiten verbindet - ein ikonisches Element der Yacht, der an einen überdimensionalen Targa-Bügel erinnert wurde von dem australischen Industriedesigner Marc Newson entworfen und ist das erste Yachtprojekt des Designers. An Bord der von Lloyd´s Register klassifizierten Yacht soll es 48 Kabinen für bis zu 36 Passagiere und 60 Crew-Mitglieder geben.


Foto Lloyd Werft


Über 2.000 Quadratmeter Glasflächen mit den größten bisher in einer Yacht verbauten Scheiben bestimmen das Erscheinungsbild. Die „Solaris“, angetrieben von acht MTU Motoren mit über 14.000 KW, erreicht Geschwindigkeiten von über 18 Knoten erreichen. Dazu ein Zwillings ABB Azipod® System mit zusammen 9 MW Power, das größte in einer privaten Yacht verbaute System.


„Für den Bau einer derartigen Yacht benötigt man hochqualifizierte Fachleute, die gemeinsam als Team zusammenarbeiten.“ erklärt Carsten Sippel, Geschäftsführer der Werft. „Wir sind sehr stolz eine derartige maßgeschneiderte Yacht gebaut zu haben. Nach der legendären „Luna“ haben wir erneut eine Yacht realisiert, die die höchsten qualitativen Ansprüche erfüllt und Maßstäbe setzt.“



Vermutlich zum 1. Juni wird die „Solaris“ die Lloyd Werft mit unbekanntem Ziel verlassen. So wie es derzeit aussieht, war dies aber das letzte Neubau-Projekt der über 160 Jahre alten Lloyd-Werft sein, die nach den Plänen des Eigners, der Genting-Gruppe, zum Ende des Jahres stillgelegt werden soll. Derzeit bemüht sich die Bremer Landespolitik um eine Weiterführung der Traditionswerft, die in der Vergangenheit vor allem durch spektakuläre Schiffsumbauten auf sich aufmerksam machte. Dabei sollen auch möglich Kaufgespräche mit der Bremerhavener Rönner-Gruppe geführt werden, die ein Interesse bekundet hat. In den nächsten Tagen werden hierzu Neuigkeiten erwartet.

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