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  • AutorenbildChristian Eckardt

Meyer-Neubau „Carnival Jubilee“ termingenau an Bremerhavener Stromkaje offiziell übergeben



Letzter LNG-Neubau der Helios-Klasse schon auf dem Weg nach Übersee

Der aktuelle Kreuzfahrtneubau der Papenburger Meyer Werft, die 345 Meter lange „Carnival Jubilee“ (183.200 BRZ) machte am frühen Montagmorgen gegen 7.00 Uhr, aus dem niederländischen Eemshaven kommend, an der Bremerhavener Stromkaje fest. Im Bereich des NTB-Containerterminals erfolgte dann termingerecht die offizielle Übergabe des letzten LNG-Kreuzfahrtschiffes aus der so genannten „Helios-Schiffsklasse“ der Meyer Werft an die US-amerikanische Kreuzfahrtreederei Carnival Cruise Line termingerecht. Dieser formale Vorgang war dann offensichtlich dann im Laufe des Tages schnell abgeschlossen, denn schon am späten Nachmittag verlies das voll beleuchtete Kreuzfahrtschiff ohne Passagiere seinen Liegeplatz schon wieder. Von der Seestadt aus geht es nun für das in Richtung Kanarische Inseln. Am kommenden Sonntag den 10. Dezember wird das Schiff in Santa Cruz auf Teneriffa erwartet, wo das mit Flüssigerdgas betriebene Kreuzfahrtschiff noch mit Proviant aber auch mit Treibstoff versorgt wird. Schon seit einiger Zeit hat der Hafen von Teneriffa die Voraussetzungen zur Übernahme von Flüssigerdgas (LNG) geschaffen.

Foto: Wolfhard Scheer


Von Teneriffa geht es dann mit westlichem Kurs auf den Atlantik, und nach derzeitiger Planung soll die „Carnival Jubilee“ nach sechs Seetagen am 17. Dezember 2023 in Nassau auf den Bahamas festmachen. Der zukünftige regelmäßige Ein- und Ausschiffungshafen Galveston im US-Bundesstaat Texas wird dann erstmalig am 20. Dezember 2023 angesteuert. Ab dem 23. Dezember 2023 wird die „Carnival Jubilee“ dann dauerhaft zu einwöchigen Karibik-Kreuzfahrten ab/bis Galveston eingesetzt.

In den Wochen zuvor wurde ordentlich an dem Schiff gearbeitet, um den für die Werft so wichtigen Übergabetermin an die US-Reederei einzuhalten. Nachdem im November die Werftprobefahrt, bei der alle erforderlichen technischen und nautischen Tests erfolgreich abgeschlossen werden konnten, liefen parallel immer noch die Innenausbauarbeiten an dem Schiff. Bei dem Projekt „Carnival Jubilee“ trafen gleich mehrere widrige Aspekte für die Werft aufeinander, die es wohl so auch noch nie in diesem Ausmaß in der 228-jährigen Geschichte bei dem Familienunternehmen gab: Corona-Pandemie, Lieferengpässe und dann noch ein bisher einmaliger Markenwechsel von AIDA Cruises zur Carnival Cruise Line inmitten der Bauphase. Denn der amerikanische Mutterkonzern Carnival Corp. hatte im Frühjahr 2021 schon den Wunsch geäußert, dass das fest bestellte Schiff nicht mehr für die deutsche Carnival-Tochter AIDA Cruises in Rostock, sondern für die amerikanische Reederei Carnival Cruise Line verkehren soll. Begründet wurde dies damit, da die Buchungszahlen für Kreuzfahrten auf dem nordamerikanischen Markt nach der Corona-Pandemie schneller wieder anstiegen als in Europa.

In diesem Herbst wurde dann auch noch im Mitarbeitermagazin „Kiek ut“ der Werft sehr offen darüber berichtet, das die Ablieferung der „Carnival Jubilee“ die wichtigste seines Lebens für den Seniorchef Bernhard Meyer (75) sei. „Seit über 50 Jahren bin ich im Unternehmen tätig und noch nie – und dass meine ich wirklich ernst – noch nie war die pünktliche Ablieferung eines Schiffes so wichtig“, betont Meyer in dem Magazin. Die „Carnival Jubilee“ sei der Schlüssel, um das Vertrauen der Kunden in die Werft zurückzugewinnen und Folgeaufträge zu bekommen. Zugleich sei die Ablieferung „entscheidend für die finanzielle Situation der Meyer-Unternehmensgruppe“. Ob an Bord, in der Fertigung, im Büro oder im Homeoffice: Meyer appellierte in dem Bericht „eindringlich an jeden einzelnen“, die „letzten Reserven“ zu mobilisieren, noch einmal alles zu geben und bestmöglich zu unterstützen. In dem Artikel war von „nie dagewesenen Herausforderungen“ die Rede und der Werftchef Meyer appellierte an die Mitarbeiter: „Helfen Sie jetzt mit, das Ruder herumzureißen!“.

Schon im Dezember 2022 musste die Werft mitteilen, dass die „Carnival Jubilee“ nicht zum ursprünglich geplanten Termin im Oktober 2023 fertig werden kann, so dass die Reederei die ersten sechs geplanten Kreuzfahrten in diesem Herbst schon absagen musste.

"Unser erstes in Papenburg für Carnival Cruise Line gebautes Schiff ist atemberaubend, und ich bin stolz auf die Arbeit, die unser Team und unsere Partner von der Meyer Werft gemeinsam geleistet haben, um die “Carnival Jubilee” zum Leben zu erwecken. Jetzt machen wir uns auf den Heimweg, damit wir sie rechtzeitig zu den Weihnachtsferien an unsere Gäste geben können", sagte Christine Duffy, Präsidentin von Carnival Cruise Line bei der Übergabe in Bremerhaven. "Die Schwestern der Carnival Jubilee, die “Carnival Celebration” und die “Mardi Gras”, wurden von den Gästen, die von Florida aus fahren, sehr gut angenommen, und so haben wir hohe Erwartungen an dieses Schiff, wenn es von Texas aus in See sticht."

"Die Projektteams der Werft und der Reederei, die vielen Zulieferer sowie die Klassifikationsgesellschaft haben bei der “Carnival Jubilee” trotz vieler Herausforderungen wieder hervorragende Arbeit geleistet", sagt Jürgen Storz, Projektleiter des Schiffs bei der Meyer Werft.

Auf der „Carnival Jubilee“ steht den maximal 5374 Passagieren bei Doppelbelegung eine Auswahl von über 20 verschiedenen Kabinenkategorien aber auch abwechslungsreiche Restaurants zur Verfügung. Auf dem Oberdeck befindet sich eines der Unterhaltungshighlights des Schiffes, die Bolt-Achterbahn. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h sorgt die von der Münchener Firma Maurer Ride erbaute Bahn für Nervenkitzel bei großen und kleinen Gästen, 57 Meter hoch über dem Meeresspiegel, wobei für die Nutzung ein kleiner Aufpreis zu bezahlen ist. Mit einer Beschleunigung von über 1 G rasen die zweisitzigen Fahrzeuge, angetrieben von Elektromotoren, auf einer Länge von 220 Meter über das Oberdeck und einmal um den typischen Whale Tail-Schornstein von Carnival herum.




Foto Meyer Werft: (von links) Captain Andrea Catalani, Christine Duffy (Präsidentin Carnival Cruise Line), Jan Meyer und Bernard Meyer (beide Geschäftsführer MEYER WERFT) bei der Übergabe der Carnival Jubilee.

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